Kerry in China

13. April 2013 05:25; Akt: 13.04.2013 09:49 Print

USA wollen Hilfe von China in Korea-Krise

US-Aussenminister John Kerry sucht mit China neue Ansätze zur Entschärfung der Krise auf der koreanischen Halbinsel. Nach seinem Besuch in Südkorea landete Kerry in Peking.

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Nachdem Nordkorea den Wirtschaftsstandord Kaesong - in dem Nord- und Südkoreaner zusammenarbeiten - geschlossen hatte, fanden immer wieder Gespräche zur Wiedereröffnung statt. Am scheint ein Durchbruch gelungen. Links im Bild: Park Chol Su, der nordkoreanische Verhandlungsleiter und rechts sein südkoreanisches Gegenüber, Kim Kiwoong. Bei seinem Antrittsbesuch in China fordert US-Aussenminister John Kerry die chinesische Regierung auf, ihren Einfluss auf Nordkorea geltend zu machen, damit Kim sein Säbelrasseln endlich sein lässt. Zuvor hatte Kerry in Seoul Gespräche mit der südkoreanischen Präsidentin Park Geun-hye geführt und dabei Nordkorea eindringlich vor einem weiteren Raketentest gewarnt. Die USA befürchten den Abschuss zweier Raketen von der nordkoreanischen Ostküste. Ein Mitglied von Obamas Regierung sagte, ein solcher Angriff müsse jederzeit befürchtet werden. Auch Südkorea erhöht seine Alarmbereitschaft. Nordkorea schiesst eine Rakete mit einem Satelliten ins All und löst damit internationale Proteste aus. Der Uno-Sicherheitsrat reagiert auf den jüngsten Raketenstart Nordkoreas und verschärft die Sanktionen. Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un reagiert wiederum auf die strengeren Uno-Sanktionen und verkündet neue Atom- und Raketentests, die sich ausdrücklich gegen die USA richten. Am nächsten Tag droht er auch dem Nachbarstaat mit Angriffen. Wie jedes Jahr führen die USA und Südkorea eine geimeinsames Übungsmanöver in Südkorea durch. Allen Warnungen zum Trotz unternimmt Nordkorea einen weiteren Atomtest. Es ist der bislang dritte solche Test des Landes. Die südkoreanische Regierung verkündet den Plan, neue Langstreckenraketen zu produzieren. Ausserdem erklärt es, dass das alljährliche gemeinsame Seemanöver mit den USA in Bälde beginnen werde. Die Nachricht vom gemeinsamen Manöver der USA und Südkorea kommt im Norden schlecht an. Ein US-General erhält ein Anruf von einem nordkoreanischen Armeemitarbeiter, der ihm droht, der Krieg könne «jeden Moment» ausbrechen. Truppen der USA (Bild) und von Südkorea beginnen ihre alljährliche Übung «Foul Eagle». Rund 100'000 Amerikaner nehmen daran teil. Wegen des Atomtests verhängt der Uno-Sicherheitsrat erneut scharfe Sanktionen gegen das Land. Noch am gleichen Tag droht Nordkorea mit einem «präventiven» Atomschlag gegen die USA. Nordkorea kündigt das Waffenstillstandsabkommen mit Südkorea vom 27. Juli 1953 per 11. März 2013. Auch alle anderen Entspannungsabkommen mit dem südlichen Nachbarland werden nicht mehr anerkannt. Zudem wird der «Heisse Draht» in der entmilitarisierten Zone Panmunjeom zu Seoul gekappt. Am Tag darauf doppelt Kim Jong-Un nach und kündigt an, dass er das Atomprogramm weiter ausbauen will. Nordkorea schiesst zwei Testraketen mit kurzer Reichweite ab. Die USA verstärken darauf ihre Raketenabwehr. Nach US-Übungsflügen mit atomwaffenfähigen B-52-Langstreckenbombern in Südkorea droht Nordkorea den Vereinigten Staaten mit Angriffen auf ihre Stützpunkte in Japan und Guam. Nordkorea setzt alle Feldartillerietruppen in höchste Bereitschaft. Die USA entsenden zwei atomwaffenfähige Tarnkappenbomber (Stealth Bomber) vom Typ B-2 nach Südkorea. Kim Jong-Un reagiert auf die Verlegung der US-Stealth-Bomber mit weiteren Atomkriegsdrohungen und versetzt die strategischen Raketeneinheiten in Angriffsbereitschaft. Am nächsten Tag verkündet er, sein Land sei im Kriegszustand mit Südkorea. Kim Jong-Un kündigt an, den 2007 stillgelegten und 2008 teilweise zerstörten Atomreaktor Nyongbyon wieder in Betrieb zu nehmen. Die USA verlegen eine gigantische Radarinsel (Archivbild) nach Südkorea, um nordkoreanische Truppenbewegungen und Raketenstarts frühzeitig erkennen zu können. Ausserdem wurde ein US-Zerstörer in die Region verlegt. Nordkorea verweigert südkoreanischen Arbeitnehmern den Zugang zum binationalen Industriepark Kaesong, wo nordkoranische Arbeiter zu Billiglöhnen für südkoreanische Unternehmen arbeiten. Das gemeinsame Projekt galt als Garant für den Frieden. Kim Jong-Un genehmigt einen . Gleichentags verlegt Nordkorea eine Pjöngjang erklärt, dass die sowie von internationalen Organisationen in Nordkorea ab 10. April nicht mehr garantiert werden könne. Südkorea wehrt sich – zumindest verbal: «Wenn ein lokaler Krieg ausbricht, muss Nordkorea mit rechnen», sagte der südkoreanische Sicherheitsbeamte Kim Jang Soo (l.). Der chinesische Präsident mit seinem Verbündeten Kim und mahnt ihn, das riskante Säbelrasseln einzustellen. Laut dem südkoreanischen Vereinigungsminister Ryoo Kihl Jae wurde in Nordkorea eine erhöhte Aktivität auf dem Atomtestgelände in Punggye-ri festgestellt. Dies nährt die Ängste um einen erneuten Atomtest Nordkoreas. Wenige Stunden später nimmt der Minister seine Aussagen zurück. Die USA befürchten den Abschuss zweier Raketen von der nordkoreanischen Ostküste. Ein Mitglied von Obamas Regierung sagte, ein solcher Angriff müsse jederzeit befürchtet werden. Auch Südkorea erhöht seine Alarmbereitschaft.

