Trump-Rede

06. Februar 2019 03:31; Akt: 06.02.2019 08:27 Print

«Ich bekomme die Mauer gebaut»

US-Präsident Donald Trump hat in seiner Rede zur Lage der Nation eine Ende der «lächerlichen Untersuchungen» gefordert. Zudem will er Kim Jong-un in Vietnam treffen.

Trump beharrt auf seiner Mauer: «Ich bekomme sie gebaut.» Video: Reuters
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US-Präsident Donald Trump hat in seiner Rede zur Lage der Nation den Kongress zur parteiübergreifenden Zusammenarbeit aufgerufen. Zugleich liess er in seiner Ansprache am Dienstagabend vor dem Kongress in Washington aber keinerlei Kompromissbereitschaft in dem zentralen innenpolitischen Streit um die von ihm geplante Grenzmauer erkennen.

Trump beharrte vielmehr darauf, dass die Mauer an der Grenze zu Mexiko für die Sicherheit des Landes entscheidend sei und er deshalb das Mammutprojekt nicht aufgeben werde: «Ich bekomme sie gebaut», sagte er über die Mauer.


Die gesamte Rede Trumps. (Video: Youtube/CNN)

Trumps erbitterter Streit mit den oppositionellen Demokraten um eine von ihm geforderte Milliardensumme für die Mauer hatte zu der fünfwöchigen Haushaltssperre geführt, die Grossteile der US-Bundesregierung lahmlegte. Derzeit ist ein Übergangsetat in Kraft, der am 15. Februar ausläuft. Ein Kompromiss in dem Mauer-Streit ist aber weiterhin nicht in Sicht.

«Lasst uns Kompromisse schliessen»

«Lasst uns zusammenarbeiten, Kompromisse schliessen und einen Deal erreichen, der Amerika sicher macht», sagte Trump. Er sprach erneut von einer «dringenden nationalen Krise» an der Grenze.

Der US-Präsident plädierte allgemein dafür, dass die Parteien ihre Politik der «Rache» und «Vergeltung» zugunsten von «Kooperation» und «Kompromiss» überwunden müssten. «Nun ist die Zeit für überparteiliches Handeln», sagte er.

Trump hat allerdings seit seinem Amtsantritt vor zwei Jahren immer wieder selbst mit harten Attacken auf die Demokraten und seinem rigorosen Kurs in der Einwanderungspolitik und anderen Fragen die Suche nach parteiübergreifenden Kompromissen erschwert. Seit Jahresbeginn verfügen die Demokraten über die Mehrheit im Repräsentantenhaus und damit über erheblich gewachsene Macht, die sie im Konflikt um die Mauer und den Haushalt ausgespielt haben.

Trump forderte auch ein Ende der «lächerlichen» und «parteiischen» Untersuchungen von Vorgängen rund um seine Präsidentschaft. Diese Untersuchungen könnten das derzeitige «Wirtschaftswunder» in den USA abwürgen und behinderten den Gesetzgebungsprozess. Der Präsident bezog sich damit offenbar vor allem auf die Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller sowie des Repräsentantenhauses zu den Moskau-Kontakten seines Wahlkampfteams.

Trumps Rede zur Lage der Nation

Treffen mit Kim in Vietnam

US-Präsident Donald Trump und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un werden sich am 27. und 28. Februar in Vietnam zu ihrem zweiten Gipfel treffen. Das kündigte Trump vor dem US-Kongress an. Bei ihrem ersten Treffen im vergangenen Juni in Singapur hatte Kim die vollständige nukleare Abrüstung seines Landes zugesagt, sich aber nicht auf Details festgelegt.

Trump hielt sich in seiner Rede dennoch zugute, durch seinen Annäherungskurs gegenüber Nordkorea einen Atomkrieg verhindert zu haben. Wenn er nicht zum Präsidenten gewählt worden wäre, befänden «wir uns heute in einem grösseren Krieg mit Nordkorea mit Millionen von getöteten Menschen», sagte er in seiner Ansprache.

