Afghanistan

27. Mai 2014 17:44; Akt: 27.05.2014 21:52 Print

USA wollen fast 9800 Soldaten stationiert lassen

Nach dem Abzug der internationalen Truppen wollen die USA fast 10'000 Soldaten in Afghanistan lassen. Die Amerikaner sollten afghanische Sicherheitstruppen ausbilden.

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US-Präsident Barack Obama spricht bei einem Besuch in Afghanistan zu amerikanischen Soldaten. (Bild: Keystone/Evelyn Chavez / us Department of Defense / Handout)

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«Dieses Jahr bringen wir Amerikas längsten Krieg zu einem verantwortungsvollen Ende», sagte Obama am Dienstag in Washington. «Die Amerikaner haben gelernt, dass es schwieriger ist, einen Krieg zu beenden, als einen anzufangen.»

Nach einem Jahrzehnt Krieg im Irak und in Afghanistan sei es nun an der Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Zwar sei Afghanistan kein «perfekter Ort» - die Verantwortung für das Land liege jetzt aber bei den Afghanen.

Die nach 2014 verbleibende US-Truppe solle wie seit längerem bekannt gemeinsam mit NATO-Kräften und anderen Partnern afghanische Sicherheitstruppen ausbilden und den Kampf gegen das Terrornetzwerk Al-Kaida unterstützen, sagte Obama. Ende 2016 solle dann die Truppenpräsenz auf den Schutz der US-Botschaft in Kabul reduziert werden.

Sicherheitsabkommen notwendig

Zur Umsetzung dieser Pläne sei jedoch die Unterzeichnung des ausgehandelten Sicherheitsabkommens mit den Land notwendig, betonte der Präsident. Obama hofft, dass es nach der Wahl eines neuen afghanischen Präsidenten im Juni rasch dazu kommt. Es gelte, die über lange Jahre mit vielen Opfern erzielten Fortschritte zu sichern.

Präsident Hamid Karsai weigert sich, ein Sicherheitsabkommen für einen andauernden begrenzten Einsatz der Amerikaner zu unterzeichnen, sondern will das seinem Nachfolger überlassen. Die Präsidentenwahl geht im Juni in die nächste Runde; Karsai konnte sich nicht ein weiteres Mal zur Wahl stellen.

Als er 2009 das Präsidentenamt übernahm, hätten 180'000 US-Soldaten im Irak und in Afghanistan gekämpft, sagte Obama. Derzeit seien noch rund 32'000 US-Soldaten stationiert.

Grundsatzrede angekündigt

Obama kündigte für Mittwoch eine aussenpolitische Grundsatzrede an, in der er vor Soldaten in der Militärakademie West Point die neue Linie der USA aufzeigen will. In seiner Rede wolle Obama erläutern, wie er seine Aussenpolitik «breiter» anlegen werde, hatte die «New York Times» vorab berichtet.

Damit wolle er Kritik begegnen, dass die USA ihre Führungsrolle aufgegeben hätten und konzeptlos von einer Krise zur nächsten schlingerten. Der Präsident werde bekräftigen, dass es einen Mittelweg zwischen Isolationismus und militärischer Intervention gebe.

(sda)