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US-Aussenminister John Kerry hat am Samstag bei einem Besuch in Peking um den chinesischen Einfluss im Konflikt mit Nordkorea geworben. Bei einem Treffen mit seinem chinesischen Kollegen Wang Yi sprach Kerry von «enormen Herausforderungen», die bevorstünden.

Wang erklärte, Kerrys Besuch erfolge zu einer «kritischen Zeit». Nach dem Treffen mit Wang wollte Kerry zudem mit Chinas Staatschef Xi Jinping und Ministerpräsident Li Keqiang zusammenkommen. China gilt als einziger echter Verbündeter des isolierten Nordkoreas.

«Enormes Potenzial»

Es sei klar, dass kein anderes Land einen so grossen Einfluss auf Nordkorea habe wie China, erklärte Kerry vor seiner Abreise nach Peking während eines Besuchs in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. China habe diesbezüglich ein «enormes Potenzial», hiess es in einer gemeinsamen Erklärung Kerrys und der südkoreanischen Präsidentin Park Geun Hye.

Ohne Nordkorea direkt zu nennen, hatte Chinas neuer Präsident Xi vergangene Woche erklärt, niemand dürfe eine Region oder die Welt aus selbstsüchtigen Gründen ins Chaos stürzen.

Nordkorea hatte nach einem neuerlichen Atomtest in Februar in den vergangenen Wochen wiederholt Angriffsdrohungen gegen Südkorea und die USA ausgesprochen. Obwohl Pjöngjang bislang einen Abschuss nicht offiziell angekündigt hat, rechnen viele Beobachter mit einem Raketenstart in den Tagen rund um den Geburtstag von Nordkoreas Staatsgründer Kim Il-Sung am Montag.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mario am 13.04.2013 09:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zu viel verlangt?

    der junge kim will von den usa nur einen friedensvertrag. der wird seit 1953 von den usa abgelehnt, wie bei deutschland übrigens auch. und diesen wunsch lässt man nun gegenüber nordkorea eskalieren. das zeigt sehr viel über die absichten auch der aktuellen us-regierung auf.

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  • Dani Frei am 13.04.2013 09:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorher haben alle das Geld

    alle Lämder dieser welt haben schulden, und tausende müssen verhungern, aber füe waffen ist immer geld da - woher haben sie denn die kohle.???

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  • max s. am 13.04.2013 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Nordkorea bashing führt noch zum krieg!

    Andauerndes Nordkorea bashing ist langsam nicht mehr lustig, mit solchen taten sind wir mitschuldig wenn es dann zum krieg kommt und ich will kein Blut an meinen Händen! Wenn ich meinen Nachbarn dauernd belästige und in innerpolitische Sachen reinrede, wird der logischerweise sauer, das ist kein Zufall. Leider scheinen einige Parteien den Krieg mit Nordkorea zu begrüßen und gießen dauern öl ins Feuer!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • max s. am 13.04.2013 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Nordkorea bashing führt noch zum krieg!

