Libyen

05. März 2011 11:39; Akt: 21.03.2011 15:54 Print

UNO soll Bombardierungen stoppen

Frankreich und Grossbritannien arbeiten offenbar daraufhin, bei der UNO eine Flugverbotszone über Libyen durchzusetzen. Das würde den Rebellen Auftrieb geben.

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Am verkündet die Übergangsregierung Libyens offiziell die Befreiung des Landes. Am wird Muammar Gaddafi in Sirte gefangen und getötet. : In der Nacht auf Montag nehmen die Rebellen den Grünen Platz im Zentrum von Tripolis ein. Dort feiern Aufständische und Bewohner gemeinsam den Einmarsch. Auf dem Platz demonstrierten zuvor monatelang die Gaddafi-Getreuen. Aufständische bejubeln die Einfahrt in eines der Aussenquartiere der Hauptstadt Tripolis. In Bengasi feiern libysche Rebellen zusammen mit tausenden Menschen auf dem Tahrir-Platz die militärischen Erfolge ihrer Mitstreiter. Die Aufständischen erobern Brega und Sawija. Damit stehen sie nur noch wenige Kilometer von Tripolis entfernt: Auf dem Bild feiern Rebellenkämpfer die Eroberung Sawijas. Am mobilisieren die Rebellen ihre Kräfte im Westen des Landes. Ihr Ziel ist die Stadt Sawija. Am stirbt der Militärchef der Rebellen Abdel Fatah Junis. Die Urheber des Mordes sind nicht bekannt. : Libysche Rebellen und Angestellte der Botschaft übernehmen die libysche Botschaft in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. : Libysche Rebellen dringen in der strategisch wichtigen Stadt Brega in Wohngebiete vor. : Ein libyscher Junge schlägt in der Rebellenhochburg Misrata mit einem Schuh auf ein Porträt des Machthabers Muammar al-Gaddafi ein. : Die diplomatischen Bemühungen laufen auf Hochtouren. Der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrates Mahmoud Jibril trifft in Brüssel auf den Europaratspräsidenten Herman Van Rompuy. Saif al Islam Gaddafi Sagt am 11.7.2011: «Die Wahrheit ist, dass wir mit Frankreich verhandeln und nicht mit den Rebellen». : Strassenkunst in Bengasi: Gaddafi wird von einer Krake gefressen. : Noch geniesst Machthaber Muammar al-Gaddafi auch Unterstützung in der Bevölkerung. «Gott, Gaddafi und Libyen» ist auf den Händen dieses Mädchens in Tripolis zu lesen. Andere halten Porträts mit dem Despoten in die Höhe. Am erlässt der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag einen Haftbefehl gegen Gaddafi und seinen Sohn Saif al-Islam. Der libysche Justizminister Mohammad al-Kamudi verurteilt den Haftbefehl als ein «Werkzeug der westlichen Welt». Zahlreiche Top-Fussballer Libyens laufen zu den Aufständischen über. Seit einigen Tag steht Tripolis unter ständigem Beschuss. NATO-Jets greifen auch tagsüber an. Die Ungeduld lässt die Rebellen bisweilen fatale Fehler begehen: Sie greifen ohne Marschbefehl an. Die Zahl der Opfer ist daher in den vergangenen Tagen gestiegen. Wie die UNO am mitteilt, wurde in Libyen systematisch vergewaltigt. Den Befehl dazu soll Muammar Gaddafi selbst gegeben haben. Am gehen wieder viele Bomben auf Tripolis nieder. Muammar Gaddafi sprach wieder am TV: «Wir werden nicht kapitulieren». Im Krieg in Libyen setzt die NATO erstmals Kampfhelikopter ein. Jacob Zuma ist in Tripolis eingetroffen. Er will im Konflikt vermitteln. Libysche Rebellen beklagen, dass ihnen das Geld ausgehe, weil die finanzielle Unterstützung aus dem Ausland ausbleibe. Die NATO führt ihre Angriffe auf die Hauptstadt Tripolis fort. Durch ihre Bomben sterben laut Regierung drei Menschen. 150 werden verwundet. Am fliegt die NATO Luftangriffe auf den Hafen von Tripolis und zerstört sechs libysche Kriegsschiffe. Am . Es ist aber unklar, ob die Bänder aktuell sind. fordert Muammar Gaddafi zum sofortigen Rücktritt auf. Bei einem Nato-Angriff am soll sich während des Angriffs im Haus seines Sohnes befunden haben, blieb aber unverletzt. gegen sie einsetzt. aus. seine Beteiligung an den Luftangriffen zu. worden. (Bild), Adschabija und Brega wird immer heftiger gekämpft. Tausende hoffen auf ihre Ausreise. Im Bild: Aus Misrata evakuierte Viele Flüchtlinge kommen auf dem Weg zur italienischen Insel Lampedusa ums Leben. (r.) einen Friedensplan der Afrikanischen Union (AU). Die Rebellen bestehen auf dem sofortigen Rücktritt Gaddafis. NATO-Kampfflugzeuge bombardieren erneut versehentlich Fahrzeuge der Anti-Gaddafi-Milizen. Die Kritik der Rebellen an den NATO-Einsätzen wird lauter. haben Flugzeuge der internationalen Koalition einen libyschen Militärkonvoi angegriffen. Die libysche Regierung gibt sich zu Reformen bereit. Die Afrikanische Union fordert einen Waffenstillstand. verlängern ihre Beteiligung am internationalen Militäreinsatz in Libyen auf Bitten der NATO. Die Suche nach