Bericht zu Hariri-Mord

17. August 2011 16:05; Akt: 17.08.2011 16:13 Print

UNO-Tribunal beschuldigt Hisbollah

2005 ist der damalige libanesische Ministerpräsident Rafik Hariri bei einem Bombenattentat ums Leben gekommen. Das UNO-Sondertribunal wirft vier Hisbollah-Mitgliedern Mittäterschaft vor.

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Das UNO-Sondertribunal hat vier Hisbollah-Mitglieder im Verdacht, Wege vom früheren Ministerpräsidenten Rafik Hariri ausspioniert zu haben. (Bild: Keystone/AP)

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Das UNO-Sondertribunal zur Klärung des Mordes an dem libanesischen Ministerpräsidenten Rafik Hariri hat vier Hisbollah-Mitglieder der Mittäterschaft beschuldigt, aber keinen Hauptverdächtigen benannt. Die 47-seitige Anklageschrift wurde am Mittwoch in Leidschendam in den Niederlanden veröffentlicht, wo das US-Sondergericht für den Libanon seinen Sitz hat.

Die Staatsanwälte analysierten für ihre Anklageschrift ein enormes Netzwerk von Telefonaufzeichnungen und leiteten daraus eine mutmassliche Mittäterschaft von vier Mitgliedern der Hisbollah-Miliz ab, die vom Iran unterstützt wird. Sie wurde veröffentlicht, nachdem das Gericht in der vergangenen Woche mitgeteilt hatte, die libanesischen Behörden seien nicht in der Lage gewesen, den vier Verdächtigen die Anklageschrift zuzustellen. Die Hisbollah hat eine Beteiligung an dem Attentat vom 14. Februar 2005 zurückgewiesen und erklärt, sie werde die Verdächtigen nicht ausliefern. Das Tribunal könnte gegen sie aber auch in Abwesenheit verhandeln.

23 Menschen getötet

Bei dem Bombenanschlag auf Hariri wurden insgesamt 23 Menschen getötet, darunter ein Selbstmordattentäter. Die Anklageschrift zählt Ergebnisse der sechsjährigen Ermittlungen im Libanon auf. So seien Hariris Wege über mehrere Wochen ausgespäht worden, um die Route seiner Fahrzeugkolonne und den Platz seines Wagens darin herauszufinden. Bei dem Attentat wurden 2500 Kilogramm Sprengstoff gezündet.

In der Präambel der Schrift räumt die Anklage ein, keinen konkreten Beweis für eine direkte Täterschaft der vier Verdächtigen zu haben. Staatsanwalt Daniel Bellemare sagte, mit der Anklage würden «viele Fragen» über den Anschlag beantwortet. «Die ganze Geschichte wird sich aber erst im Gerichtssaal entfalten, in dem ein offenes, öffentliches, faires und transparentes Verfahren zu einem abschliessenden Urteil kommen wird.»

(ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hansi Humpel am 17.08.2011 16:48 Report Diesen Beitrag melden

    Immer die anderen

    Jaja, aber von den Massenmorden! was die UNO anstellt wird ja nix berichtet...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hansi Humpel am 17.08.2011 16:48 Report Diesen Beitrag melden

    Immer die anderen

    Jaja, aber von den Massenmorden! was die UNO anstellt wird ja nix berichtet...