Kein Ende der Gewalt

11. Dezember 2011 22:18; Akt: 11.12.2011 22:20 Print

UNO verlangt Beobachter in Syrien

In Syrien sind übers Wochenende mindestens 17 Menschen bei Kämpfen zwischen Deserteuren und Regierungstruppen gestorben. Die UNO fordert erneut, endlich Beobachter ins Land zu lassen.

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Zu Tode gefolterte Häftlinge, erschossene Demonstranten, Kämpfe zwischen Deserteuren und Regierungstruppen: Die Gewalt in Syrien nimmt kein Ende. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten kamen am Wochenende mindestens 17 Menschen ums Leben. Am Sonntag wurden bei Gefechten zwischen den syrischen Streitkräften und abtrünnigen Soldaten, die sich «Freie Syrische Streitkräfte» nennen, mindestens zwei Menschen getötet.

In der Ortschaft Kfar Tacharim im Nordwesten des Landes seien zudem zwei gepanzerte Militärfahrzeuge in Brand gesteckt worden, meldete die in London ansässige Menschenrechtsorganisation Syrian Observatory for Human Rights (SOHR). Auch bei Zusammenstössen in dem südsyrischen Dorf Busra al Harir seien drei Fahrzeuge angezündet worden. SOHR und die Aktivisten der Örtlichen Koordinationskomitees berichteten von mehreren weiteren Gefechten im Süden des Landes.

Gefoltert und erschossen

Zwei seit Tagen vermisste Personen seien in der Unruheprovinz Homs zu Tode gefoltert worden, hiess es von SOHR weiter, einer sei an einem Kontrollposten in der südlichen Provinz Daraa erschossen worden. Damit seien am Sonntag fünf Menschen ums Leben gekommen, die Örtlichen Koordinationskomittees bezifferten die Zahl der Toten mit neun. Für Sonntag hatte die syrische Opposition aus Protest gegen die anhaltende Gewalt zu einem Generalstreik aufgerufen.

Zuvor hatten am Samstag Angehörige der Regierungstruppen laut den Aktivisten mindestens zwölf Menschen erschossen. Zum einen hätten die Soldaten Trauerzüge unter Beschuss genommen, zum anderen sei es auch am Samstag zu Zusammenstössen zwischen Streitkräften und Deserteuren gekommen, berichteten Menschenrechtsaktivisten. Viele Tote habe es in der Stadt Homs gegeben, die zu den Hochburgen des Aufstands gegen die Regierung von Präsident Baschar Assad zählt.

Angst vor Bürgerkrieg

Die vermehrt stattfindenden Kämpfe zwischen Regierungssoldaten und Deserteuren nährten die Sorge, dass der Konflikt in einen Bürgerkrieg ausarten könnte. Diese Sorge sprach auch die UNO-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, aus. Gleichzeitig forderte sie Syrien erneut auf, internationale Beobachter ins Land zu lassen. Es sei wichtig, dass sich internationale Beobachter im Land selbst ein Bild über die Menschenrechtslage machen können, sagte sie.

Pillay bestätigte auch eine Schätzung der syrischen Regierung, wonach bei den Unruhen im Land fast 1000 Sicherheitskräfte ums Leben gekommen seien. Insgesamt rechne sie mit mehr als 4000 Toten seit Beginn der Proteste vor neun Monaten. Nach Angaben von Aktivisten wurden am Freitag mindestens 24 Menschen von Sicherheitskräften getötet.

Aus Sorge vor einem Grossangriff auf die Protesthochburg Homs rief Frankreich die internationale Gemeinschaft zum «Schutz des syrischen Volkes» auf. Paris sei «tief besorgt» angesichts von Informationen, nach denen eine grössere Offensive der Streitkräfte gegen Homs geplant sei, teilte das Aussenministerium am Samstag in einer Erklärung mit. Woher die Informationen stammten, war zunächst unklar.

(ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Llllllll am 11.12.2011 22:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm

    Einfach nur schrecklich was dort abgeht :( die menschen tun mir echt sehr leid...

  • ivan postic am 12.12.2011 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    einseitig

    komisch alle Informationen kommen von der skurillen SOHR.. Nicht ein wenig einseitig das ganze??

  • Jackman am 11.12.2011 22:37 Report Diesen Beitrag melden

    Manipulation

    Sicher, unabhängige UN - Beobachter dürfen bald ins Land, um sich ein Bild machen zu können von den Umständen. Aber Assad braucht noch Zeit dafür, bis sich solche Bilder zu seinen Gunsten ausrichten u solange er das noch nicht geschafft hat, bleibt die Grenze dicht für Beobachter.....

Die neusten Leser-Kommentare

  • ivan postic am 12.12.2011 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    einseitig

    komisch alle Informationen kommen von der skurillen SOHR.. Nicht ein wenig einseitig das ganze??

  • Llllllll am 11.12.2011 22:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlimm

    Einfach nur schrecklich was dort abgeht :( die menschen tun mir echt sehr leid...

  • Jackman am 11.12.2011 22:37 Report Diesen Beitrag melden

    Manipulation

    Sicher, unabhängige UN - Beobachter dürfen bald ins Land, um sich ein Bild machen zu können von den Umständen. Aber Assad braucht noch Zeit dafür, bis sich solche Bilder zu seinen Gunsten ausrichten u solange er das noch nicht geschafft hat, bleibt die Grenze dicht für Beobachter.....