Mehrere Todesfälle

11. September 2019 21:32; Akt: 11.09.2019 21:32 Print

Trump erwägt Verbot von aromatisierten E-Zigis

Nach dem Rauchen von aromatisierten E-Zigaretten sind in den USA mehrere Personen an Lungenbeschwerden erkrankt und sechs gestorben. Nun will der Präsident die Zigis verbieten.

Bildstrecke im Grossformat »
Donald Trump erwägt, E-Zigaretten zu verbieten. E-Zigaretten gelten eigentlich als weniger schädlich als klassische Zigaretten. Doch ob das so stimmt, ist fraglich. Im Sommer 2019 kamen erstmals Meldungen auf, wonach mehrere Menschen in den USA mit unerklärten Atemwegserkrankungen ins Spital eingeliefert wurden. Sie alle hatten zuvor E-Zigaretten konsumiert. Viele der Betroffenen hatten Liquids mit dem psychoaktiven Cannabis-Wirkstoff THC konsumiert. Zwei Menschen verstarben in der Folge sogar. Trotzdem ist bislang unklar, was genau die Gesundheitsprobleme auslöst. Doch nun scheint es eine erste heisse Spur zu geben. Laut der «Washington Post» haben Untersuchungen der gerauchten Liquids einen Stoff in den Fokus gerückt, ... (Im Bild: einige der untersuchten Liquids) ... der die Atemwegserkrankungen auslösen könnte: Vitamin-E-Öl. Die Ermittler hätten den Stoff in Proben von Cannabisprodukten gefunden, die die Erkrankten zuvor geraucht hatten. In einigen US-Bundesstaaten ist der Verkauf von entsprechenden THC-Produkten erlaubt. Vitamin E kommt natürlicherweise in verschiedenen Nahrungsmitteln wie Ölen oder Nüssen vor. Doch der Stoff kann wegen seiner molekularen Struktur beim Einatmen gefährlich werden. Es ist nicht das erste Mal, dass über die Gefährlichkeit des E-Zigi-Konsums diskutiert wird. Studien zeigten, dass beim Verdampfen unter anderem freie Radikale und potenziell schädliche Chemikalien entstehen, die Entzündungen der Schleimhäute fördern und die DNA-Reparatur in den Zellen hemmen können. Derart erhöht sich auch das Krebsrisiko. Eine Arbeit von Stanford-Forschern zeigte ausserdem, dass auch die Auswahl des Aromas einen Einfluss auf die Gesundheit hat. Konkret wird die Ausschüttung von Entzündungsmarkern in den Zellen erhöht und das Zellwachstum beeinträchtigt, was zum Zelltod führen kann. Wie schwerwiegend die Folgen waren, hing stark vom Aroma ab. Als besonders schädlich entpuppten sich die Liquids mit Menthol- und Zimtaroma. Sie reduzierten die Überlebensrate der Zellen am deutlichsten, formulieren die Forscher. Laut den Wissenschaftlern zeigt die im «Journal of the American College of Cardiology» erschienene Studie deutlich, dass E-Zigis keine sichere Alternative zum Tabakrauchen darstellen. Konkret habe sich gezeigt, dass die Liquids Veränderungen bewirken, ... ... die stark an jene erinnern, die während der Entwicklung von Gefässkrankheiten auftreten. Das ist angesichts der steigenden Nutzerzahlen – vor allem bei jungen Personen – beunruhigend. Sucht Schweiz hat für die im März 2019 vorgestellten Zahlen über 11'000 Schüler im ganzen Land befragt. Dabei zeigte sich, dass Dampfen bei den 15-Jährigen weit verbreitet ist. Eine weitere aktuelle Studie aus den USA zeigt zudem: 32 Prozent der College-Studenten besitzen eine E-Zigarette, und 50 Prozent haben schon beobachtet, wie andere in der Vorlesung oder in der Bibliothek gedampft haben.

Zum Thema
Fehler gesehen?

US-Präsident Donald Trump erwägt ein landesweites Verbot von E-Zigaretten mit Aromastoffen. Trump sagte am Mittwoch vor Reportern im Weissen Haus, diese Zigaretten verursachten «grosse Probleme».

Umfrage
Rauchst du E-Zigaretten?

E-Zigaretten seien zu einem «grossen Geschäft» geworden. Doch dürfe nicht zugelassen werden, «dass Menschen krank werden» und «unsere jungen Leute betroffen sind». Nach Angaben von US-Gesundheitsminister Alex Azar sollen innerhalb der nächsten Wochen neue Regularien zu E-Zigaretten veröffentlicht werden.

Schwere Lungenerkrankungen

In den USA gibt es derzeit eine Welle schwerer Lungenerkrankungen, bei denen die Behörden einen möglichen Zusammenhang mit dem Konsum von E-Zigaretten vermuten. Mindestens sechs der betroffenen Patienten starben. Viele der Erkrankten sind junge Menschen.

