Staat Oregon

03. Januar 2016 18:39; Akt: 04.01.2016 09:57 Print

US-Milizionäre besetzen Regierungsgebäude

Aus Ärger über Haftstrafen für zwei Bauern haben militante Aktivisten die Verwaltung eines Naturschutzgebiets im US-Bundesstaat Oregon besetzt. Sie wollen jahrelang bleiben.

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Auf dem Land im Westen der USA sieht mancher die Regierung äusserst kritisch. Selbsternannte Milizionäre besetzen jetzt aus Protest ein Gebäude in einem Naturschutzgebiet.

Mitglieder einer regierungskritischen Miliz haben im US-Staat Oregon die Verwaltung eines Naturschutzgebiets besetzt. Hintergrund ist der Protest gegen eine Haftstrafe für zwei Farmbesitzer wegen Brandstiftung. Die beiden Männer sollen die Strafe am Montag antreten.

Feuer, um Wildwuchs einzudämmen

Besetzer Ammon Bundy sagte der Lokalzeitung «The Oregonian», er, zwei seiner Brüder und Dutzende weitere Bürger wollten mit der Aktion am Malheur National Wildlife Refuge ihre Unterstützung für die beiden verurteilten Männer zeigen, den 73-jährigen Dwight Hammond und dessen 46-jährigen Sohn Steven Hammond. Die beiden haben nach eigenen Worten 2001 und 2006 Feuer gelegt, um den Wildwuchs eingeschleppter Pflanzen einzudämmen und ihr eigenes Gelände vor Buschbränden zu schützen.

Für die Brandstiftung wurden sei vor drei Jahren verurteilt. Der Vater verbüsste bereits eine Strafe von drei Monaten, der Sohn sass ein Jahr hinter Gittern. Doch entschied ein Richter später, dass die Strafen nach Bundesrecht zu kurz gewesen seien. Nach seinem neuen Urteil sollen die Brandstifter jeweils etwa vier Jahre in Haft. Das löste Proteste aus.


Radikales Vorgehen: «Es geht nicht um mich, sondern um Amerika.» (Video: Reuters)

Aufruf an «alle Patrioten»

Ammon Bundys Familie war bereits in Nevada an einem Konflikt mit der Regierung über Weiderechte beteiligt. Mit einigen selbsternannten Milizionären kam er im Dezember für die jetzige Protestaktion nach Oregon. In einer E-Mail an Unterstützer kritisierte er das Verfahren gegen die Hammonds und rief «alle Patrioten» auf, sich an Protesten zu beteiligen.

In einem über Facebook verbreiteten Interview sagte er am Samstagabend: «Ich habe den Eindruck, wir sind in einer Situation, wenn wir jetzt nicht harte Kante zeigen, dann werden wir in einer Position sein, wo wir das nicht mehr können.» Die am Samstag begonnene Besetzung des Verwaltungsgebäudes soll nach seinen Worten auf unbestimmte Zeit fortgesetzt werden. «Wir planen, hier jahrelang zu bleiben, absolut», sagte er.

Regierungskritiker gründen Milizen

Die örtliche Polizei versucht hingegen nach eigenen Angaben, die Lage zu entschärfen und riet allen Bürgern, sich von dem Gebäude fernzuhalten. Sheriff Dave Ward vom Harney County mahnte die Menschen, friedlich zu bleiben, wie der «Oregonian» meldete.

In den USA gründen bisweilen Regierungskritiker, die eine zu grosse Rolle des Staats ablehnen, eigene Milizen. Einige von ihnen tragen Waffen. Gewalttätige Auseinandersetzungen sind allerdings selten.

(rsz/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Senasti am 03.01.2016 19:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auch in der USA

    Ist das Volk immer mehr am rebellieren gegen ihre Regierung, das hört man in Europa gar nocht so.

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  • Meister am 03.01.2016 19:53 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht schlecht

    Diese werden zwar von den Medien als "böse" dargestellt. Das sind aber diese die selbst gegen die idee des US Weltpolizeistaats sind.

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  • franz am 03.01.2016 20:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wann gehts hier ab?

    Und wann geht es in der Schweiz los, wahrscheinlich müssen wur noch 100 Jahre warten und zu schauen wie die Schweiz zerstört wurde.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Leser am 04.01.2016 17:38 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist sicher

    Putins schuld. Der ist doch an allem schuld ;)

  • Neutraler am 04.01.2016 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herzig

    Verwöhnte Mittelständler, die Revoluzzer spielen wollen. Gibt es sicher bald auch hier. Erinnert stark an die 80er Opernhauskrawalle.

  • Sam Sung am 04.01.2016 09:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlecht recherchiert

    Das Feuer wurde übrigens gelegt um ihre Wilderei zu vertuschen. Dazu kommt, dass die Bundys dem Staat über eine Million Dollar schuldet (weshalb dazumal auch eine Anzahl seiner Tiere kurz als Pfand behalten wurden).

  • Sepp am 04.01.2016 08:54 Report Diesen Beitrag melden

    Verständlich

    Wenn ein Urteil gesprochen wurde sollte es nicht mehr einfach so abgeändert werden können. Vorallem nicht vom Staat, auch wenn er einen Fehler gemacht hat. Hab das auch mal erlebt im Strassenverkehr, ich hab mich an alle Auflagen gehalten, aber nachdem das ganze eigentlich durch war, kamen die ohne Begründung auf die Idee, dass man die Auflagen ein halbes Jahr verlängert. Wie gesagt, ohne Begründung und trotz einhalten aller Auflagen. Das macht einen Rechtsstaat unglaubwürdig! Wenn der Staat einen Fehler macht sollte das nicht auf dem Rücken des Bürgers ausgebügelt werden.

    • Globi am 04.01.2016 10:35 Report Diesen Beitrag melden

      Naja

      Was bitte heisst hier verständlich? Der Staat hat genauso wie der normale Bürger das Recht, gegen ein Urteil zu rekurrieren. Der "Fehler" wurde in diesem Sinne nicht vom Staat gemacht, sondern von der Justiz, die unabhängig ist.

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  • Willi Tell am 04.01.2016 00:07 Report Diesen Beitrag melden

    Der Mob übernimmmt die Strasse

    Der Mob ist nicht das Volk, wie hier manche "Volksversteher" meinen.

    • TellsWilli am 05.01.2016 17:21 Report Diesen Beitrag melden

      Und was ist

      mit dem Black Lives Matter Mob, der alle und alles belästigt.

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