Trump twittert

18. Juni 2019 19:02; Akt: 22.06.2019 04:34 Print

US-Verteidigungsminister schmeisst vor Antritt hin

Patrick Shanahan sollte Verteidigungsminister der USA werden. Nun verzichtet er allerdings auf die Nominierung.

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Patrick M. Shanahan sollte Verteidigungsminister werden. Nun zieht er sich zurück. Seit Donald Trump als US-Präsident amtet, gehören Wechsel in seinem Kabinett dazu. Hier eine Auswahl. Sally Yates, 30. Januar 2017: Trump entlässt die amtierende Justizministerin und Chefanklägerin, offiziell vor allem wegen ihres Widerstands gegen seine Einwanderungspolitik. Michael Flynn, 13. Februar: Nach nur 23 Tagen im Amt tritt Trumps Sicherheitsberater zurück. Er ist in die Russland-Affäre über eine etwaige Wahlbeeinflussung verstrickt. James Comey, 9. Mai: Trump entlässt den FBI-Chef, eine folgenreiche Sensation. Die Russland-Affäre nimmt immer weiter Fahrt auf. Mike Dubke (rechts), 30. Mai: Nach nur drei Monaten im Amt wirft der Kommunikationsdirektor des Weissen Hauses hin. Walter Shaub Jr, 6. Juli: Der Direktor des unabhängigen Büros für Regierungsethik gibt entnervt auf. Sean Spicer, 21. Juli: Als sein Präsident ihm Anthony Scaramucci als Kommunikationsdirektor vorsetzen will, mag Trumps Sprecher nicht mehr und geht. Reince Priebus, 28. Juli: Trumps Stabschef verlässt seinen Posten. Er sagt, freiwillig. Andere sagen, Trump habe ihn gefeuert. Anthony Scaramucci, 31. Juli: Erst zehn Tage zuvor zum Kommunikationsdirektor bestallt, ist der Ex-Wallstreet-Banker seinen Posten schon wieder los. Steve Bannon, 18. August: Trumps Chefstratege und früherer Wahlkampfchef verlässt das Weisse Haus. Dina Powell, 8. Dezember: Die Vize-Sicherheitsberaterin kündigt ihren Rückzug an. Die Ex-Investmentbankerin sagt, sie gehe in gutem Einvernehmen. Hope Hicks, 28. Februar 2018: Die Kommunikationschefin und enge Trump-Vertraute teilt mit, sie werde das Weisse Haus in den nächsten Wochen verlassen. Gary Cohn, 6. März: Trumps Wirtschaftsberater kündigt seinen Rückzug an. Er war gegen von Trump angedrohte Strafzölle. John McEntee, 12. März: Der persönliche Assistent Trumps wird fristlos entlassen. Rex Tillerson, 13. März: Trump verkündet auf Twitter, dass der Aussenminister seinen Posten räumen müsse. Spekulationen gab es schon länger. Andrew McCabe,16. März: Zwei Tage vor seiner Pensionierung wird der ehemalige FBI-Vizechef entlassen. General H.R. McMaster, 22. März: Der nationale Sicherheitsberater muss seinen Hut nehmen, er wird von John Bolton abgelöst. David Shulkin, 28. März: Trump entlässt den in die Kritik geratenen Veteranenminister. Hintergrund ist eine Reise seiner Frau auf Kosten der Steuerzahler. Joseph Hagin (links), 19. Juni: Der stellvertretende Stabschef tritt zurück. Scott Pruitt, 5. Juli: Der Chef der Umweltschutzbehörde EPA räumt nach einer Serie von Skandalen sein Amt. Donald McGahn, 29. August: Trump trennt sich von seinem Rechtsberater Don McGahn. Nikki Haley, 9. Oktober: Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen in New York gibt freiwillig ihren einflussreichen Posten zum Jahresende auf. Jeff Sessions, 7. November: Der Justizminister reicht einen Tag nach der Zwischenwahl auf Bitten Trumps seinen Rücktritt ein. Mira Ricardel, 14. November: Die First Lady Melania Trump fordert öffentlich den Rauswurf der stellvertretenden Nationalen Sicherheitsberaterin. Präsident Trump zieht nach. Ricardel muss das Weisse Haus verlassen. Nick Ayers, 9. Dezember: Der Chef des Stabes von Vizepräsident Mike Pence teilt mit, dass er das Weisse Haus zum Jahresende verlässt. Schlecht für Trump: Ayers war sein Wunschkandidat für die Kelly-Nachfolge. John Kelly, 8. Dezember: Trump gibt bekannt, dass sein Chef des Stabes zum Jahresende das Weisse Haus verlässt. Damit verschleisst er seinen zweiten Stabschef in weniger als zwei Jahren. Ryan Zinke, 15. Dezember: Trump teilt mit, dass der skandalumwitterte Innenminister zum Jahresende ausscheidet. Medienberichten zufolge hatte ihm das Weisse Haus eine Frist zum Rücktritt gesetzt gehabt. James Mattis, 20. Dezember: Trump gibt bekannt, dass der Verteidigungsminister seinen Posten Ende Februar verlässt. Mattis selbst erklärt in einem Schreiben an Trump, dass er aus eigenen Stücken gehe; ferner macht Mattis deutlich, dass inhaltliche Meinungsverschiedenheiten zwischen Trump und ihm Hintergrund für diesen Schritt seien.

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Inmitten der verschärften Spannungen mit dem Iran hat US-Präsident Donald Trump einen Wechsel an der Spitze des Pentagon angekündigt. Neuer kommissarischer US-Verteidigungsminister wird der bisherige Verwaltungschef des Heeres, Mark Esper, wie Trump am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte. Bisher wurde das Ministeramt ebenfalls nur kommissarisch von dem früheren Boeing-Manager Patrick Shanahan ausgeübt.

Trump begründete dessen Ausscheiden damit, dass Shanahan «mehr Zeit seiner Familie widmen» wolle. Er dankte dem scheidenden Minister für «herausragende» Arbeit. Noch vor einem Monat hatte Trump verkündet, dass er Shanahan für die dauerhafte Übernahme des Ministerpostens nominieren wolle. Shanahan zeigte sich damals «geehrt».

Präsenz in der Golfregion ausgeweitet

Es handelt sich nun um den bereits zweiten Wechsel an der Spitze des Pentagon innerhalb rund eines halben Jahres. Der frühere Verteidigungsminister Jim Mattis war im Dezember aufgrund seiner ablehnenden Haltung zu Trumps Syrien-Kurs zurückgetreten, danach übernahm sein Stellvertreter Shanahan vorläufig das Ministeramt.

Unter Shanahans Leitung weiteten die US-Streitkräfte in den vergangenen Wochen ihre Präsenz in der Golfregion deutlich aus. Begründet wurde dies von der US-Regierung mit einer angeblich vom Iran ausgehenden Bedrohung für die US-Truppen in der Region.

(fss)