Verbot aufgehoben

24. Juli 2014 08:29; Akt: 24.07.2014 12:53 Print

US-Airlines dürfen wieder in Tel Aviv landen

Die USA haben ein Landeverbot in Tel Aviv aufgehoben. Die Flüge der Swiss und der Lufthansa fallen am Donnerstag erneut aus.

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Ungeachtet der Kämpfe im Gazastreifen und neuer Raketenangriffe auf Israel haben die USA das Flugverbot nach Tel Aviv wieder aufgehoben. Die US-Luftfahrtbehörde FAA teilte mit, der Flughafen Ben Gurion dürfe seit 05.45 Uhr (MESZ) am Donnerstag wieder von amerikanischen Airlines angeflogen werden.

Wenige Stunden später wurden über dem Grossraum Tel Aviv wieder fünf aus dem Gazastreifen abgefeuerte Raketen abgefangen. Die radikal-islamische Hamas teilte mit, sie ziele weiter auf den Flughafen bei Tel Aviv.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zeigte sich mit der Entscheidung der US-Behörde zufrieden: «Ich bin froh, dass der Druck, den wir ausgeübt haben, und die von uns vorgelegten Beweise für die Sicherheit der Luftfahrt in Israel dazu geführt haben, dass die Flüge wieder aufgenommen werden.» Die Offensive werde fortgesetzt, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten, sagte Netanjahu bei einem Treffen mit dem britischen Aussenminister Philip Hammond.

Die FAA kündigte an, die Situation weiter zu beobachten und nötigenfalls Massnahmen zu ergreifen. Sie hatte das mit den Raketenangriffen begründete Flugverbot zunächst um weitere 24 Stunden verlängert.

Swiss bleibt in der Schweiz

Der israelische Transportminister Israel Katz sprach von einer «sehr wichtigen Entscheidung» der FAA. Man habe vorher «auf allen Ebenen» agiert. «Wir haben erklärt, wie sicher der Himmel über Israel ist, wie sicher der Flughafen ist», sagte Katz im israelischen Radio.

Wegen eines Raketentreffers in der Nähe des Ben-Gurion-Flughafens am Mittwoch hatten verschiedene Fluggesellschaften ihre Verbindungen mit dem Flughafen von Tel Aviv für Donnerstag annulliert, unter ihnen die Swiss, ihre Muttergesellschaft Lufthansa, Air Berlin und Easyjet.

Bemühungen um Feuerpause

Israelische Medien berichteten von Bemühungen um eine fünftägige humanitäre Feuerpause zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamas. In der Zeit sollten die Verhandlungen über eine dauerhafte Waffenruhe weitergehen.

Hamas-Exilchef Chaled Maschaal hatte am Mittwochabend die Zustimmung seiner Organisation zu einer Vereinbarung mit Israel erneut von einem Ende der Blockade des Gazastreifens abhängig gemacht. US-Aussenminister John Kerry reiste nach Vermittlungsgesprächen in Israel und den Palästinensergebieten wieder nach Kairo.

Die Zahl der Toten in dem Palästinensergebiet am Mittelmeer stieg seit Beginn der israelischen Offensive am 8. Juli am Donnerstag auf 733. Rund 4600 Menschen wurden nach diesen Angaben verletzt. Auf der israelischen Seite starben bisher mindestens 32 Soldaten und drei Zivilisten.

Mehr als 141'000 palästinensische Flüchtlinge haben nach UNO-Angaben bisher Schutz in mehr als 80 Schulen des Palästinenserhilfswerks UNWRA gesucht. Nach Informationen des UNO-Amts für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) hat die israelische Armee einen drei Kilometer breiten Streifen, 44 Prozent des Gazastreifens, zum Kampfgebiet erklärt, das von Zivilisten nicht betreten werden darf.

(sda)