Gesetzesänderung verlangt

28. Juni 2011 06:33; Akt: 28.06.2011 07:38 Print

USA rügen Schweiz wegen Menschenhandel

Die USA haben die Schweiz auf der Liste der Staaten mit mangelhafter politischer Handhabe gegen Menschenhandel zurückgestuft. Für Kritik sorgte das Schutzalter von 16 Jahren für Prostitution.

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Für 16- und 17-jährige ist Prostitution in der Schweiz legal. (Bild: Keystone)

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Die USA haben die Schweiz erneut wegen ihrer Politik zur Verhinderung von Menschenhandel gerügt. Wieder war das in der Schweiz geltende Schutzalter von 16 Jahren für Prostitution Anlass der Kritik Washingtons.

Im schweizerischen Recht gebe es kein umfassendes Gesetz, das Prostitution bei 16- und 17-Jährigen unter Strafe stelle. Dies steht in dem am Montag veröffentlichten Jahresbericht des US- Aussenministeriums über die weltweiten Bemühungen zur Beseitigung von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung.

Wegen dieser rechtlichen Lücke war die Schweiz im vergangenen Jahr in der von den USA erstellten Liste der Staaten mit mangelhafter politischer Handhabe gegen Menschenhandel zurückgestuft worden. Auch dieses Jahr fungiert die Schweiz nicht mehr im Spitzen- , sondern im Mittelfeld.

Im jüngsten Bericht hiess es weiter, dass die Schweiz zwar wichtige rechtliche Massnahmen zur Behebung des Problems ergriffen habe, jedoch noch mehr unternehmen müsse. Dem Land wurde zudem empfohlen, das Strafmass für verurteilte Menschenhändler anzuheben.

Bis zu 3000 Opfer in der Schweiz

Die Schweiz sei in erster Linie ein Zielland und weniger ein Durchgangsland für Frauen und Minderjährige, die zu Arbeit im Sexgewerbe, zu Bettelei oder Diebstahl gezwungen würden. Das US- Aussenministerium schätzt die Zahl der in der Schweiz betroffenen Personen auf 1500 bis 3000.

Justizministerin Simonetta Sommaruga hatte Anfang Juni im Ständerat angekündigt, die auch von den USA geforderte Gesetzesänderung in Kürze in die Vernehmlassung zu schicken.

Demnach sollte sich künftig in der Schweiz strafbar machen, wer gegen Bezahlung sexuelle Dienste von unter 18-Jährigen beansprucht. National- und Ständerat hatten ihrerseits eine Motion gegen Kinderprostitution überwiesen.

27 Millionen Menschen betroffen

In seinem Bericht zum Menschenhandel nannte das US- Aussenministerium am Montag von den insgesamt 184 untersuchten Ländern 23, die internationale Mindeststandards nicht erfüllt hätten, zehn mehr als im Vorjahr.

Und 41 Nationen wurden auf eine Kontrollliste gesetzt. Somit drohen ihnen Sanktionen, falls sie keine effektiveren Methoden im Kampf gegen Menschenhandel ergreifen.

«Alle Länder können und müssen mehr tun», sagte US- Aussenministerin Hillary Clinton bei der Vorstellung des Berichts. «Heute werden mehr Menschen ausgebeutete als jemals zuvor.»

Zu den in der Schwarzen Liste aufgeführten Ländern gehören unter anderem Kuba, der Iran, Burma, Nordkorea und der Sudan sowie Eritrea, Kuwait, Saudi-Arabien und Simbabwe. Jüngst aufgenommen wurden unter anderem Libyen, Algerien, die Zentralafrikanische Republik, Äquatorialguinea, der Libanon, Venezuela und der Jemen.

Nach Schätzungen des US-Aussenministeriums haben weltweit rund 27 Millionen Männer, Frauen und Kinder unter der Geissel des Menschenhandels zu leiden.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Glottis Gonzo am 28.06.2011 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch USA

    Um über die eigenen Probleme hinwezutäuschen, moniert man lieber über andere... Die USA haben weit mehr Probleme mit ihren illegalen Einwanderern und dem Menschenhandel als wir ! Lasst uns alle gemeinsam die USA zurückstufen!

  • P.G am 28.06.2011 08:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich glaube nicht

    Typisch Amerikaner, spielen weltpolizei haben aber ihr eigenes Land nicht im griff!!!

    einklappen einklappen
  • dani am 28.06.2011 10:18 Report Diesen Beitrag melden

    Auweiia

    Ja die Schweiz, kommt immer mehr über die Schweiz heraus. Die Schweiz ist klein und hat immer mehr Probleme im In- und im Ausland. Trotz den sieben Bundesräte.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Landschäftler am 17.08.2011 22:12 Report Diesen Beitrag melden

    Investitionen....

    Na na na na, da kann man nur den Kopf schütteln. Ausgerechnet die USA, die wegen der Mehrfrontenkriege praktisch pleite sind, wollen UNS sagen, was wir tun bzw lassen sollen??!!!!! Martin Luther schrieb schon vor ca 500 Jahren, dass, wer einen Taler in einen Krieg investieren kann, soll sich auch nicht zu schade sein, 100 Taler in die Ausbildung seiner Kinder zu stecken. US-Schulen lassen bekanntlich ziemlich zu wünschen übrig......

  • H. S. Lachnummer USA am 17.08.2011 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    Ausgerechnet die USA ..!!!!

    Ein beinahe Bankrott Staat!! Der minderjährige Kinder lebenslänglich in den erwachsenenknast steckt ,und unschuldige Personen nachgewiesen nach DNA wegen schlampiger Ermittlungen nach jahrelanger inhaftierung oftmals nicht einmal ein Wiederaufnahmeverfahren gewährt , geschweige freispricht ,weil die Entschädigungen Millionen betragen würden ,ein Land das fast ausschliesslich nur aus Sklaven ,von Menschenhandel besteht !! Nicht mal fähig die Uhrbevölkerung zu schützen ,und die eigenen Probleme in den Griff bekommt ,Volter und Menschenrechte verletzt , usw... Das sollen Vorbilder sein ..??

  • Doris am 29.06.2011 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    USA hat ganz recht!

    Die USA hat recht. In dieser Beziehung schäme ich mich für die Schweiz, leider. Prostitution von Minderjährigen ist einfach unerträglich und gänzlich unhaltbar!

  • Viktor am 29.06.2011 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    USA: Bitte zuerst zu Hause reinigen!

    In diese Sache bin ich für ein Mal mit die USA einverstanden aber... wäre es nicht Zeit, dass die US die Balke, welche sie in der Auge haben wegnehmen? Sie sind einen Musterbeispiel für niemand! Wir sind hier gross genug um auch dieses Problem alleine lösen zu können.

  • Sina More am 29.06.2011 06:54 Report Diesen Beitrag melden

    Die grösste Heuchelei

    In der USA werden jährlich xProstituierte von Polizisten vergewaltigt, weil sie sich nicht wehren können.Auch anderen Gewalttätern sind sie aufgrund der Kriminalisierung hilflos ausgeliefert. In der Haft werden Prostituierte auch mal zu Tode gefoltert (siehe Marcia Powell) und Minderjährige Opfer werden erst mal verhaftet,wie Schwerstverbrecher behandelt, anstatt dass man ihnen die dringend nötige Opferhilfe zukommen lässt.Aufgrund ihrer Machstellung übt die USA Druck auf Entwicklungsländer aus, ihre "Anti-Menschenhandel-Massnahmen" auszuweiten. Folgen: Siehe Südkorea