Gazprom

30. Dezember 2008 16:56; Akt: 30.12.2008 18:24 Print

Ukraine gibt im Gasstreit nach

Der ukrainische Gaskonzern Naftogaz wird zwei Milliarden Dollar Schulden beim russischen Monopolisten Gazprom begleichen.

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Kurz vor dem zum Jahreswechsel drohenden Stopp der russischen Gaslieferungen an die Ukraine haben die beiden Länder offenbar eine Einigung erzielt. Die ukrainische Regierung wies den Staatskonzern Naftogaz am Dienstag an, sich die von dem russischen Energieversorger Gazprom geforderten rund zwei Milliarden Dollar bei Banken zu leihen. Die Zentralbank in Kiew greift nach eigenen Angaben Naftogaz bei der Begleichung der Schulden unter die Arme.

Die Agentur Interfax hatte bereits zuvor von einem Durchbruch bei den Verhandlungen berichtet. Gazprom hatte der Ukraine vorgeschlagen, die Schulden mit den Gebühren zu verrechnen, die Russland für die Durchleitung seines Gases nach Europa zahlt.

Ein Sprecher von Naftogaz stellte indes klar, dass diese Option nicht in Erwägung gezogen werde. Die Ukraine ist von der Finanzkrise schwer getroffen und musste bereits beim Internationalen Währungsfonds Hilfsgelder beantragen.

Gazprom deckt rund einen Viertel der Gaslieferungen nach Europa ab. Im Zusammenhang mit dem Streit zwischen den beiden Ländern teilte der Verband der Schweizerischen Gasindustrie (VSG) mit, er erwarte keinerlei Beeinträchtigung der Versorgung der Schweiz. Mit Russland habe der VSG keine Verträge.

Das «ausgewogene und geografisch breit diversifizierte Import- Portfolio» gewährleiste die Versorgungssicherheit der Schweiz. Zudem seien damit die Beschaffungsrisiken minimiert, hiess es in der Mitteilung.

(sda)