Getötete Journalisten

20. September 2014 03:00; Akt: 20.09.2014 09:34 Print

US-Senat setzt Kopfgeld auf IS-Henker aus

Mitglieder der IS-Terrormiliz haben zwei US-Journalisten getötet und das auf Video aufgenommen. Um ihr Andenken zu bewahren, setzt der US-Senat ein Kopfgeld auf die Mörder aus.

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In der Hand der Terrormiliz Islamischer Staat befinden sich noch mindestens zwei westliche Geiseln: Der britische Journalist (Bild) und eine US-Amerikanerin, deren Identität nicht veröffentlicht wird. Cantlie wird vom IS zu Propagandazwecken missbraucht: In bisher drei Videos, die die Terrormiliz im September und Oktober 2014 veröffentlichte, vertrat er die Sache der Terroristen. Im November 2012 war Cantlie zusammen mit dem US-Journalisten James Foley (nicht im Bild) in Syrien entführt worden. Am 16. November 2014 veröffentlichte der IS ein Video, das die Ermordung des 26-jährigen US-Hilfsarbeiters zeigt. Kassig konvertierte während seiner Gefangenname zum Islam und nahm den Namen Abdul-Rahman an. Er war im Oktober 2013 in Syrien entführt worden. Sein Vater Ed ist Lehrer, seine Mutter eine Krankenschwester. Am 3. November 2014 wurde das Video der Ermorung von veröffentlicht. Der 43-jährige Brite arbeitete für eine Hilfsorganisation. Im Dezember 2013 war er in Syrien entführt worden. Am 13. September 2014 veröffentlichte der IS das Video von der Ermordung des 44-jährigen Briten . Er hatte für eine Hilfsorganisation in Syrien gearbeitet, als er im März 2013 entführt wurde. Am 2. September 2014 veröffentlichte die Terrormiliz IS ein Video, das die Ermordung des 31-jährigen US-Journalisten dokumentiert. Der Amerikaner Sotloff berichtete aus Libyen und Syrien, er sprach gut Arabisch. Im Jahr 2013 war er im syrischen Aleppo entführt worden. Am 19. August 2014 erschien das erstes Video der Terrormiliz IS, auf dem die Ermordung des 40-jährigen US-Journalisten zu sehen ist. Er machte Obama für seinen Tod verantwortlich. Experten gehen davon aus, dass die Opfer gehofft hatten, damit ihr Leben retten zu können. war als freischaffender Journalist in Syrien tätig, bevor er im November 2012 entführt wurde. Er galt als äusserst liebenswürdiger Mensch, der über die Leiden der Bevölkerung in Syrien berichten wollte. Foleys Eltern John und Diane erzählten an einer Pressekonferenz von ihrem Sohn, auf den sie jetzt stolz sind.

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Der US-Senat hat ein Gesetz beschlossen, das eine Belohnung von zehn Millionen Dollar für Informationen aussetzt, die zur Ergreifung der Entführer und Mörder der beiden US-Journalisten James Foley und Steven Sotloff führen. Das Gesetz bedarf noch der Zustimmung des Repräsentantenhauses.

Es aktualisiert ein Programm des Justizministeriums für Belohnungen zur Ergreifung gesuchter Personen. Die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) hatte Ende August und Anfang September Videos veröffentlicht, die die Enthauptung von Foley und Sotloff zeigten.

Mörder «zur Verantwortung ziehen»

«Eine Art, das Andenken an James Foley und Steven Sotloff zu bewahren, ist, ihre bösen Mörder zur Verantwortung zu ziehen», sagte der Senator Marco Rubio, der das Gesetz eingebracht hatte. «Unser Land hat zwei der Eigenen verloren und wir müssen alles Mögliche tun, um die Terroristen, die diese Gräueltaten begangen haben, zur Verantwortung zu ziehen», sagte die Senatorin Jeanne Shaheen.

Seit der Schaffung des Rewards for Justice Program des US-Justizministeriums 1984 wurden rund 125 Millionen Dollar ausgezahlt für Informationen zur Ergreifung von mehr als 80 gesuchten Straftätern.

(sda)