Marktmacht

04. Juni 2019 05:17; Akt: 04.06.2019 11:24 Print

US-Kongress will Google, Apple & Co. untersuchen

Die Marktmacht der grossen US-Technologiefirmen ist den Demokraten ein Dorn im Auge. Die Aktienkurse geben nach der Ankündigung deutlich nach.

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Die US-Demokraten im Abgeordnetenhaus wollen die Marktmacht der grossen Technologiefirmen wie Facebook, Google oder Amazon untersuchen lassen. Dies kündigte der Vorsitzende des Unterausschusses für Wettbewerb, David Cicilline, am Montag (Ortszeit) in Washington an.

«Eine kleine Zahl von marktbeherrschenden, unregulierten Plattformen hat eine aussergewöhnliche Macht über Online-Handel, -Kommunikation und -Informationen», hiess es zudem in einer am Montag (Ortszeit) veröffentlichten gemeinsamen Erklärung beider Parteien im Justizausschuss des Repräsentantenhauses. Namen von Unternehmen wurden dabei nicht genannt.

Die Kurse von Technologieaktien reagierten umgehend mit Abschlägen. Die Aktien von Facebook und Alphabet verloren jeweils rund sieben Prozent, Amazon gaben 5,2 Prozent nach und Apple knapp zwei Prozent.

Die Untersuchung soll unter anderem herausfinden, ob die Unternehmen ihre Monopolstellungen ausnutzen oder wettbewerbsfeindliche Massnahmen ergriffen haben. In den USA macht sich parteiübergreifend ein Gefühl breit, dass bei Technologieriesen wie Apple oder Google zu viel Macht und Einfluss bei zu wenig Regulierung gebündelt sein könnte.

Damit steigt der politische Druck auf die Unternehmen, die auch in Europa massiv ins Auge der Wettbewerbshüter und Steuerbehörden geraten sind. Die Unternehmen müssen sich darauf gefasst machen, grössere Mengen von Dokumenten aushändigen zu müssen und Vertreter zu Anhörungen nach Washington schicken zu müssen.

Hohe Bussgelder

Vielen Politikern und Verbraucherschützern ist die marktbeherrschende Stellung der Internetfirmen und deren Praktiken schon lange ein Dorn im Auge. Wettbewerbshüter in Europa und den USA ermittelten in den vergangenen Jahren mehrfach gegen die Konzerne. Zuletzt verhängte die EU-Kommission etwa gegen Alphabet ein Bussgeld von 1,5 Milliarden Euro, weil das Unternehmen seine marktbeherrschende Stellung bei Online-Werbung missbraucht und Rivalen behindert haben soll.

Mit Blick auf Facebook hatte sich unter anderem Mitgründer Chris Hughes für eine Zerschlagung ausgesprochen. Seiner Ansicht nach sei der von seinem früheren Zimmergenosse Mark Zuckerberg geführte Technologiegigant zu mächtig geworden. Facebook wird von mehr als zwei Milliarden Menschen genutzt, mehrmals gab es Datenschutz-Pannen in Europa und den USA.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Typhoeus am 04.06.2019 07:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Diese monopolkapitalistischen

    Firmen diktieren die Weltwirtschaft und die Gesellschaft. Der Mensch wird zum geistlosen abhängigen Konsumindividum.

  • Sabrina am 04.06.2019 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Genau, bestimmt!

    Und im gleichen Zug boykottiert man andere Firmen (HustHuaweiHust) weil man dann doch Angst vor berechtigter Konkurrenz hat. Sauber...

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  • Ch. F. am 04.06.2019 07:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich....

    ja das ist der richtige Weg. Endlich.......

Die neusten Leser-Kommentare

  • Burgdorfer P am 06.06.2019 16:52 Report Diesen Beitrag melden

    Verhinderungspolitik

    Eine Firma, die sich über Jahre erfolgreich am Markt etabliert hat, ist natürlich einfacher durch Bussen zurück zu binden statt selber ein erfolgreiches Produckt zu entwickeln. Wenn nun z.Bsp. Yahoo so gut gewesen wäre, dann wäre heute auch Yahoo eine erfolgreiche Suchmaschine und nicht Google.

  • Bartli am 04.06.2019 21:51 Report Diesen Beitrag melden

    Gut so, am Ende zählt aber das Ergebnis

    Dazu muss ich den Amerikanern ein Lob aussprechen. Man kann dort gegen Machtkonzerne klagen/Sammelklagen. Zum Beispiel erlangte dort die Telekommunikationsfirmen, FCC als Privatbehörde, ja richtig verstanden, eine Privatbehörde, durch eine Gesetzesänderung eines Präsidenten alle Macht. Muss aber vor dem Kongress Rede und Antwort geben. Gerade auch was Gesundheitsfragen der Bevölkerung angeht. Nicht nur Google kommt in die Bredouille, auch Facebook und andere Konzerne mehr. Die haben schon eine Privatbehörde, so frei war man, eine solche zu installieren.