    Andauerndes Nordkorea bashing ist langsam nicht mehr lustig, mit solchen taten sind wir mitschuldig wenn es dann zum krieg kommt und ich will kein Blut an meinen Händen! Wenn ich meinen Nachbarn dauernd belästige und in innerpolitische Sachen reinrede, wird der logischerweise sauer, das ist kein Zufall. Leider scheinen einige Parteien den Krieg mit Nordkorea zu begrüßen und gießen dauern öl ins Feuer!

    • Barbalala am 13.04.2013 15:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Berichterstattung...

      Entschuldigung, aber Sie schreiben als würden Sie nur nordkoreanische Berichterstattung lesen oder sehen. Aktive Provokation kam von beiden Seiten aber mit Atomwaffen zu drohen, konstant verbal und medial (Anti USA Filmen) anzugreifen ist nicht wirklich schlau...

    • Tim t. am 14.04.2013 01:14 Report Diesen Beitrag melden

      Ach Unsinn

      Die Nordkoreaner interessieren sich nicht, was Sie oder ich hier schreiben, glauben Sie mir.

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  • Paul Panik am 13.04.2013 14:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verschwörungstheorie

    Ich glaube, dass Nordkorea die Provokationen im Auftrag von Peking macht. Nordkorea soll mit einem Raketenangriff einen Krieg provozieren, damit China seinem Verbündeten zu Hilfe eilen kann und die Regionins Chaos stürzen will. Langfristig könnte China durch dieses Chaos an Einfluss gewinnen und zusätzliches Land einverleiben.

    • algusto am 13.04.2013 14:24 Report Diesen Beitrag melden

      Weltgeschichte studieren

      So ein Quatsch!

    • uncharted lands am 13.04.2013 14:52 Report Diesen Beitrag melden

      uncharted

      Die Provokationen sind lediglich eine Machtdemonstration Kims - nachdem er den Willen zu einigen innerpolitischen Reformen gezeigt hat, muss er gegenüber der Partei und den Militärs Stärke beweisen - denn diese mögen keine Reformen. Jede Reform wäre eine Schwächung ihrer Macht und damit ein Verlust von Ansehen. Wie heisst es so schön: Könige, Diktatoren und Putschisten - an der Macht bleiben sie alle nur solange die Untergebenen mitspielen.

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  • Klarsicht am 13.04.2013 13:30 Report Diesen Beitrag melden

    Viele Missverständnisse hier drin

    Erstens: Chinas Macht auf Nordkorea ist begrenzt, ausser wirtschaftliche Verknüpfungen, die mit der Kriegsrhetorik Nordkoreas auch sinken, ist da nicht viel. Nordkorea lehnte sich im Kalten Krieg an die Sowjetunion, die es heute ja nicht mehr gibt. Die Politiker in Pjöngjang wissen, dass eine militärische Intervention mit den USA unweigerlich zur Niederlage führt. Es geht hier um Erpressung um Lebensmittel, etc. zu bekommen, damit das Regime überlebt. Zudem muss Kim Jong-Un sich bei den mächtigen Militärs beliebt machen um politisch zu überleben.

    • uncharted lands am 13.04.2013 14:54 Report Diesen Beitrag melden

      uncharted

      Richtig erkannt. Vor allem, nachdem er sich bei den Militärs zuletzt durch wirtschaftliche Reformversuche bei ihnen unbeliebt gemacht hat - jetzt muss Kim ihnen gegenüber Stärke zeigen.

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  • Lapos am 13.04.2013 12:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Informieren

    Wann immer über eine sache besonders laut gestritten bzw berichtet wird sollte man sich unabhängig informieren auf neutralen news seiten. Das werde ich nun tun weil die sache wie schon oft stinkt!

  • Beobachter am 13.04.2013 12:11 Report Diesen Beitrag melden

    Gegenseitigkeit

    Die Amerikaner müssen den Chinesen halt auch mal was bieten können, zB Zugeständnisse in der Diaoyu/Senkaku Frage, dann wäre China sicherlich bereit dem Kim das Maul zu stopfen. Immer nur nehmen und nichts geben funktioniert nicht.

    • Mark Strahl am 13.04.2013 14:26 Report Diesen Beitrag melden

      Bitte was?

      Ähh... was haben denn die Amis mit diesen Inseln zu tun? Die Amis haben dort keine Zugeständnisse zu machen.

    • Wälti am 14.04.2013 23:24 Report Diesen Beitrag melden

      Das stimmt

      Die Inseln sind zwar in japanischer Hand aber die Amis haben dort das Sagen

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