einer diplomatischen Lösung wird verstärkt. unterstützen die Aufständischen nicht nur mit Luftangriffen, sondern auch durch CIA-Beamte. Diese hätten unter anderem nach dem Absturz des US-Kampfjets Hilfe geleistet, heisst es. tritt von seinem Amt zurück und setzt sich nach England ab. Gaddafis Truppen erobern derweil Ras Lanuf und Brega zurück. und nähern sich Gaddafis Geburtsstadt Sirte. ein und erringen damit den ersten grossen Sieg seit Eingreifen der Koalition. Ebenfalls am Journalisten in Tripolis, sie sei von Gaddafi-Leuten vergewaltigt worden. Nachdem die Koalition die Luftwaffe Gaddafis zerstört hat, sollen Angriffe auf Gaddafi-Truppen rund um Tripolis, Misrata und das ebenfalls heftig umkämpfte Adschdabija verstärkt werden. Am Abend des in Tripolis der Öffentlichkeit und ruft einmal mehr zum Kampf gegen die «Kreuzzügler» auf. Ein US-Kampfjet vom Typ F-15 Eagle stürzt in der Nähe der Rebellenstadt Bengasi auf einem Feld ab. Die beiden Besatzungsmitglieder konnten sich mit dem Schleudersitz retten. Am Abend des In der Stadt war nach Einbruch der Dunkelheit das Feuer von Flugabwehrgeschützen zu hören. Damit begann die dritte Nacht alliierter Luftangriffe gegen Libyen. Siegestrophäe à la libyenne: Aufständische haben am in der Nähe der befreiten Stadt Bengasi einen von den Allierten zerstörten Panzer mit einem rauchenden Schafskopf «geschmückt». Französische Kampfjets zerstören Militärfahrzeuge der Regierungstruppen auf einer strategisch wichtigen Strasse zur Rebellen-Hochburg Bengasi. eröffnet Frankreich das Feuer in Libyen. Danach feuern amerikanische und britische Kriegsschiffe im Mittelmeer 112 Tomahawk-Marschflugkörper ab. Im Bild: Eine Rafale im französischen St-Dizier. eine militärische Intervention abgesegnet hat. Zahlreiche Regierungschefs und Aussenminister sind in der französischen Hauptstadt zusammen. Gastgeber Nicolas Sarkozy kündigt im Anschluss baldige Militärschläge gegen Libyen an. warnt Muammar Gaddafi vor weiterer Gewalt gegen die Zivilbevölkerung. Überall in Südeuropa werden Luftstreitkräfte zusammengezogen: Dänische F-16-Jets landen im sizilianischen Sigonella, um ein Flugverbot über Libyen durchzusetzen. Der Flugzeugträger «CharlesDe Gaulle» kreuzt im Mittelmeer. über Libyen zu. hat diese bereits im Vorfeld befürwortet. Gleichentags haben die Regierunstruppen die Ölstadt Ras Lanuf wieder eingenommen. US-Geheimdienstchef James Clapper (Bild) rechnet vor einem Militärausschuss des US-Senats mit einem Sieg Gaddafis. Derweil bereiten die USA, Grossbritannien und die NATO militärische Optionen vor. Die EU will ihre Sanktionen ausweiten und die UNO ermittelt gegen Gaddafis Truppen wegen Folter. Die libyschen Rebellen geraten immer stärker unter Druck: Gaddafis Truppen sind nur noch eine Stadt von der Rebellen-Hochburg entfernt. Der Diktator beschimpft immer wieder die Rebellen und den Westen. Ein Rebell schiesst mit einem Maschinengewehr auf Gaddafis Luftwaffe. Mittlerweile haben über 213000 Gastarbeiter das Land verlassen: Somalier im Auffanglager bei Ras Ajdir an der libysch-tunesischen Grenze. Gaddafis Truppen verteidigen Sirte und versuchen, Misrata und Bin Jawad zurückzuerobern. Auf der Mittelmeerinsel Kreta ziehen die USA und andere NATO-Staaten starke Einheiten zusammen. (Bild) werden Zeltlager errichtet. Regierungstruppen und Aufständische kämpfen erbittert um stratigisch wichtige Städte. Am warnt die USA und die NATO vor einem militärischen Eingreifen. Ausserdem sagt er, dass er seit 1977 keine politische Macht mehr innehabe. Die Regimegegner formieren sich immer mehr zu Kampftruppen. Hier lernen Freiwillige, wie man gegen Kampfflugzeuge kämpft. Das 75 000 Menschen gestrandet. Die hat die lybische Opposition in Bengasi einen Übergangnsrat gegründet. scharenweise vor den Unruhen aus Libyen: Ägypter erreichen am 27. Februar die Grenze zu Tunesien. Am Einreisesperren gegen den Gaddafi-Clan, sperrt dessen Konten und verhängt ein Waffenembargo gegen Libyen. Ein weiterer TV-Auftritt von gegen den Gaddafi-Clan aus. Am Nachmittag des via Telefon im Staats-TV und bezeichnet die Demonstrationen als «kindisch». Derweil hält der Exodus von Ausländern aus Libyen an, das Regime geht weiter brutal gegen Demonstranten vor. Nach Bengasi und Tripolis gehen die Menschen auch in auf die Strasse: Aufständische haben eine Polizeistation in Beschlag genommen. im Staatsfernsehen mit einer wirren Rede zu Wort. Es ist sein erster öffentlicher Auftritt, nachdem bei Zusammenstössen zwischen Regierungsgegnern und Sicherheitskräften in wenigen Tagen hunderte von Menschen getötet worden sind. Der Aufstand in der arabischen Welt erfasst im