  • M.G. am 04.06.2019 20:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anti-Trust-Gesetze

    sind schon über 100 Jahre alt. Seinerzeit ging es gegen Rockefeller. Indem 1960-Jahren wurde die Bell-Telefongesellschaft wegen ihrer Monopolstellung zwangsweise aufgeteilt. Wegen dieser Gesetze ist Intel beim einzig verbliebenen Konkurrenten AMD eingestiegen. Solange AMD existiert wird Intel nicht zerschlagen.

    • Bartli am 04.06.2019 22:07 Report Diesen Beitrag melden

      Ein Lob den Amerikanern

      In C..na gibt es keinen Kongress, welcher die Auswüchse ihrer Konzerne untersucht, wäre mir neu. Dahingehend sind mir die Amerikaner lieber, was dies anbelangt. Nur ein Beispiel, Software und die Chips für vollkommene Überwachung deren Bürger. Die Amerikaner haben dagegen rebelliert, als dies bei ihnen an Licht kam. Die C....sen? offenbar indoktiniert, lassen sich gerne und freiwillig überwachen. Ob das der Wahrheit enpricht, bleibt offen. Wer dem nicht Folge leistet ist ein Feind. Die Amerikaner haben immerhin noch ein Rechtssystem, welches Sammelklagen gegen fragliche Konzernmacht erlaubt.

    • Und alle sind wir komplett Bluna am 05.06.2019 10:15 Report Diesen Beitrag melden

      @Bartli

      Die Chinesen leben unter der Knute eines Regime-Potpourri aus 1. Han-Kaiser, 3. Reich und U.d.S.S.R. unter Stalin nur jetzt mit Skynet.

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  • Datenschutzdude am 04.06.2019 17:13 Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit

    Auch das Unterwandern von Sicherheit wie bei der neusten 5G Debatte ist einer Demokratie unwürdig. Es darf nicht sein das man Sicherheit absichtlich unterminiert, denn die eingebauten Schwachstellen können jederzeit auf von Kriminellen verwendet werden. Wer sie verwendet, ist in dem Falle bereits kriminell. Der Zweck heiligt nicht die Mittel!

    • Datenschutzdude am 04.06.2019 19:19 Report Diesen Beitrag melden

      Klarnamenzwang für Antidemokraten

      Ich frage mich wirklich, welche Demokratiefeinde das Menschenrecht auf Privatsphäre mit roten Daumen taxieren. Solche Typen sollten dazu verpflichtet werden, ihre Daten hier offen darzulegen damit es jeder weiss.

    • Bartli am 04.06.2019 22:24 Report Diesen Beitrag melden

      Eines Tages kommt alles ans Licht

      Datenschutzdude, bei einem können sie sicher sein, dass in Foren immer auch Trolle wirken, teils bezahlt. Anders kann ich mir Daumen gegen unten nicht erklären. Ein Berufslügner wurde bereits entlarft und bestraft, was das von ihnen erwähnte Thema angeht. Hat seriöse Kritiker aufs Schärfste diffarmiert, weil weil man diese nicht mehr von abstrusen Behauptungen gewisser Protagonisten unterscheiden kann. Man halte sich an bereits bestehende Fakten, an unabhöngigr Wissenschafler und Experten mit kenntnis vom Fach. Man kennt mittlerweilen all die Tricksereien wie man Kritiker entmachtet.

    • Bartli am 04.06.2019 22:29 Report Diesen Beitrag melden

      Danke

      Tschuldigung, Tippfehler, zu früh gesendet bei "Eines Tages kommt alles ans Licht"

    • Datenschutzdude am 04.06.2019 23:16 Report Diesen Beitrag melden

      @Bartli

      Danke für deinen Kommentar! Möge der Datenschutz mit dir sein :)

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  • Datenschutzdude am 04.06.2019 17:12 Report Diesen Beitrag melden

    Gesetze müssen her

    Privatsphäre ist ein Menschenrecht. Das Tracken der Internetnutzer über Cookies, Fingerprinting usw. ist eine Verletzung des Menschenrechts. Es wird Zeit, dass hier gesetze europaweit erlassen werden, die diese Praktiken unter Strafe stellen und das Internet wieder nutzbar machen, ohne eine Armee von Addons benutzen zu müssen. Der Datenschutz der Benutzer muss per Gesetz mit Androhung von Strafe unter Schutz gestellt werden. Tracken in demokratien geht gar nicht!