Telefonstreich mit US-Diplomat

07. März 2019 12:33; Akt: 07.03.2019 13:28 Print

Ueli Maurer für russische Propaganda missbraucht

Im Namen von Ueli Maurer wurde ein US-Regierungsvertreter ausgehorcht. Dahinter stecken zwei russische Komiker.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die russischen Komiker Wowan und Lexus haben den Namen des Schweizer Bundespräsidenten Ueli Maurer für einen Telefonstreich benutzt. Was sich anhört wie ein Lausbubenstreich, ist in Wirklichkeit wohl russische Propaganda.

Die beiden Pranker haben im Namen des SVP-Politikers mit Elliott Abrams, Trumps Delegiertem im Venezuela-Konflikt, gesprochen. Wie das russische Medium «Sputnik» berichtet, wollten sie damit die angebliche Beteiligung der USA am Putschversuch aufarbeiten.

Abrams droht mit rechtlichen Schritten

Auf einer Tonaufnahme ist der Missbrauch von Ueli Maurers Namen gut zu hören. Zur Begrüssung heisst es: «Mr. Abrams? Hi, this is Mr. Maurer.» Abrams steigt darauf ein und es entwickelt sich ein munteres Gespräch.

Der falsche Maurer erzählt von geheimen Bankkontos, die der venezolanische Staatschef Nicolas Maduro und sein Gefolge in der Schweiz betreiben würden. Abrams fordert den falschen Maurer auf, die Konten zu sperren. Er drohte gar mit rechtlichen Schritten.

Nähe zum Kreml bekannt

Wie der «Blick» schreibt, ist der Fall im Bundesrat bekannt. Maurers Sprecher, Peter Minder, sagt: «Wir äussern uns nicht dazu.» Deshalb ist bislang nicht bekannt, ob die Schweizer Regierung gegen die beiden Russen vorgeht.

Neben «Sputnik» berichtete auch der zweite russische Staatssender, «Russia Today», über den Prank. Beiden Sendern wird von Kritikern eine unmittelbare Nähe zum Kreml nachgesagt. Die beiden Komiker treten auch immer wieder im Staatsfernsehen auf. Sie bestreiten allerdings eine Zusammenarbeit mit dem Kreml. Es heisst: Sie seien Patrioten und unterstützten Putins Politik, für den Kreml arbeiteten sie jedoch nicht.

An der Grenze des Legalen

Abrams ist nicht der erste Prominente, der von Lexus und Wowan getäuscht wurde. Auch Elton John und John McCain fielen bereits einem Telefonstreich zum Opfer.

Übrigens: Die beiden arbeiten gemäss russischem Gesetz legal. Es ist nicht verboten, sich unter falschem Namen vorzustellen, solange der Gesprächspartner nicht beleidigt oder bedroht wird.

Das Gespräch des Komikers mit dem Trump-Delegierten finden Sie unten.

(fss)