12. April 2005 18:10; Akt: 12.04.2005 18:21 Print

USA planen massiven Truppenabbau in Europa

Das US-Heer will im kommenden Jahr mit dem Abzug von insgesamt 38.000 Soldaten aus Europa beginnen.

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Deutschland ist nach den Plänen des Oberkommandierenden Generals B.B. Bell besonders betroffen. Das Hauptquartier der US-Armee in Heidelberg bestätigte die Pläne am Dienstag. Die US-Landstreitkräfte verfügen derzeit in Europa noch über 62.000 Soldaten, davon 57.000 in Deutschland.

Für den Truppenabzug gab Bell einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren an. 2006 soll der Abzug der in Würzburg stationierten 1. US-Infanteriedivision den Auftakt machen. Zwei Jahre später startet den Plänen zufolge der Abzug der 1. US-Panzerdivision, deren Hauptquartier in Wiesbaden ist. Das bislang in Heidelberg stationierte Hauptquartier der US-Armee in Europa soll nach Wiesbaden umziehen.

Über die Umsetzung des Vorschlags sei noch keine Entscheidung getroffen worden, ergänzte eine Armee-Sprecherin auf Anfrage. Die US-Armee will den Angaben zufolge auch die europaweite Verwaltungsstruktur der Stützpunkte straffen. Die Anzahl der Hauptverwaltungsstützpunkte solle von bislang 13 auf vier reduziert werden. Die Pläne sehen ferner vor, dass in Wiesbaden, Grafenwöhr, Kaiserslautern und im italienischen Vicenza vier Hauptstützpunkte gebildet werden. Die Anzahl der Kasernen und Liegenschaften soll in Europa von derzeit 236 auf 88 reduziert werden.

Im oberpfälzischen Grafenwöhr soll nach Bells Plänen eine mobile Brigade sowie ein Expeditions- und Ausbildungskommando stationiert werden. Ferner sollen dort Unterstützungseinheiten angesiedelt werden. Kaiserslautern bleibt den Plänen zufolge Hauptstandort für Logistik und medizinische Unterstützung. In Italien werde Vicenza zum Hauptstandort für eine Luftlande-Brigade.

Die hessische Landesregierung begrüsste die geplante Verlegung des Armee-Hauptquartiers nach Wiesbaden. «Dies ist eine Entscheidung von hohem symbolischen Stellenwert», sagte Regierungssprecher Dirk Metz. Die baden-württembergische Landesregierung erklärte, ihr sei von den Plänen nichts bekannt.

(ap)