Trumps Wahlkampf

19. Juni 2019 03:08; Akt: 19.06.2019 06:31 Print

«Ich sorge dafür, dass Amerika grossartig bleibt»

US-Präsident Donald Trump hat in Florida vor 20'000 Anhängern seinen Wahlkampf für eine Wiederwahl eröffnet – und gleich zu Beginn wieder die Medien beleidigt.

Lancierte in Florida vor 20'000 Menschen seine Kampagne für eine zweite Amtszeit: US-Präsident Donald Trump. (Video: Tamedia)
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Mit scharfen Angriffen gegen die Demokraten hat US-Präsident Donald Trump offiziell seine Kampagne für die erhoffte Wiederwahl 2020 eingeläutet. Gemeinsam mit seinen Anhängern werde er «Amerika weiterhin grossartig machen».

Dies sagte Trump am Dienstagabend (Ortszeit) vor rund 20'000 jubelnden Zuhörern in Orlando (Florida). Unter ihm werde das Land besser dastehen als je zuvor - «und deswegen stehe ich hier vor Euch, um offiziell meinen Wahlkampf für eine zweite Amtszeit als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika zu starten».

Trump erklärte «Keep America Great» zudem zu seinem neuen Wahlkampfmotto für 2020, was auf Deutsch in etwa heisst: Sorgt dafür, dass Amerika grossartig bleibt. In die Wahl 2016 war Trump mit dem Slogan «Make America Great Again» («Macht Amerika wieder grossartig») gezogen. Trump nannte dies den besten Wahlkampfslogan aller Zeiten. Das ausgegebene Ziel sei jedoch weitgehend erreicht.

Grosse Versprechen

«Wir werden nicht verlieren», sagte Trump mit Blick auf die Präsidentschaftswahl im November nächsten Jahres. «Ich werde euch niemals enttäuschen», versprach er seinen Anhängern.

Eindringlich warnte Trump vor einem Wahlsieg der Demokraten. «Unsere radikalen demokratischen Gegner sind von Hass, Vorurteilen und Wut getrieben», sagte er. «Sie wollen euch zerstören, und sie wollen unser Land zerstören, wie wir es kennen.» Die Demokraten wollten Amerika zu einem sozialistischen Staat machen, die US-Bürger ihrer Grundrechte berauben und die Grenzen für illegal einwandernde Migranten öffnen, behauptete Trump. Er werde nicht zulassen, dass es dazu komme. Der Präsident mahnte zugleich, es stehe viel auf dem Spiel, und rief seine Anhänger eindringlich dazu auf, wählen zu gehen.

Neben seinen gewohnten Angriffen auf die Demokraten und die Medien spulte Trump bei der mehr als einstündigen Rede grösstenteils sein übliches Repertoire an Wahlkampfbotschaften ab. Der Präsident erklärte, keine andere US-Regierung habe derart viel erreicht wie seine in den vergangenen zweieinhalb Jahren. Die Wirtschaft stehe besser da denn je, die Arbeitslosigkeit sei auf einem historischen Tief und international seien die USA wieder respektiert. Die Zukunft sei noch nie derart rosig gewesen.

«Der amerikanische Traum ist zurück», sagte Trump. «Er ist grösser und stärker und besser denn je.» Mit konkreten Aussagen für seine künftige politische Agenda hielt er sich aber zurück.

Wichtiger Ort

Trump wurde in Florida von Vizepräsident Mike Pence, dessen Ehefrau Karen und First Lady Melania Trump begleitet. Sein Stellvertreter Pence sagte: «Wir haben 2016 Geschichte geschrieben, und wir werden wieder Geschichte schreiben.» Auch Trumps Familie, Mitglieder seiner Regierung und einige republikanische Senatoren waren bei dem Wahlkampfauftakt mit dabei.

Dass Trumps Team als Ort dafür Florida wählte, ist kein Zufall. Der Sonnenstaat im Süden gilt als Schlüssel zum Wahlsieg. Mit 29 Wahlmännern ist Florida gemeinsam mit New York der drittgewichtigste Bundesstaat im US-Wahlsystem nach Texas und Kalifornien - und mit Abstand der grösste «Swing State». Darunter versteht man die Bundesstaaten, in denen ungewiss ist, ob die Demokraten oder Republikaner dort siegen werden.

