Im Gefängnis

13. Januar 2020 18:30; Akt: 13.01.2020 18:30 Print

Wut über Hochzeit von U-Boot-Mörder Madsen

Der dänische Tüftler Peter Madsen sitzt wegen des Mordes an Kim Wall in seinem selbstgebauten U-Boot im Gefängnis. Dort hat er sich in eine russische Aktivistin verliebt.

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Der heute 49-jährige Däne Peter Madsen sitzt wegen Mordes im Gefängnis. (Archivbild) Ist an Bord seines U-Boots gestorben: Die schwedische Journalistin Kim Wall. Nun scheint sich Madsen (r) neu verliebt zu haben. Und das ist sie: Die 39-jährige Russin Jenny Curpen. Sie hat Curpen nach eigenen Angaben am 19. Dezember 2019 im Gefängnis geheiratet. Nachdem sie dies bekannt gegeben hatte, folgte ein Shitstorm. Denn der grausame Mord hatte weltweit für Entsetzen gesorgt. Das bewies auch der grosse Andrang am ersten Prozesstag, 8. März 2018, vor dem Gerichtsgebäude in Kopenhagen. Peter Madsen gab in einem Verhör zu, Walls Leiche zerstückelt und über Bord geworfen zu haben. Taucher standen im Einsatz, nachdem der Torso der Toten gefunden wurde. (23. August 2017) Der schwedische Seerettungsdienst suchte in der Lundakra-Bucht nach der schwedischen Journalistin. Polizeichef Jens Moeller informierte die Medien in Kopenhagen über den Fall. Auch Zwei Jahre später sorgt der Fall bei den Dänen für Empörung. Die Polizei suchte entlang der dänischen Küste in der Nähe von Kopenhagen. (21. August 2017) Dänische Sicherheitskräfte unterstützten die Polizei bei der Suche. (21. August 2017) Madsen hatte angegeben, Walls Tod sei ein Unfall gewesen. Die Richter sahen das anders. Spezialisten der Polizei untersuchten das U-Boot UC3 Nautilus im Hafen von Kopenhagen. U-Boot am Trockenen: Mithilfe von Tauchern konnte die UC3 Nautilus vor der dänischen Küste geborgen werden. Polizeiliche Untersuchung: Der Ermittlungsleiter der Kopenhagener Polizei sagte vor den Medien, dass es so aussehe, als habe eine bewusste Handlung das U-Boot zum Sinken gebracht. (13. August 2017) Der Erbauer und Besitzer des U-Bootes: Peter Madsen. Grösstes selbst gebautes U-Boot der Welt: Die UC3 Nautilus ist knapp 18 Meter lang und 38 Tonnen schwer. Madsen erklärte, er habe aufgrund «technischer Schwierigkeiten» keinen Funkkontakt aufbauen können. Wegen eines Problems im Ballasttank sei die Nautilus schliesslich gesunken.

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Im April 2018 ist der 49-jährige Däne Peter Madsen wegen Mordes an der Journalistin Kim Wall zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Fall hatte weltweit schockiert: Madsen hatte Wall in einem selbstgebauten U-Boot gefoltert, getötet und dann zerstückelt. Die Leichenteile warf er über Bord. Vor Gericht hatte der Tüftler angegeben, der Tod der Journalistin sei ein Unfall gewesen. Doch die Richter kamen zu einem anderen Schluss und verurteilten ihn zur Gefängnisstrafe.

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Hinter Gitter scheint sich der 49-Jährige nun verliebt zu haben. Am 19. Dezember hat er die russische Aktivistin Jenny Curpen geheiratet, wie das dänische Portal BT berichtet. Die beiden seien mehrere Monate in Kontakt gestanden.

Curpen stammt ursprünglich aus Moskau, hat jedoch als politische Aktivistin in Dänemark Asyl erhalten. Die Trauung fand im Herstedvester Gefängnis statt.

Trotz seiner grausamen Tat scheint Madsen ein Frauenheld zu sein: Als er ins Gefängnis kam, war er noch verheiratet. Seine damalige Frau liess sich nach der Verurteilung jedoch scheiden. Anschliessend soll sich eine Gefängniswärterin in ihn verliebt haben. Sie gab ihren Job daraufhin auf. Auch weitere Frauen sollen eine Liaison mit Madsen gepflegt haben.

Curpen scheint nun aber die Eine zu sein: Am Mittwoch postete sie auf Facebook ein Bild des Schlüssels zum Gefängnis-Besucherraum. Zwei Stunden habe sie nach der Hochzeit allein mit Madsen verbringen dürfen, berichten die Medien.

Die News zum neuen Liebespaar sorgen aber für scharfe Kritik. Curpen wird auf Social Media mit wüsten Kommentaren zugeschüttet. «Was zur Hölle ist los mit dir?», heisst es etwa. Oder: «Du wirst die Entscheidung bereuen, einen Killer geheiratet zu haben. Ich wette, du wirst in der Zukunft eines seiner Opfer.» Die Tatsache, dass Curpen zweifache Mutter ist, sorgt für weitere Empörung: «Was für eine Mutter bist du, dass du deine Kinder in eine solche Gefahr bringst?», fragt eine Facebook-Nutzerin.

«Ich bin stolz auf ihn und die 49 Jahre seines Lebens, ausser einem Tag, der eine Tragödie war und immer sein wird.»

Nach dem Aufschrei sah sich Curpen offensichtlich gezwungen, sich zu verteidigen. In einem Post wandte sie sich an ihre Kritiker und Freunde: «In den letzten 15 Stunden habe ich Tausende seltsame, dumme, absurde oder aggressive Kommentare, Nachrichten und Drohungen physischer Natur von vielen sogenannten normalen, gesetzestreuen, guten Menschen – Männer und Frauen – erhalten, die Gewalt so hassen, dass sie bereit sind, meinen Ehemann und mich zu töten.»

Weiter schreibt Curpen: «Ich liebe und respektiere meinen Mann. Ich bin stolz auf ihn und die 49 Jahre seines menschlichen und professionellen Lebens, ausser einem Tag, der eine Tragödie war und immer sein wird. Mein Mann beging ein schreckliches Verbrechen und wurde dafür bestraft. Dass ich ihn persönlich kenne, gibt mir das Recht zu sagen, dass ich glücklich bin mit dem schönsten, klügsten, talentiertesten, hingebungsvollsten und einfühlsamsten Mensch und Mann.» Madsen sei eines von zwei Opfern dieses Verbrechens. «Am Leben zu bleiben war Strafe allein für ihn, nicht Belohnung, nicht Glück.»

Die Erklärung kommt jedoch bei den Kritikern nach wie vor schlecht an: «Opfer? Dein Mann ist ein Opfer? Du tust mir leid. Hast du an Kims Familie gedacht», schreibt beispielsweise eine Nutzerin. «Du brauchst dringend Hilfe», findet ein Nutzer. Andere posteten in den Kommentaren ein Bild von Kim Wall und schreiben: «Das ist das einzige Opfer.»

(vro)