19. Januar 2008 07:22; Akt: 19.01.2008 07:27 Print

USA wollen nicht Folterland genannt werden

Die USA haben dagegen protestiert, vom kanadischen Aussenministerium als Folterstaat eingestuft zu werden.

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Es sei absurd und beleidigend, mit Staaten wie dem Iran und China in eine Reihe gestellt zu werden, sagte der US-Botschafter in Toronto, David Wilkins, am Freitag der Nachrichtenagentur AP. Er habe daher beim kanadischen Aussenministerium sehr nachdrücklich gefordert, von dieser Liste entfernt zu werden.

Bei dem Dokument handelt es sich um ein Ausbildungshandbuch für kanadische Diplomaten. Darin werden die Vereinigten Staaten als ein Land aufgeführt, in dem Gefangene dem Risiko ausgesetzt seien, misshandelt und gefoltert zu werden. Dabei wurde sowohl auf das US-Gefangenenlager Guantanamo hingewiesen als auch auf Verhörtechniken wie das Ausziehen von Gefangenen, das Verbinden ihrer Augen und Schlafentzung. Als weitere Staaten mit Folterrisiko werden Israel, Afghanistan, China, Ägypten, Iran, Saudi-Arabien, Mexiko und Syrien genannt. Auch die israelische Botschaft forderte, aus dieser Liste entfernt zu werden, und erklärte, in Israel sei jede Form von Folter verboten.

Ein Sprecher des kanadischen Aussenministeriums betonte, das Handbuch sei nur für Ausbildungszwecke bestimmt und sei kein Ausdruck der offiziellen Regierungspolitik. Das Handbuch verfolge die Absicht, die Teilnehmer der Ausbildungsklassen zu Diskussionen anzuregen, sagte der Sprecher Neil Hrab.

(ap)