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Aurel Stevens
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Danke für Ihr Interesse an der Berichterstattung über die Ereignisse in Libyen. Wir hoffen, Sie lesen morgen wieder mit.
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Die wichtigsten Ereignisse vom Samstag in Kürze:


Die Stadt Sawija in der Nähe von Tripolis war am Samstag heftig umkämpft. Die Rebellen haben mehrere Angriffe der Regierungstruppen zurückgeschlagen. Es gab mindestens 30 Tote.


Mit Bin Jawad> haben die Rebellen eine weitere Küstenstadt unter ihre Kontrolle gebracht. Die Stadt liegt in der Nähe von Gaddafis Heimatstadt Sirte, eine Hochburg von Gaddafi-Anhängern.


Die USA und andere NATO-Staaten zogen starke Einheiten auf dem Stützpunkt von Souda im Westen der Mittelmeerinsel Kreta zusammen.


In der Hafenstadt Benghasi, die von den Aufständischen kontrolliert wird, ist in der Nacht zum Samstag ein riesiges Munitionslager explodiert. Dabei kamen 27 Menschen ums Leben.
21:37
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Mit einer riesigen Menschenkette um die Hauptstadt Manama sind die Proteste in Bahrain am Samstag in die dritte Woche gegangen. Hand in Hand demonstrierten Männer und Frauen zu Tausenden friedlich gegen die sunnitische Führungsschicht, der sie Diskriminierung der schiitischen Bevölkerungsmehrheit vorwerfen. Polizei war nicht zu sehen.

Erst am Donnerstag waren bei Zusammenstössen zwischen Anhängern der zwei islamischen Glaubensrichtungen mehrere Menschen verletzt worden.
21:26
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Aufständische im Osten Libyens haben am Samstag nach eigener Darstellung ein Kampfflugzeug der Luftwaffe des Landes abgeschossen. Das Flugzeug sei bei Ras Lanuf getroffen worden, sagte ein Kämpfer der Rebellen.

