Ebola-Kontrolle

11. Oktober 2014 17:27; Akt: 12.10.2014 07:47 Print

US-Behörden messen Fieber bei Einreisenden

Reisende aus Westafrika müssen seit Samstag am New Yorker Flughafen John F. Kennedy zum Ebola-Test. Der Sinn der Aktion ist umstritten.

storybild

Am JFK-Flughafen wird bei allen Passagiere aus Westafrika die Temperatur gemessen. (Bild: Keystone/Donna Burton / cbp / Handout)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die USA haben mit der verschärften Kontrolle von Reisenden aus westafrikanischen Ebola-Gebieten begonnen. Am New Yorker Flughafen John F. Kennedy erfassten die Behörden am Samstag erstmals im grossen Umfang mit speziellen Strahlungsthermometern zur berührungslosen Fiebermessung die Körpertemperatur von Passagieren aus Guinea, Sierra Leone und Liberia.

Ausserdem hielten sie Fragebögen bereit, um festzustellen, ob die Reisenden Kontakt zu Menschen hatten, die an der häufig tödlich verlaufenden Krankheit litten. Die USA beschlossen die Massnahmen, nachdem der erste in den USA mit Ebola diagnostizierte Patient gestorben war. Die Temperaturmessungen von Reisenden hätten aber vermutlich auch diesen Mann nicht herausgefiltert, weil er die ersten Symptome der Krankheit erst nach seiner Ankunft in den Vereinigten Staaten gezeigt hatte.

Passagiere, die Fieber hatten, wurden in New York befragt, um festzustellen, ob sie möglicherweise in Kontakt mit einem Ebola-Infizierten gekommen sind. «Bereits 100 Prozent der Reisenden, die die drei betroffenen Länder verlassen, werden bei der Abreise untersucht», sagte der Direktor des Zentrums für die Kontrolle und Vermeidung von Krankheiten, Martin Cetron, am JFK-Flughafen. «Egal wie viele Kontrollen wir einführen, wir werden das Risiko nicht auf Null bekommen», fügte er hinzu.

In den kommenden Tagen sollen die Kontrollen auch am zweiten New Yorker Flughafen in Newark sowie den Drehkreuzen in Washington, Chicago und Atlanta eingeführt werden. Nahezu alle Passagiere aus den betroffenen westafrikanischen Staaten reisen über diese Flughäfen in die USA ein.

Gesundheitszustand verbessert

Der Fall des inzwischen verstorbenen Patienten in den USA sowie einer erkrankten Pflegerin in Spanien schürten Sorgen, dass sich die Krankheit über Westafrika hinaus ausbreiten könnte. Die 44-jährige Krankenpflegerin Teresa Romero ist der erste Mensch, der sich in Europa mit dem Ebolavirus infizierte. Ihr Gesundheitszustand habe sich über Nacht deutlich verbessert, hiess es am Samstag aus Spitalkreisen in Madrid. Sie sei bei Bewusstsein und könne sprechen.

Am Freitag wurden drei weitere Menschen in die Klinik eingeliefert, die Kontakt zu der Pflegerin gehabt haben könnten. Damit stehen nun insgesamt 17 Menschen in dem Spital unter Quarantäne.

Weitere Verdachtsfälle

Auch in Brasilien wurde am Freitag ein Mann aus Guinea unter Quarantäne gestellt. Die Gesundheitsbehörden betonten, es handle sich um eine Vorsichtsmassnahme. Der Mann habe zwar Fieber gehabt, dieses sei aber wieder gesunken.

Kolumbien teilte mit, drei Rückkehrer aus Afrika zunächst isoliert zu haben. Bei zwei von ihnen habe sich der Ebola-Verdacht nicht bestätigt, der dritte stehe weiter unter Beobachtung. In Madezonien wurden mehrere Menschen unter Quarantäne gestellt, die Kontakt zu einem möglicherweise an Ebola verstorbenen Briten hatten.

