Modernster Flugzeugträger der Welt

23. Juli 2017 10:06; Akt: 24.07.2017 09:20 Print

Trump stellt teuerstes Kriegsschiff in Dienst

Die USS Gerald R. Ford bietet Platz für über 75 Jets und hat 13 Milliarden Dollar gekostet. «Unsere Feinde werden vor Angst zittern», so der US-Präsident.

Der erste seiner Klasse: Der neue Flugzeugträger «USS Gerald R. Ford». (22. Juli 2017) Video: Tamedia/AFP/U.S. Navy/US Military
Zum Thema
Fehler gesehen?

US-Präsident Donald Trump hat am Samstag den modernsten Flugzeugträger der Welt in Dienst gestellt. In einer Zeremonie auf dem Marinestützpunkt Norfolk (Virginia) pries er die amerikanische Militärmacht. Diese werde von keiner anderen übertroffen – «und mit jedem Tag unter meiner Regierung werden wir stärker und besser».

Der neue Flugzeugträger symbolisiere diese Stärke, so Trump weiter. Wenn der Flugzeugträger am Horizont erscheine, «werden unsere Alliierten beruhigt sein und unsere Feinde vor Angst zittern». Im Krieg wollten die USA keinen fairen Kampf, sondern genau das Gegenteil: «Wir bestehen auf dem Sieg, und wir werden den totalen Sieg haben – glaubt mir.»

«Wir werden stärker und besser»: Die Rede des US-Präsidenten. (22. Juli 2017) Video: Youtube/Weisses Haus

«Amerikanischer Stahl und amerikanische Hände» hätten eine 100'000 Tonnen schwere Botschaft an die Welt konstruiert, sagte der Oberbefehlshaber. Über dem Publikum prangte ein Banner: «Made in America». «Möge Gott dieses Kriegsschiff und alle, die auf ihm fahren, segnen.»

Später veröffentlichte der Präsident einen Teil seiner Rede auch auf Twitter – ausgeschmückt mit Musik und Zeitlupenaufnahmen von Matrosen.

Elektromagnetisches Katapultsystem

Die USS Gerald R. Ford – benannt nach dem 38. Präsidenten der USA – ist der erste Flugzeugträger einer neuen Klasse seit der Nimitz-Serie. Es ist das erste neue Design seit mehr als 40 Jahren.

Der US-Marine zufolge verfügt das rund 335 Meter lange atomgetriebene Schiff unter anderem über ein hochmodernes elektromagnetisches Katapultsystem zum Start von Flugzeugen und über weitaus mehr elektrische Kapazitäten als frühere Flugzeugträger.

Mit 2628 Matrosen sei die Besatzung kleiner als bisher üblich – dank neuer Technologien und Automatisierung. Insgesamt weise die USS Gerald R. Ford mehr als 20 neue Systeme auf und bietet Platz für über 75 Flugzeuge.

Einsatz erst in fünf Jahren

Gekostet hat das Schiff laut Medienberichten etwa 13 Milliarden Dollar und ist somit das teuerste Kriegsschiff der Welt. Geplant sind noch zwei weitere Flugzeugträger dieser Klasse, einer davon soll nach dem ermordeten Präsidenten John F. Kennedy benannt werden.

Die Entwicklung des neuen Flugzeugträgers hatte wegen der ausufernden Kosten für viel Kritik gesorgt, auch Trump hatte früher einmal das Budget für das Kriegsschiff in Frage gestellt. US-Senator John McCain, einer der schärfsten Kritiker, monierte neben der Kostenexplosion vor allem die Probleme mit der neuen Technik, mit der die Kampfjets schneller als bisher in den Himmel katapultiert werden sollen.

Die USS Gerald R. Ford soll nun noch mehrere Jahre lang getestet werden. Einsatzbereit wird sie erst 2020 sein, der erste tatsächliche Einsatz ist für 2022 vorgesehen.

Wichtig für US-Aussenpolitik

Die USA setzten Flugzeugträger jeweils als Kernstück einer Carrier Strike Group (CSG) ein. Solche Kampfverbände umfassen meist einen Flugzeugträger, mindestens einen Kreuzer und mehrere Zerstörer oder Fregatten – oft werden sie auch von U-Booten begleitet.

Die CSG sind ein zentrales Element der US-Aussenpolitik. Oft wird ein solcher Verband dazu benötigt, an den Küsten vor Konfliktherden Präsenz zu markieren. Sie patrouillieren aber auch entlang kritischer Routen und Punkte des Welthandels.

(mch/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Franz S. am 23.07.2017 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    nur mal ein kleider gedanke

    Würden die Amis mal zusätzlich 13 Milliarden in die BILDUNG investieren, würde dies so einige ihrer Probleme lösen.

    einklappen einklappen
  • Irene am 23.07.2017 13:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    13 Milliarden damit die Amis neue Kriege beginnen

    Wird eigentlich auch für den Frieden investiert?

    einklappen einklappen
  • Nico am 23.07.2017 13:04 Report Diesen Beitrag melden

    Naja 13 Mia....

    für ein Schiff der mit Amistahl gebaut wurde scheint mir doch überrissen. Hätten sie deutschen oder ital. Stahl genommen wäre es sicher billiger und solider geworden.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • X. Perte am 24.07.2017 17:28 Report Diesen Beitrag melden

    Wie einst das römische Reich

    Ohne Petro-Dollars (Made by the FED und bestehend aus Luft) verrostet der Kahn inkl. das gesammte US-Militär. Um das zu verhindern ziehen sie in einen Oel-Krieg nach dem andern...Konkurs Abwicklung oder so!

  • gound squirl am 24.07.2017 16:08 Report Diesen Beitrag melden

    Waffen sind nur so gut wie die Führung

    In Amerika ist ein "beiläufig" erwähnter Wunsch des POTUS als Befehl zu verstehen. Wir kennen das vom Dialog mit James Comey, dem Ex-Chef des FBI. Er hat es wieder getan. Er hat die 6500 Personen "gebeten" dem Kongress und dem Senat Druck zu machen um das offene Verteidigungs-Budget und die Gesundheitsversicherung zu genehmigen. Etwas viel Macht in der Hand einer Person, die vom POTUS in dritter Person spricht.

  • Werni am 24.07.2017 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Lachen ist gesund

    Ja da habe ich schon Angst, wenn die USS Gerald R. Ford im unteren Zürichseebecken wenden will. Aber dazu wird es nicht kommen denn in 5 Jahren ist die USA pleite.

  • Kritiker am 24.07.2017 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Schwimmende Zielscheibe

    Auch 100 Raketen von denen nur eine den Träger richtig treffen muss um ihn zu versenken kosten nur einen Bruchteil der 13 Mrd. Militärischer Blödsinn.

  • Kurt am 24.07.2017 10:00 Report Diesen Beitrag melden

    Man hätte viel machen können

    Och.. für 13 Milliarden hätte man jedem Amerikaner eine Krankenversicherung + was weis ich noch finanzieren können.