Einem Reuters-Reporter wurde ein abgeschossenes Flugzeug gezeigt. Den Piloten sei der Kopf zum Teil abgerissen worden.

Aufständische hatten am Vortag die Stadt eingenommen. Flugzeuge und Helikopter von Machthaber Muammar Gaddafi überflogen seither wiederholt Stellungen der Rebellen. Diese beschossen die Flugzeuge.
20:11
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Der sogenannte Nationalrat, den die Rebellen im von ihnen kontrollierten Osten des Landes ins Leben gerufen haben, hat heute zum ersten Mal getagt. Er hat sich zum alleinigen Repräsentanten Libyens erklärt und forderte die Staatengemeinschaft auf, eine Flugverbotszone einzurichten und Gaddafi daran zu hindern, «sein eigenes Volk zu bombardieren».

Bislang hat Gaddafi seine 250 Kampfjets eher zurückhaltend eingesetzt. Dies wohl im Wissen, dass Bombardierungen die internationale Staatengemeinschaft auf den Plan rufen würde. Eine Flugverbotszone würde den Rebellen Auftrieb geben.

Der französische Aussenminister Alain Juppé hat am Samstagabend gesagt, er wolle beim UNO-Sicherheitsrat zusammen mit Grossbritannien eine Resolution für eine Flugverbotszone über Libyen durchsetzen.
19:45
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Die regierungstreuen Kräfte haben die Rebellen in Sawija offenbar eingekesselt. Verschiedene Quellen berichten, dass am Samstag in Sawija an die 30 Menschen getötet wurden. Damit steigt die Zahl der Opfer in der umkämpften Küstenstadt auf 60.
18:13
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Einer BBC-Analyse zufolge ist Sawija die Schlüsselstadt zur Verteidigung der rund 50 Kilometer entfernten Hauptstadt Tripolis. Deshalb hätten die Regierungstruppen einen neuen Anlauf zur Rückeroberung der Stadt unternommen.

Laut BBC konnten Gaddafis Truppen den zentralen Platz in Sawija noch nicht besetzen. Die Rebellen halten dem Ansturm mit zuvor erbeuteten Panzern offenbar noch stand.
17:55
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Ein Augenzeuge berichtet der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Panzer das Feuer auf eine Moschee in Sawija eröffnet haben. «Sie feuern einfach auf alles», so der Bewohner der Stadt. Aus der Moschee könne wegen des schweren Beschusses niemand gerettet werden.
16:48
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Die Truppen Gaddafis sind nach Augenzeugenberichten in die umkämpfte Stadt Sawija eingerückt. Panzer seien in die Stadt vorgedrungen und hätten das Feuer auf Häuser eröffnet, hiess es aus übereinstimmenden Quellen. Nach Angaben eines Arztes wurden bei der Militäroffensive bislang mindestens sieben Menschen getötet.
15:19
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Die drei niederländischen Soldaten, die bei einer missglückten Befreiungsaktion in Libyen in Gefangenschaft geraten sind, werden jetzt der Spionage bezichtigt. Das berichtete der niederländische Radio NOS am Samstag unter Berufung auf das libysche Staatsfernsehen.

