13. März 2006 08:11; Akt: 13.03.2006 08:15 Print

USA diskutieren Guantánamo-Schliessung

Die USA debattieren einer hochrangigen Regierungsvertreterin zufolge über Möglichkeiten für eine Schliessung des Gefangenenlagers Guantánamo.

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Zwischen den USA und Grossbritannien gebe es Diskussionen darüber, wie Häftlinge in ihre Heimat zurückgeschickt werden könnten und das Lager geschlossen werden könnte, sagte die leitende Mitarbeiterin im US-Aussenministerium, Colleen Graffy, am Sonntag im BBC Fernsehen.

Die britische Zeitung «The Independent on Sunday» berichtete, US- Justizminister Alberto Gonzales habe in der vergangenen Woche in London britische Regierungsmitglieder zu ihren Bemühungen befragt, Terrorverdächtige aus Grossbritannien in ihre Heimatländer auszuweisen.

«Hoffentlich finden wir im Laufe der Jahre eine Lösung», sagte Graffy mit Blick auf Guantánamo weiter. Diese bestünde entweder darin, die Häftlinge in ihre Heimat zu schicken, oder ihnen die Aussage abzunehmen, dass sie keine Menschen mehr töten wollten.

Die USA halten auf dem US-Stützpunkt Guantánamo auf Kuba knapp 500 Terrorverdächtige fest. Besonders die Internierung von Gefangenen auf unbestimmte Zeit und ohne Anklage war auf scharfe Kritik gestossen.

Auch der britische Premierminister Tony Blair gerät in Grossbritannien wegen Guantánamo unter Druck. Kritiker fordern von Blair in der Angelegenheit eine härtere Position gegenüber den verbündeten USA. Blair hat das Lager lediglich als «Anomalie» bezeichnet, mit der es irgendwann ein Ende haben müsse.

(sda)