Rückkehr aus Syrien

21. Februar 2019 01:31; Akt: 21.02.2019 08:41 Print

USA wollen IS-Frau nicht zurücknehmen

Die USA fordern von Europa die Rücknahme von in Syrien festgenommenen IS-Mitgliedern – sie selber lehnen jetzt aber die Aufnahme einer Jihadistin ab.

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Die 24-jährige Hoda Muthana gehört zu rund 1500 ausländischen Frauen und Kindern, die von Kurden im Flüchtlingslager al-Hul festgehalten werden. (Undatierte Aufnahme) (Bild: Keystone/AP)

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Die US-Regierung will die reuige Anhängerin der Terrormiliz IS, Hoda Muthana, nicht wieder aufnehmen. Doch die Situation bleibt kompliziert.

US-Präsident Donald Trump schrieb am Mittwoch im Kurzbotschaftendienst Twitter, er habe US-Aussenminister Mike Pompeo angewiesen, die 24-jährige Hoda Muthana «nicht zurück ins Land zu lassen». Pompeo stimme ihm dabei «voll und ganz» zu, führte Trump weiter aus.

Diplomatische Trickkiste?

Pompeo hatte zuvor zum Fall der jungen Frau erklärt, bei ihr handle es sich «nicht um eine US-Bürgerin, und sie wird nicht in die Vereinigten Staaten hineingelassen». Sie habe keinen gültigen US-Pass und kein Anrecht auf einen solchen. Die Frau verfüge auch nicht über ein Visum, um in die Vereinigten Staaten einzureisen.

«Wir raten weiter allen US-Bürgern, nicht nach Syrien zu reisen», betonte Pompeo. Muthana hatte im US-Staat Alabama gelebt, bevor sie vor Jahren nach Syrien ausreiste, um sich dort dem IS anzuschliessen. Nach Angaben des Anwalts der Frau wurde sie aber in den Vereinigten Staaten geboren.

Die 24-Jährige gehört zu rund 1500 ausländischen Frauen und Kindern, die von Kurden im Flüchtlingslager al-Hul festgehalten werden. Sie hatte sich in einem Interview der britischen Zeitung «Guardian» zu Wort gemeldet und ihre Hoffnung geäussert, in die USA zurückkehren zu können. Sie sei online radikalisiert worden und bereue nun ihren Entscheid, sagte die Mutter eines 18 Monate alten Sohnes.

Prominente IS-Agitatorin

Muthana war nach eigenen Angaben 2014 über die Türkei nach Syrien in die damalige IS-Hochburg Raqqa gereist, wo sie einen australischen Jihadisten heiratete. Als dieser getötet wurde, heiratete sie einen Tunesier, der bei der Schlacht um Mossul im Nordirak fiel. 2018 ging sie eine Ehe mit einem syrischen IS-Kämpfer ein.

In sozialen Medien verbreitete Muthana IS-Propaganda und wiegelte Anhänger gegen die USA auf. Sie zählte zu den prominentesten IS-Agitatoren. Muthana gibt jetzt an, dass andere ihren Twitter-Account geführt hätten. Sie beschreibt sich als Opfer von Gehirnwäsche und sagt, sie schäme sich heute für ihre Unterstützung für die Islamisten.

US-Präsident Donald Trump hatte europäische Länder am Wochenende via Twitter dazu aufgerufen, mehr als 800 in Syrien gefangene IS-Kämpfer zurückzunehmen und vor Gericht zu stellen. Falls die Verbündeten nicht reagierten, seien die USA gezwungen, die Kämpfer auf freien Fuss zu setzen. Diese sind allerdings nicht in US-Gewahrsam, sondern in der Gewalt kurdischer Kräfte.

(sep/chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • lorenzo am 21.02.2019 07:42 Report Diesen Beitrag melden

    sie hat sich entschieden

    pech für die frau. sie ging und machte sich für das kalifat stark. nun sind sie gescheitert. sie hat sich entschieden, jetzt muss sie damit leben. das privileg auf westliche vorzüge, hat sie vertan.

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  • KKTVCAM am 21.02.2019 06:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es reicht

    Auch die Schweiz sollte keine Dschihadisten zurücknehmen. Jedem der in einer Terrororganisation ist / war sollte das Schweizer Bürgerrecht entzogen werden und die Aufenthaltsbewilligung entzogen werden. Falls die Person Kinder hat, können wir diese zurückholen, aber keine mündigen Personen.

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  • roll2go am 21.02.2019 05:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wendehälse

    USA hin oder her, die Frage ist: kann man diesen "Rückkehr-Willigen" trauen? Oder holen wir uns damit "IS-Schläfer" ins Land?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gruss aus Bern am 22.02.2019 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt wieder angekrochen kommen,

    geht nach dem unsäglichen IS-Terror, den solche Figuren unterstützt haben, definitiv nicht. Sollen die schauen, wo sie nun bleiben, das ist ausschliesslich deren Problem. Unterstützung verdienen die Opfer, nicht die Täter.

  • Alfred Krebs am 21.02.2019 20:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir müssen aufpassen

    Es reicht nicht aus, dass diese Personen im Ausland verurteilt und die Strafen absitzen müssen. Wenn dann Jahre später diese in die Schweiz einreisen, dann haben wir das Geschenk. Auch wenn es nicht populär ist, bin ich der Meinung, dass die Länder für ihre Landsleute verantwortlich sind. Das heisst für mich: verurteilen, verbüssen und dann kontrolliert weiterleben. Ob dann mit Elektronischen Fussfesseln oder etwas anderem.

  • Frau Fuzzinello am 21.02.2019 19:41 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Staatsbürgerin

    Nur weil diese Frau ein mal illegal in die USA eingereist war, ist das noch lange kein Grund, sie aufzunehmen. Vielleicht hat der Herr Wanner ja noch ein Zimmer in seinem Schloss frei.

  • Knecht Ruprecht am 21.02.2019 19:36 Report Diesen Beitrag melden

    Wollen wir und brauchen wir nicht!

    Zuerst will man uns abschlachten und vernichten, und wenn das nicht geht, will ich wieder lieb sein und mit euch leben. Soll sie ( und der kleine IS-nachwuchs) doch bei ihres gleichen bleiben. Wer gibt uns die Garantie, dass sie nicht vom IS als Schläferin zurück geschickt wird??

  • Bonaparte am 21.02.2019 19:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komisches Volch

    Bei kriminellen Ausländern in der Schweiz besteht ihr auf Ausweisung und Zurückschicken ins Heimatland. Umgekehrt darf das aber plötzlich nicht mehr gelten. Verstehe das wer wolle...