Die Marineflieger waren Mitte der Woche mit ihrem Helikopter von dem Kriegsschiff «MS Tromp» gestartet und in der libyschen Stadt Sirte gelandet, um zwei Niederländer auszufliegen. Unmittelbar nach der Landung wurden sie von einer Gaddafi-treuen Milizgruppe angegriffen und gefangen genommen. Zunächst war den drei Fliegern Verletzung internationalen Rechts vorgeworfen worden. «Ziel dieses Helikopter-Einsatzes war es, Spione entweder abzuholen oder abzusetzen», hiess es am Samstag im libyschen Fernsehen. Gleichzeitig wurde von einer «internationalen Konspiration» gegen Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi gesprochen. Die Niederlande bemühen sich in intensiven Verhandlungen auf verschiedenen Ebenen um die Freilassung der drei Marineflieger.
15:18
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Laut AFP kämpfen sich die Rebellen in Richtung Westen nach Bin Jawad vor. Sie nähern sich Gaddafis Heimatstadt Sirte.
14:07
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Al Jazeera berichtet, dass rund 35 Panzern auf die Stadt Sawija rollen.
12:47
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China hat auch die letzten seiner noch in Libyen festsitzenden Arbeiter zurück in ihre Heimat gebracht. Ein Flugzeug mit den mehr als 300 Arbeitern traf in Guangzhou in Südchina ein, wie der staatliche Fernsehsender CCTV berichtete. Sie wurden im benachbarten Tunesien abgeholt, wohin viele vor den Unruhen in Libyen geflüchtet waren. Insgesamt arbeiteten schätzungsweise 30 000 Chinesen in Libyen, die meisten in der Bau- und Ölindustrie. Peking entsandte Militärflugzeuge, um sie in die Heimat zu holen.
12:44
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Bei der Explosion eines Munitionsdepots nahe der libyschen Stadt Bengasi sind am Freitag nach Angaben von medizinischem Personal mindestens 26 Menschen ums Leben gekommen (siehe Video). Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AP erreichte den Unglücksort am Samstag und fand dort eingestürzte Gebäude sowie schwelende Fahrzeuge und Bäume vor. Was zu der Explosion geführt hat, ist weiter unklar. Allerdings fiel der Verdacht auf Agenten von Staatschef Muammar al Gaddafi, die so verhindert haben könnten, dass sich dort Regierungsgegner mit Waffen und Munition versorgen.
12:23
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Nach heftigen Kämpfen am frühen Morgen haben sich die Truppen von Gaddafi wieder aus dem Inneren der Stadt Sawija zurückgezogen. Aufständische in der Stadt 50 Kilometer westlich von Tripolis hätten die Angreifer, die auch Panzer und Artillerie einsetzten, zurückgeschlagen, berichtete ein Augenzeuge dem arabischen Nachrichtensender Al Jazeera. Eine grosse Menschenmenge habe sich indes auf dem zentralen Märtyrerplatz versammelt, um den Erfolg gegen die Gaddafi-Truppen zu feiern. Auch ein Sprecher der Aufständischen sagte, man habe einen Panzerangriff von regierungstreuen Soldaten zurückgeschlagen. Die Regimetruppen zogen sich in die Aussenbezirke zurück, um sich möglicherweise für einen neuen Angriff zu sammeln, hiess es weiter. Die Kämpfe in den Morgenstunden seien äusserst blutig gewesen. Angaben über Todesopfer lagen zunächst nicht vor. Spitalärzte sprachen von 150 bis 250 Verletzten.
11:32
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Der zum Islam konvertierte US-Sänger Yusuf Islam - eher bekannt unter Cat Stevens - hat, inspiriert durch die Volksaufstände in Tunesien und Ägypten, seinen neuen Song «My People» veröffentlicht.
11.29
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Auf der Mittelmeerinsel Kreta haben die USA und andere NATO-Staaten starke Einheiten zusammengezogen. Von dem grossen Stützpunkt von Souda im Westen Kretas aus können Schiffe und Kampfjets Libyen innert nützlicher Frist erreichen. Wie griechische Medien und Augenzeugen aus der Region berichteten, sind bereits zwei grosse amerikanische Schiffe in der Bucht von Souda eingelaufen, darunter der Helikopterträger «USS Kearsarge».An Bord seien rund 1200 Besatzungsmitglieder, darunter fast 800 Marineinfanteristen, berichtete das griechische Radio. Das Schiff eignet sich sowohl für Landungsunternehmen wie auch für Evakuierungsaktionen. Zudem sollen im nahegelegenen Flughafen von Souda-Akrotiri Spezialeinheiten aus verschiedenen NATO-Staaten angekommen sein.
10:49
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Die libysche Regierung hat offenbar den Zugang zum Internet komplett gesperrt. Dem US- Sicherheitspezialisten Arbor Networks zufolge wurde seit dem Abend keinerlei Internetverkehr mehr von oder nach Libyen verzeichnet.Das Internet spielte bei der Protestbewegung in Libyen anders als in Ägypten kaum eine Rolle. Nur sechs Prozent der Bevölkerung haben laut der Recherchegruppe OpenNet Initiative Zugang zum Netz. In Ägypten liegt diese Zahl den Angaben zufolge bei 24, in den USA bei 81 Prozent. Eine Internetblockade in Libyen solle wohl vor allem das Ausland treffen, sagten Experten.
10.25
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In Sawija werden heftige Strassenkämpfe zwischen Gaddafis Truppen und Regierungsgegnern geführt. Über Teilen Sawijas hänge dichter schwarzer Rauch. Den Berichten zufolge wüteten mehrere Brände in der Stadt. Zudem hätten Scharfschützen begonnen, das Feuer auf jeden zu eröffnen, der auf die Straße gehe oder seinen Balkon betrete, berichteten die Augenzeugen. Die Rebellen hätten sich weiter in die Stadt zurückgezogen und dort neue Positionen eingenommen. «Wir werden sie auf den Straßen bekämpfen und niemals aufgeben, so lange wie Gaddafi an der Macht bleibt», sagte ein Regierungsgegner.

