Syrien

13. Oktober 2015 04:36; Akt: 13.10.2015 05:01 Print

USA werfen Munition für Rebellen ab

Arabische Rebellengruppen in Syrien werden durch die USA mit Kleinwaffenmunition aus der Luft versorgt. Das amerikanische Militär dementiert jedoch.

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Sollen aus der Luft mit Munition versorgt worden sein: Betende Rebellen in Syrien. (Archivbild) (Bild: Keystone)

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Das US-Militär setzt ihre neue Anti-IS-Strategie in Syrien um: Für arabische Rebellengruppen werden Kleinwaffenmunition abgeworfen. Die Kurden in Kobane melden Waffenlieferungen von den USA, doch das amerikanische Militär dementiert.

Das US-Militär hat im Norden Syriens Kleinwaffenmunition für arabische Gruppen abgeworfen, die gegen die Terrormiliz Islamischer Staat kämpfen. Die Aktion sei bereits am Sonntag erfolgt, sagte der Sprecher des für die Anti-IS-Kampagne zuständigen Militärkommandos in Bagdad, Steve Warren. Demnach wurde die Ladung von C-17-Transportmaschinen der US-Luftwaffe abgeworfen. Er sagte nicht, welche Gruppen die Munition erhalten sollten. Ihre Anführer seien jedoch überprüft worden und hätten im Norden Syriens gegen den IS gekämpft.

Bestehende Gruppen versorgen

Das Vorgehen folgt der neuen US-Linie im Kampf gegen die Terrormiliz in Syrien. So hatte die Regierung von Präsident Barack Obama in der vergangenen Woche verkündet, Bemühungen um den Aufbau einer neuen syrischen Rebelleneinheit einzustellen. Stattdessen würden bestehende Rebellengruppen mit Ausrüstung – darunter Munition – versorgt, die auch das Ziel der USA verfolgen, den IS zu bezwingen.

Ein kurdischer Beamter aus der im Norden Syriens gelegenen Stadt Kobane sagte unterdessen, die USA hätten der wichtigsten Kurdenmiliz – der mit der PKK verbundenen Volksverteidigungseinheit YPG – 120 Tonnen Waffen und Munition zur Verfügung gestellt. Er wisse aber nicht, ob diese Ausrüstung auf dem Land- oder Luftweg angekommen sei, sagte der Beamte Mustafa Bali.

US-Militär dementiert

Doch das für die Anti-IS-Koalition zuständige US-Militärhauptquartier dementierte diese Angaben. In der vergangenen Woche seien syrische Kurden nicht direkt mit Waffen oder Munition beliefert worden, teilte es der Nachrichtenagentur AP in einer E-Mail mit.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die sich auf ein Netzwerk von Aktivisten in Syrien stützt, und der kurdische Beamte Bali teilten mit, die YPG und andere Gruppen hätten eine «Streitmacht für ein demokratisches Syrien» gebildet. Ihr Hauptziel sei die Bekämpfung des IS. In diesem Bündnis seien Araber, Kurden und assyrische Rebellen vereint. Ihr Ziel sei es, gemeinsam auf die Stadt Rakka zu marschieren, die selbst ernannte Hauptstadt des IS.

(chk/ap)