E-Zigaretten sind unter jungen Leuten in den USA weit verbreitet. Schätzungen zufolge nutzen dort rund 3,6 Millionen Schüler diese batteriebetriebenen Geräte, in denen nikotinhaltige Flüssigkeit verdampft wird. Besonders beliebt unter jungen Leuten in den Vereinigten Staaten sind mit süsslichen Aromastoffen versetzte E-Zigaretten.

Der Bundesstaat Michigan hatte deshalb kürzlich bereits ein Verbot von E-Zigaretten mit Aromastoffen angekündigt. Die US-Gesundheitsbehörde CDC wiederum empfahl vor einigen Tagen den vorläufigen Verzicht auf die Dampfgeräte, solange die Ursachen der Krankheitswelle nicht geklärt seien.

(doz)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • tobsta lobbsta am 11.09.2019 20:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    dringendes problem

    Klar... Wieviele Menschenleben jährlich aufgrund Alkohol- Tabakkonsum... Medikamentenmissbrauch.... Schusswaffen, Verkehrsumfälle abr definitiv 6 tote amerikaweit im Jahr... Dies ist cheffsache und MUSS verboten werden... Liebe e-ziggi industrie... Ihr solltet dringend mehr zaster fürs Lobbying budgetieren...

  • Hugo Bart am 11.09.2019 21:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Peng

    Ob sich DT wohl schon mal Gedanken gemacht hat, wieviele Menschen beim Gebrauch von Schusswaffen gesundheitliche Schäden erleiden?

    einklappen einklappen
  • MiKü2 am 11.09.2019 22:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lobbyismus pur...

    Wow - x-fach mehr Tote an einem "normalen" Wochenende durch Schusswaffen, aber das ist okay. Da wird wohl die traditionelle Tabak-Industrie mal die Kontakte zum weissen Haus genutzt haben...dafür kriegt der Typ mit dem toten Wiesel auf dem Kopf wieder üppige Wahlkampf-Gelder...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Patrick.W am 12.09.2019 22:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja Genau

    Doch nich so harmlos nur weil die grössten hersteller von nikotin plaster spray und kaugummis amis sind... in ganz europa und der rest der welt gibt es keine vergleichbaren fälle

  • Mani64 am 12.09.2019 21:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klar weil sonst die Tabakindustrie in den USA weni

    Wieviel Tote hat es durch Amokschützen gegeben? Und wurde etwas in den USA geändert.? Nein, weil damit Geld verdient wird in den USA. Hat es Trump gestört, wieviele durch das Rauchen von Zigaretten sterben? Nein, weil damit Geld verdient wird in den USA. Stört ihn die E Zigarette? Klar, weil er annehmen muss, dass ein grosser Teil davon nicht in den USA produziert wird. Alles klar, für mich zumindest...

  • KALLY am 12.09.2019 16:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gift bleibt Gift

    Mein Sohn wollte auch anfangen zu Dämpfen,denn wie er sagt,alle seines Alters machen es. Ich hoffe ich konnte ihn mit einigen Infos über die Inhaltsstoffe davon abhalten.Ich sagte ihm das ich es nicht Ok finde ,wenn er sich Sachen wie Formaldehyd und andere grausig klingende Inhaltsstoffe in die Lunge zieht.Mit der Info ,mit Formaldehyd werden Leichen präpariert.Hat mein 15 Jähriger Sohn mir mit aufgerissenem Mund versprochen,es zu lassen.Ich habe keine Kontrolle.Aber das seine Kollegen diese Info bekommen haben,hat mir schon ein Vöglein gezwitschert.

  • Dumeng Kibinsky am 12.09.2019 15:22 Report Diesen Beitrag melden

    Schuldfrage????

    Ich fahr mit meinem Auto die bekieste Auffahrt rauf in die Garage. Schliesse das Tor von innen und steck einen Gartenschlauch in den Auspuff, der durch einen kleinen Spalt bei hinteren Fenster in den Fahrgastraum reicht. Ich setz mich ins Auto, lass den Motor laufen und denke, wird schon nix passieren, das Fenster ist ja einen Spalt weit auf. ... Wer ist nun Schuld? Der Schlauch, die Garage, das Auto? Oder die Auffahrt? Ich bin dafür, die Kiesmenge auf Auffahrten zu regulieren (vor allem die Farbe des Kieses) oder besser ganz zu verbieten.

  • Maze am 12.09.2019 14:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Angstmacherei

    Gehen wir davon aus das zB 10 Mio Menschen in den USA täglich Vapen. Bei 6 Todesfällen, ob indirekt oder direkte Auswirkung, sind dies 0.00006 %. Das ist deutlich tiefer als der Schwellen bei vielen Medikamenten.