YouTube-Video: Kämpfe um Sawija am 4./5. März 2011
09:48
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Während Gaddafi-Truppen Sawija eingenommen haben, verbuchen die Rebellen Erfolge im Osten Libyens. Kämpfer der Aufständischen teilten mit, dass sie nach der Eroberung der Hafenstadt Ras Lanuf auch die Kontrolle über die 60 Kilometer entfernte Stadt Bin Dschawad übernommen haben. Augenzeugen zufolge sollen einige Rebelleneinheiten sogar noch weiter auf dem Vormarsch sein.

Bin Dschawad liegt rund 525 Kilometer westlich der Hauptstadt Tripolis. Der Osten des Landes ist das Zentrum des seit zwei Wochen anhaltenden Volksaufstands gegen Gaddafi.
09:19
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Augenzeugen sprechen nach der Eroberung von Sawijy durch Gaddafi-Truppen von einem «Massaker». In einem
Telefoninterview mit der New York Times schildern sie, wie unbewaffnete Zivilisten einfach so erschossen werde.
08:52
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Truppen des libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi haben nach Augenzeugenberichten Stellungen von Regierungsgegnern in der Stadt Sawija durchbrochen. Die Gaddafi-treuen Kämpfer hätten den Widerstand der Aufständischen mit Mörserbeschuss und Maschinengewehrfeuer überwunden und befänden sich nun in der Stadt.

Sawija liegt 50 Kilometer westlich von Tripolis und war bisher der am nächsten an der Hauptstadt liegende Ort in der Hand von Regierungsgegnern. Die Augenzeugen äußerten sich telefonisch, während des Gesprächs waren Schüsse und Explosionen zu hören. Den Berichten zufolge wüteten mehrere Brände in Sawija.
08:25
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Nach Mariah Carey, Beyoncé und Nelly Furtado will nun auch Usher seine Gage vom Clan des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi spenden. Der Sänger war Silvester 2009 zu einer privaten Party am Nikki Beach auf der französischen Karibikinsel Saint-Barthélemy eingeladen gewesen. Dort war Beyoncé vor Angehörigen des Gaddafi-Familie aufgetreten. Usher selbst war nicht als Sänger engagiert gewesen, sondern wurde allein für sein Erscheinen bezahlt.
08:22
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Die Regierung des libyschen Staatschefs Muammar al Gaddafi hat Venezuela mit der Auswahl der Länder für ein «Komitee des Friedens» beauftragt. Der venezolanische Außenminister Nicolas Maduro sagte, er habe eine entsprechende Nachricht von seinem Kollegen erhalten. Darin heiße es, Venezuela solle alle notwendigen Schritte unternehmen, um Mitglieder für das Komitee auszuwählen und ihre Beteiligung an dem Dialog zu koordinieren.

Venezuela gilt als enger Verbündeter Libyens. Im vergangenen Jahr unterzeichneten Vertreter beider Länder zahlreiche Abkommen und der venezolanische Präsident Hugo Chavez schenkte Gaddafi eine Kopie des Schwerts von Freiheitskämpfer Simon Bolivar.
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Die Lage am Samstagmorgen

Die Lage in dem von bürgerkriegsähnlichen Kämpfen erschütterten Libyen ist unübersichtlich. Staatschef Muammar al-Gaddafi versucht mit aller Macht, von Aufständischen gehaltene Städte zurückzuerobern - je näher an Tripolis sie liegen, desto heftiger die Kämpfe.