Der US-Präsident räumte ein, dass in den Verhandlungen mit Pyongyang «noch viel Arbeit zu tun» sei. Seine Beziehung zu Kim sei jedoch «eine gute». Die Verhandlungen über den Abbau der nordkoreanischen Atomwaffen waren in den vergangenen Monaten immer wieder ins Stocken geraten.

«Happy Birthday» für Holocaust-Überlebenden

Judah Samet hat den Holocaust überlebt und ist dem Attentat auf eine Synagoge in Pittsburgh knapp entgangen. Am Dienstag wurde er 81 Jahre alt – und konnte seinen Geburtstag in einer ganz besonderen Umgebung feiern.

Samet war einer der Ehrengäste von US-Präsident Donald Trump bei dessen Rede zur Lage der Nation im US-Kongress in Washington und der Republikaner würdigte ihn in seiner Ansprache. Zahlreiche Abgeordnete und Zuhörer stimmten daraufhin «Happy Birthday» an.

Samet überlebte als kleiner Junge das nationalsozialistische Konzentrationslager Bergen-Belsen. Im vergangenen Oktober wollte er zudem am Gottesdienst der Tree-of-Live-Synagoge teilnehmen, verspätete sich aber um wenige Minuten. Er entging allerdings so dem Attentat eines 41-Jährigen, der in dem Gotteshaus elf Menschen tötete.

(chk/sda/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • User79 am 06.02.2019 06:43 Report Diesen Beitrag melden

    Atomwaffen

    Ich frage mich, warum Kim auf sein Atomprogram verzichten sollte, wenn die USA und Russland wieder ein neues Wettrüsten starten.

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  • Paul am 06.02.2019 09:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einwanderung gerne

    Einwanderung ja, aber kontrollierter Einwanderung. Das ist sein Ziel. wäre auch gut für die CH und Europa.

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  • Sergei Butakowa am 06.02.2019 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Braucht es eine Mauer?

    Wer gegen diese Mauer ist, soll sich mal über die Grenze zwischen Mexiko und USA erkundigen. Teils ist das nur ein rostiger Zaun aus den 80ern welche ohne jegliche Mühe überquert werden können. Ein Millionengeschäft und leichtes Spiel für mexikanische Schlepper und Kartelle. Schaut euch mal die Mauer bei Israel an, über die spricht interessanterweise niemand.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Chtulhu am 06.02.2019 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kurzzeitgedächtnis

    Wann wird die Welt befreit von diesem Dämon? Genug sinnlose Argumente, Spaltung, Lüge, Drohungen. Die Welt hat andere Probleme.Dachte die Menschen hätten nach Bush dazugelernt. Doch eben den selben Hardlinern, die bereits genügend Leid in den Nahen Osten getragen haben dürfen wieder die nächsten Kriege vorbereiten. 700Mrd für das USMilitär und Waffen für 400Mrd. an die Saudis, die bereits jetzt in Jemen zum Einsatz kommen.

  • John am 06.02.2019 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Fast Niemand hätte gedacht

    dass nach Obama noch ein schlechterer Präsi kommen könnte

  • schuschleid am 06.02.2019 16:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach was..

    In 22 Monaten ist Trump und die Mauer Geschichte, und wir erinnern uns nur noch wage an den unfähigsten Präsidenten aller Zeiten!

  • Erwin B am 06.02.2019 16:07 Report Diesen Beitrag melden

    Schade drum

    Den USA ist nicht mehr zu helfen. Wer diesem Präsidenten minutenlange Standing Ovations bereitet, hat seine Reputation in der Welt endgültig verspielt. Schade um dieses wunderbare Land....

  • P.Ku. am 06.02.2019 16:06 Report Diesen Beitrag melden

    Mexiko hat nicht bezahlt>Keine Mauer

    Sobald Mexiko, wie vom Potus versprochen, das Geld überwiesen hat, wird er die Mauer bauen können.