US-Gesundheitsbehörde warnt

Die US-Gesundheitsbehörde CDC warnte unterdessen, die Zahl der Ebola-Fälle könne bis Januar 1,4 Millionen erreichen, sollten keine verstärkten Massnahmen getroffen werden. Die UNO erklärte, bislang habe die internationale Gemeinschaft erst rund ein Viertel der benötigten Hilfen von einer Milliarde Dollar bereitgestellt.

Nach Informationen der deutschen Zeitung «Die Welt» erwägt die EU eine Militäroperation in den Ebola-Gebieten Westafrikas. Dabei sollten europäische Soldaten Krankenstationen aufbauen und anschliessend militärisch sichern.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • eid genoss am 11.10.2014 18:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    jetzt in der ch!

    Bitte macht doch dies sofort an den CH'er Flughäfen auch! Auch wenn in der Schweiz (noch) kein Fall bekannt ist... Bitte!!

  • Dominik am 11.10.2014 17:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich !

    Das sollte auch in der Schweiz eingeführt werden.

    einklappen einklappen
  • TaSk am 11.10.2014 18:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hab angst

    Ich finde das sollte schon bei der ausreiße von den länder stattfinden. oder sogar die ausreise verbieten.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sebastian H. am 12.10.2014 14:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unnötige Angstmache

    Informiert ihr euch eigentlich kein bisschen? Die Chance das Ebola sich in der Schweiz ausbreitet liegt bei 0.1 Prozent! Es verbreitet sich über Körperflüssigkeiten also Blut,Speichel,Sperma etc. eine Tröpcheninfektion ist zudem nicht Möglich! Ganz ehrlich diese Ebola "Pandemie ist eine genau so grosse angstmache der Medien wie es schon die Vogel und Schweinegrippe war!

    • John am 12.10.2014 17:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Niesen und Husten

      Wenn man Niest und die Hand vor dem Mund hält und später jemandem die Hand giebt hat der andere auch deine Körperflüssigkeit. So einfach gehts...

    • Marc am 12.10.2014 22:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Kontrollieren eas das Zeug hergibt

      egal wie Niedrig die Chance ist anzustecken man sollte alles mögliche tun um die Ausbreitung zu vehindern(Niemand sollte nach Afrika und noch wichtiger niemand von dort zu uns in die Schweiz) Man kann nicht vorsichtig genug sein....

    einklappen einklappen
  • G. schweizer am 12.10.2014 14:32 Report Diesen Beitrag melden

    Beato chi ci crede....

    Solche Messungen gibt es in den meisten Asiatischen Flughaefen! Bitte besser und genauer informieren. In den USA wird dies (schlampig wie alles) gemacht nur um das Publikum zu beruhigen und es soll glauben, dass Alles unter Kontrolle ist, wo ueberhaupt nichts unter Kontrolle ist. Es ist das Schlimmste wenn man das Publikum ein falsches Sicherheitsgefuehl geben will. 100% Sicherhets gibt es nicht.

  • ju ji am 12.10.2014 14:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gut so.

    Man kann von den Amis ja denken was man will. Aber in solchen Sachen, könnte sich die CH auch mal eine Scheibe abschneiden.

  • A.M. am 12.10.2014 14:25 Report Diesen Beitrag melden

    Meinung

    Obwohl AIDS weiter verbreitet ist und mehr Menschen getötet hat wird seit einiger Zeit -meines Erachtens- vehement auf Ebola fixiert und Angstmacherei betrieben. Klar, Ebola ist schlimm, aber deswegen darf man noch lange nicht ausser Acht lassen, dass es noch anderes Übel gibt, welches wird "überlebt" haben und schon als "normal" ansehen. Ich hoffe nur, dass Ebola nicht ,wie der Terrorismus, missbraucht wird, um unsere persönlichen Rechte und Freiheiten weiter einzuschränken-... (was garantiert der Fall sein wird)

  • karl heinz am 12.10.2014 13:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schweiz viel schlimmer

    nur so zur info: im flughafen zürich betritt jeder bei der einreise eine schleuse, dort wird bei jedem einzelnen die körpertemparatur gemessen. dies seit ca. 2 jahren. in der schweiz ist die ü erwachung sehr viel höher wie in der usa. denkt doch nur mal an die vielen radaranlagen etc.