Um Trump herauszufordern, bewerben sich mehr als 20 Demokraten um die Kandidatur ihrer Partei. Namentlich nannte Trump nur die beiden bislang aussichtsreichsten demokratischen Bewerber: den früheren Vizepräsidenten Joe Biden und den unabhängigen Senator Bernie Sanders, der sich schon 2016 um die Kandidatur für die Demokraten bemüht hatte. Beide potenziellen Herausforderer bedachte Trump mit den üblichen Schmähungen: Sanders nannte er den «verrückten Bernie» («Crazy Bernie»), Biden den «schläfrigen Joe» («Sleepy Joe»).

Bei den Republikanern gibt es ausser Trump bisher nur einen weiteren Kandidaten, der für die Partei in die Wahl ziehen will. Dabei handelt es sich um den früheren Gouverneur des US-Bundesstaats Massachusetts, Bill Weld. Ihm werden aber keine nennenswerten Chancen eingeräumt, Trump die Kandidatur der Republikaner streitig zu machen.

(chk/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Leser am 19.06.2019 06:14 Report Diesen Beitrag melden

    Wieder mit Fehler

    Weitere 6 Jahre? Wohl eher weitere 4 Jahre. Wer überprüft bei euch eigentlich eure Texte? Täglich mehrere Beiträge mit Fehlern. Viele Leser kritisieren dies schon seit langem. Das muss endlich ändern.

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  • M. Einig am 19.06.2019 04:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hollywood

    Die Amerikaner lieben sich und ihre Fassade, welche sie Leben nennen, und genau das liefert D.T. ihnen, eine Fassade.

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  • Desillu am 19.06.2019 07:08 Report Diesen Beitrag melden

    Grossartig?

    Was ist denn aktuell dort so grossartig? Er soll erst mal dafür sorgen, dass es mindestens BESSER WIRD. Grossartig ist Amerika aktuell jedenfalls absolut nicht ( von der Landschaft mal abgesehen ).

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Die neusten Leser-Kommentare

  • now news are good news! am 24.06.2019 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Die halbe Welt würde aufatmen

    Die täglichen Neuigkeiten von D.T, lassen hoffen, dass die restliche Amtszeit noch relativ gut überstanden wird und etwas mehr Ruhe einkehrt. Danach hoffentlich trotz intensivem Wahlkampf keine neue Amtszeit.

  • Filiberto am 21.06.2019 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    aus der Ferne übern Atlantik betrachtet

    USA weiterhin grossartig...wir werden nicht verlieren.. das sind vielversprechende Worte vom Amtsinhaber. Mal sehen, wie sich das Volk bei den nächsten Wahlen entscheidet und ihn nochmals 4 Jahre erträgt.

  • Hoo am 21.06.2019 10:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bdsser jemand anderes.

    Soll er Wahlkämpfen. Wenn DER nochmal gewählt wird, lernen die Amis wirklich nie dazu. Gleiches Beispiel Waffen. "Mehr Waffen sind gut". Später: "Kind erschiesst Vater"

    • Hektor Lektor am 21.06.2019 16:01 Report Diesen Beitrag melden

      @Hoo in Hochstimmung

      Ihre Stimmung ist geladen, doch einige Körnchen Wahrheit sind in den ersten zwei Sätzen im Text. Besser nächstes Mal redigieren und dann erst absenden.

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  • Rene Weller am 21.06.2019 07:44 Report Diesen Beitrag melden

    Wenigstens einer !

    Wenigstens liebt D.Trump sein Land das ihm Macht und Geld gibt ! Aber er wird gehasst weil er kein " Wir schaffen das " Fan ist ! Er passt nicht in den Bilderbergrahmen !

  • Marcel D. am 20.06.2019 19:09 Report Diesen Beitrag melden

    Trump - Einfach traurig

    Dieser Präsident lügt, verhält sich wie Gangster und hat eine unzivilisierte Sprache. Da kann man Amerika nur Glück wünschen für die Zukunft.

    • Ironika am 21.06.2019 16:04 Report Diesen Beitrag melden

      Das Trauerspiel setzt sich fort

      @Marcel D.: Erkennen Sie nicht in Rhetorik, Mimik und Gestik, dass D.T. sich grosse Mühe gibt, gut rüberzukommen?

    • Burger am 25.06.2019 15:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ironika

      Es ist und bleibt seine Frisur.... Denn nur Donald Trump, hat die Haare schön.

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