US-Senator

31. Dezember 2018 01:47; Akt: 31.12.2018 02:45 Print

Trump soll Abzug aus Syrien überdenken

Der einflussreiche Senator Lindsey Graham deutet an, dass der US-Truppenabzug aus Syrien verlangsamt werde.

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US-Senator Lindsey Graham hat sich mit Präsident Trump getroffen. Bild: Leah Millis/Reuters

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US-Präsident Donald Trump erwägt nach Angaben des einflussreichen republikanischen Senators Lindsey Graham eine Verzögerung des Abzugs der US-Truppen aus Syrien, bis die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) vollständig besiegt ist. «Der Präsident versteht die Notwendigkeit, die Arbeit zu Ende zu bringen», sagte Graham am Sonntag nach einem zweistündigen Gespräch mit dem Präsidenten in Washington. Bislang hatte Trump betont, der Abzug solle sofort erfolgen.

Bei dem Treffen im Weissen Haus habe ihm der Präsident «Dinge gesagt, die ich nicht wusste und die mir ein viel besseres Gefühl dazu geben, worauf wir in Syrien zusteuern», sagte Graham. Er gehe davon aus, dass Trump entschlossen ist, den IS vor dem Truppenabzug «vollständig» zu besiegen.

Trump denke «lang und hart» über Syrien und den Ablauf des Truppenrückzugs nach, sagte Graham weiter. Dabei spiele für Trump auch der Schutz der mit den USA verbündeten kurdischen Milizen eine Rolle. Die Kurden im Norden Syriens fürchten nach dem Abzug der US-Truppen eine weitere Offensive der Türkei. Ausserdem solle der Iran nicht der «grosse Gewinner» des Rückzugs der USA werden.

IS «weitgehend besiegt»

Der Präsident hatte am 19. Dezember den vollständigen Abzug der rund 2000 US-Soldaten aus Syrien angekündigt und erklärt, der IS sei «weitgehend besiegt». Die überraschende Ankündigung stiess nicht nur bei den Verbündeten Washingtons im Kampf gegen den IS auf Unverständnis, sondern löste auch in den USA scharfe Kritik aus. Graham hatte Trump vor dem Treffen aufgefordert, den Truppenabzug zu überdenken. Im Fernsehsender CNN sagte Graham, der IS sei noch nicht besiegt. Es müsse sicher gestellt werden, dass die Jihadistenmiliz «niemals» zurückkehre. Er wollte Trump auffordern, darüber mit seinen Generälen zu beraten. Graham hatte Trumps Entscheidung bereits zuvor als «grossen Fehler» bezeichnet.

Wenn die US-Truppen jetzt abzögen, würden die Kurden «massakriert», sagte der Senator. Und «wenn wir die Kurden im Stich lassen und sie massakriert werden, wer wird uns künftig helfen?», fügte er hinzu. Der frühere Kritiker Trumps, der jetzt als sein Vertrauter gilt, warnte ausserdem davor, Syrien den Iranern zu «übergeben». Nach seinen Worten wäre das für Israel ein «Albtraum».

Machtvakuum im Norden Syriens

Der angekündigte US-Rückzug könnte ein Machtvakuum vor allem im Norden Syriens hinterlassen. Dort sind kurdische Milizen aktiv, welche die Regierung in Damaskus aus Furcht vor einer türkischen Offensive nach dem geplanten Abzug der US-Truppen um Hilfe gebeten haben. Die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) hatten den IS bislang mit Unterstützung des US-Militärs bekämpft.

Angesichts des Abzugspläne Washingtons hatten sich Russland und die Türkei am Samstag zu einer engen Abstimmung ihrer künftigen Einsätze in Syrien abgesprochen. In die Kooperation soll auch der Iran einbezogen werden.

(oli/chk/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anony Mouse am 31.12.2018 08:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mission Accomplished!

    Das kennen wir doch schon... Hauptsache er kann bei den nächsten Wahlen behaupten... 'ich hab den IS besiegt!'.

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  • Mike Zac am 31.12.2018 14:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die System-Politiker

    wollen um jeden Preis den arabischen Raum beherrschen. Es geht niemals um Menschenrechte, Terrorbekämpfung oder Demokratie. Das ist nur Mittel zum Zweck und der Zweck ist die Öl-Erbeutung.