Allein in der Stadt Al-Sawija sollen am Freitag nach unterschiedlichen Berichten bis zu 50 Menschen ums Leben gekommen sein. Die Kämpfe hielten bis zum Abend an.

Die Lage war unübersichtlich, beide Seiten gaben an, die Stadt rund 50 Kilometer westlich von Tripolis zu kontrollieren. Al-Sawija ist die westlichste libysche Stadt, in der Gegner Gaddafis den Aufstand proben.

Kampf um mehrere Städte im Osten

Weitere Gefechte wurden auch aus dem weitgehend von Aufständischen kontrollierten Osten des Landes gemeldet. Regierungstruppen griffen erneut mehrere Stellungen der Aufständischen an. Wie ein Arzt in Benghasi sagte, hätten die Truppen Gaddafis in Al-Brega auch Panzer und Helikopter eingesetzt.

In der benachbarten Stadt Adschdabija hätten sie aus der Luft ein Munitionsdepot und einen Versammlungsort von Aufständischen bombardiert. 18 Menschen seien getötet worden. Von anderer Seite konnte dies nicht bestätigt werden.

Schwere Kämpfe wurden auch aus dem rund 660 Kilometer östlich von Tripolis gelegenen Ölhafen Ras Lanuf gemeldet, der noch von Gaddafis Truppen gehalten wird. Auch dort soll es viele Todesopfer gegeben haben.

Explosion eines Munitionsdepots

Bei Explosionen in einem Munitionsdepot in der Aufständischen- Hochburg Benghasi im Osten Libyens kamen Berichten zufolge am Freitagabend mindestens zwölf Menschen ums Leben, zehn weitere wurden verletzt. Die Explosionsursache war zunächst unklar.

Am Freitag war es nach dem Mittagsgebet auch in der von Sicherheitskräften stark gesicherten Hauptstadt zu Zusammenstössen zwischen Anhängern und Gegnern des Staatschefs gekommen. Die Polizei ging nach Angaben von Augenzeugen mit Gummigeschossen und Tränengas gegen die Demonstranten vor.

Gaddafi verliert Unterstützung

Inzwischen wenden sich immer mehr Funktionäre vom Gaddafi-Regime ab. Wie aus gut informierten Kreisen in Tripolis verlautete, schlugen sich die Sicherheitschefs der Städte Misrata, Sebha, Adschdabija, Benghasi und Tripolis auf die Seite der Aufständischen.

Auch mehrere hochrangige Offiziere des Militärgeheimdienstes, der Luftwaffe und diverser Polizei-Spezialeinheiten hätten Gaddafi den Rücken gekehrt.

Internet lahmgelegt

Verlässliche Berichte aus Libyen sind jedoch weiterhin Mangelware. Unterdessen hat das Regime in Tripolis offenbar auch den Zugang zum Internet komplett gesperrt. Laut dem US- Sicherheitspezialisten Arbor Networks wurde seit Freitagabend keinerlei Internetverkehr mehr von oder nach Libyen verzeichnet.

Gaddafi versuchte unterdessen bei der UNO in New York einen neuen Botschafter einzusetzten. Der ehemalige Aussenminister Ali Abdussalam Treki soll Mohammed Schalgham ersetzen, der sich zusammen mit seinem Stellvertreter und der restlichen UNO-Delegation vom libyschen Machthaber losgesagt hatte.

Flucht aus Libyen

Unterdessen laufen in Tunesien die Hilfsmassnahmen für Libyen- Flüchtlinge auf Hochtouren. Die USA, Kanada und mehrere europäische Staaten haben Flugzeuge und Schiffe bereitgestellt, um geflohene Gastarbeiter in ihre Heimatländer zurückzubringen.

Während bis Mittwoch gemäss UNO-Angaben 200 000 Menschen, vor allem Gastarbeiter, dem Bürgerkrieg in Libyen nach Tunesien und Ägypten entfliehen konnten, kamen am Donnerstag und Freitag nur noch einige Tausend.

Gemäss der UNO hindern Gaddafi-treue Truppen die Menschen an der Flucht. «An der Grenze sind auf der libyschen Seite jetzt schwer bewaffnete Regierungstruppen stationiert», sagte eine Sprecherin des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR). Auch die Rebellen hätten Flüchtlinge schikaniert, vor allem Menschen aus Ostafrika, weil sie diese für Söldner Gaddafis hielten.

(sda/ap)