25. April 2005 10:20; Akt: 25.04.2005 10:21 Print

Tschechien: Gross tritt zurück

Der wegen einer Immobilienaffäre unter Druck geratene tschechische Ministerpräsident Stanlislav Gross ist am Montag zurückgetreten. Das Präsidialamt teilte mit, Gross habe seine Demission Präsident Vaclav Klaus übergeben.

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Mit dem Rücktritt Gross gilt die tschechische Regierungskrise als beendet. Vor der Demission von Gross legten bereits die drei bisherigen Koalitionsparteien ihren Streit bei und einigten sich auf eine Neuauflage des Ende März zerbrochenen Bündnisses.

Die Vorsitzenden von Sozialdemokraten, Christdemokraten und Liberalen unterzeichneten am Montag eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit bis zur Parlamentswahl im Juni 2006.

Die Regierungskrise war entstanden, nachdem tschechische Medien im Januar über einen umstrittenen Immobilienkauf des Regierungschefs berichtet hatten.

Der 35-jährige Gross konnte bislang nicht glaubhaft erklären, woher das Geld für den 1999 abgewickelten Immobilienerwerb stammt. Laut Presseberichten hatte der erst seit 2004 amtierende Regierungschef dafür rund 140 000 Euro (216 000 Franken) aus unklaren Quellen gezahlt.

Den Rücktritt des Sozialdemokraten hatten Liberale und Christdemokraten zur Bedingung für eine Fortsetzung der seit drei Jahren amtierenden Koalition gemacht. Die Nachfolge von Gross soll der 52-jährige Jiri Paroubek antreten.

(sda)