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  • KHF am 31.12.2018 05:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Normal für die USA

    Verbündete zu verraten und im Stich zu lassen ist für die USA Tagesgeschäft. Das haben sie in ihrer Geschichte oft gemacht. Ebenso Regierungen anderer Länder zu destabilisieren und zu stürzen. Warum sollte es ausgerechnet unter Trump anders sein?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nachdenker am 31.12.2018 18:08 Report Diesen Beitrag melden

    Der Blonde und seine Aussagen.

    Die Aussage, dass der "Blondie" lang und hart über Syrien nachdenke ist der Witz des Tages. Lang und hart nachgedacht hat er ja bereits vor dem 19.12.2018 und den Abzug beschlossen da auf Grud seines Nachdenkens der IS besiegt ist. Fakt ist ausserdem, der Abzugsbefehl ist unterzeichnet und muss innert 30 Tagen abgeschlossen werden. Wenn ich etwas überlege empfinde ich es nie als hart. Diese Aussage ist für mich nur lachhaft.

  • El Diablo am 31.12.2018 15:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oxymoron

    "Trump denkt" Das nenne ich mal ein perfektes Oxymoron.

  • M.M. am 31.12.2018 15:11 Report Diesen Beitrag melden

    Trump

    Ich verstehe es nicht, dass man sich so über Trump aufregen kann. Die Amis möchten nur ihr Land auf vordermann/ -frau bringen und nicht mehr und weniger und nicht mehr in jedem Konflikt mitspielen. Das Volk der Amis haben die Nase gestrichen voll von den Kriegen. Die Europäer können es gar nicht beurteilen, ob es richtig oder falsch ist was die Amis machen, unabhängig vom beruflichen Status. Wir werden es auch noch lernen müssen, wieder vermehrt für unser Europa einzustehen. In unserer Gesellschaft hat es sehr viele Egoisten die nur kurztfristig denken und meinen ihre Meinung sei nur richtig.

    • @DOG am 02.01.2019 08:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @M.M.

      Da hast du etwas falsch verstanden, die USA leben vom Krieg und von den Verkauften Kriegsgütern, das was du da ansprichst gibt es nur in den Hollywood Filmen, schau dir den Film 9/11 mal genau an viele können die Realität darin garnicht erkennen ist ein Meisterwerk...

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  • Nachdenkender am 31.12.2018 14:49 Report Diesen Beitrag melden

    Wischi-Waschi / Abzug oder doch nicht?

    Herrlich die Aussage dieses Republikanischen Senators: "Trump denke «lang und hart» über Syrien und den Ablauf des Truppenrückzugs nach. Ich frage mich folgendes: 1. Warum muss Trump über einen Ablauf nachdenken? Er hat doch selber am 19.12.2018 entschieden, dass innert 30 Tagen abgezogen wird. Da der IS besiegt sei. 2. Was heisst eigentlich "lange und hart" nachdenken? Wenn ich eine Entscheidung gefällt habe, habe ich vorher nachgedacht.Die Vor- und Nachteile abgewägt und dann eine Entscheidung getroffen. Offenbar hat der "Blondie" vorher nicht nachgedacht. 3. Wie geht hart nachdenken?

  • Mike Zac am 31.12.2018 14:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die System-Politiker

    wollen um jeden Preis den arabischen Raum beherrschen. Es geht niemals um Menschenrechte, Terrorbekämpfung oder Demokratie. Das ist nur Mittel zum Zweck und der Zweck ist die Öl-Erbeutung.

    • Toni K. am 31.12.2018 16:39 Report Diesen Beitrag melden

      @Mike Zac

      Dieses System hat bei der Bush Beerdigung ein Briefumschlag in dem Gesangsheft dazu bekommen. Sie haben lange Gesichter gemacht beim öffnen, sie werden für ihre verbrechen schon bald vor Militärgerichten sitzen. Q anon ist das Weltweite erwachen und Trump sagte bei Kim, es ist Zeit diese Kriegsspiele zu stoppen.

    • As am 31.12.2018 17:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mike Zac

      Genau so ist es und nichts anders. Lies mal das Buch von Daniel Yargin, "Der Preis" Die Jagd nach Öl, Geld und Macht

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