Schweigeminute

22. Dezember 2011 23:50; Akt: 23.12.2011 13:20 Print

UNO gedenkt Kim Jong-Il

Die UNO-Vollversammlung rang sich am Donnerstag zu einer Trauerminute für Nordkoreas verstorbenen Führer Kim Jong-Il durch. Voraus ging eine längere Diskussion.

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In Nordkorea ist die Trauer nach wie vor riesig, wie das Bild zeigt, das die Behörden am 22. Dezember veröffentlichten. (Bild: Reuters)

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Erst nach einer längeren Debatte hat sich die UNO-Vollversammlung am Donnerstag auf eine Schweigeminute für den verstorbenen nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-il verständigen können. Zu Beginn einer Sitzung in New York erklärte der Präsident der Versammlung, Nassir Abdulasis al-Nasser, es sei seine «traurige Pflicht», über den Tod des langjährigen Machthabers zu informieren.

Den UNO-Botschafter Pjöngjangs beauftragte er, Beileidsbekundungen an seine Regierung sowie an das nordkoreanische Volk weiterzugeben. Die Delegationen der USA, Japans und mehrerer europäischer Staaten hatten es zuvor abgelehnt, dem kommunistischen Führer eine formelle Ehrung zu erweisen. Die Schweigeminute war für 21 Uhr Schweizer Zeit angesetzt.

Zwei Drittel blieben der Würdigung fern

Nasser hatte die Aktion als «protokollarischen Akt» bezeichnet. An der Würdigung Kims nahm letztlich aber lediglich ein knappes Drittel der 193 Mitgliedstaaten teil. Kim sei «zweifellos für den Tod Zehntausender Menschen verantwortlich», begründete ein westlicher Diplomat den Boykott. «Das ist kein Vorbild für die UNO», erklärte er.

Kim war am Samstag an einem Herzinfarkt gestorben, sein Tod wurde jedoch erst zwei Tage später bekannt gegeben. In Nordkorea wird sein Tod seither in Massenveranstaltungen betrauert. International war Kim äusserst umstritten. Insbesondere das Atomprogramm des weitgehend isolierten Landes sorgt für Besorgnis.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tra Urig-Il am 23.12.2011 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig so eine Pflicht...!

    Nassir Abdulasis al-Nasser, es sei seine «traurige Pflicht», über den Tod des langjährigen Machthabers zu informieren. WIE HAT ER DAS WOHL GEMEINT? Er sei traurig, dass er diese Pflicht hat, oder wie oder wohl oder doch!

  • Hardliner am 23.12.2011 08:17 Report Diesen Beitrag melden

    wie kann man nur

    einen solchen Despoten noch ehren

    einklappen einklappen
  • Hans Eberle am 23.12.2011 09:17 Report Diesen Beitrag melden

    Mitspielen

    Nicht zu fassen wie die ganze Welt in dieser angeordneten Trauerorgie mitspielt. Wenn man schon nicht provozieren will, wäre doch ein bisschen Zurückhalten ein klares Zeichen! Dies gilt auch für die Schweizer Medien!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tra Urig-Il am 23.12.2011 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig so eine Pflicht...!

    Nassir Abdulasis al-Nasser, es sei seine «traurige Pflicht», über den Tod des langjährigen Machthabers zu informieren. WIE HAT ER DAS WOHL GEMEINT? Er sei traurig, dass er diese Pflicht hat, oder wie oder wohl oder doch!

  • christianovic am 23.12.2011 09:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Je schlimmer ein Mensch ist desto bekannter wird er und geehrt wird er auch noch dazu... mhm...

  • Kurt Fröhlich am 23.12.2011 09:25 Report Diesen Beitrag melden

    trauerspiel

    eine trauerminute für einen diktator?! welch trauerspiel der UNO.

  • El Pollo Loco am 23.12.2011 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    Sonst noch was?

    D.h. ca. 60 Nationen haben einem Diktator der übelsten Sorte die Ehre erwiesen?!

  • Hans Eberle am 23.12.2011 09:17 Report Diesen Beitrag melden

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    Nicht zu fassen wie die ganze Welt in dieser angeordneten Trauerorgie mitspielt. Wenn man schon nicht provozieren will, wäre doch ein bisschen Zurückhalten ein klares Zeichen! Dies gilt auch für die Schweizer Medien!