Konflikt mit Russland

26. Februar 2019 05:10; Akt: 26.02.2019 05:23 Print

Ukraine zieht ESC-Kandidatin wieder zurück

Der ukrainische Sender UA PBC und die Sängerin Maruv konnten sich nicht auf einen Vertrag einigen. Als Grund geben beide Seiten den schwelenden Konflikt mit Russland an.

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«Ich bin Musikerin und kein Werkzeug im politischen Spiel»: Anna Korsun, die als Maruv für die Ukraine am ESC antreten wollte. (24. Februar 2019) (Bild: Keystone/Vladimir Donsov)

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Der Eurovision Song Contest (ESC) wird erneut vom Konflikt der Ukraine mit Russland überlagert. Überraschend wird die Ukraine beim diesjährigen Wettbewerb nicht von der Sängerin Maruv vertreten.

Dies, obwohl die 27-Jährige am Samstag den Vorentscheid für sich entschieden hatte. Wie am Montag bekannt wurde, konnten sich die Sängerin und der ukrainische Sender UA PBC nicht darauf einigen, wie sie die Rolle als Repräsentantin des Landes ausfüllen soll.

Der Sender warf Maruv, die mit ihrem richtigen Namen Anna Korsun heisst, vor, den Wettbewerb zu politisieren. So weigere sie sich, als «Kulturbotschafterin der Ukraine» und «Sprachrohr der öffentlichen Meinung der Ukraine» aufzutreten, erklärte der Sender.

Dagegen sagte die Sängerin, sie sei nicht bereit, sich politisch einspannen zu lassen. «Ich bin Musikerin und kein Werkzeug im politischen Spiel», erklärte sie auf Instagram. Nach ihren Angaben untersagte ihr der Vertrag auch Auftritte in Russland, obwohl für April mehrere Konzerte in Moskau geplant waren. Doch sei dies nicht der Hauptgrund für ihre Ablehnung des Vertrags gewesen.

Teilnahme ungewiss

Vize-Regierungschef Wjatscheslaw Kirilenko warf Russland vor, hinter dem Streit zu stehen. Eine Künstlerin, die in dem Staat auftrete, der die Ukraine angegriffen habe, die das auch in Zukunft tun wolle und darin nichts Unrechtes erkennen wolle, «kann die Ukraine nicht vertreten», erklärte er auf Twitter. Wer nun an ihrer Stelle im Mai in Israel antreten wird, war zunächst unklar.

Vor zwei Jahren hatte die Ukraine schon einmal als Gastgeberland des ESC für einen Eklat gesorgt, als sie der russischen Kandidatin Julia Samoilowa die Einreise verweigerte, weil diese 2015 ein Konzert auf der von Russland annektierten Krim-Halbinsel gegeben hatte. Daraufhin verzichtete Russland auf seine Teilnahme.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Weiter so ! am 26.02.2019 06:36 Report Diesen Beitrag melden

    Kompliment an Anna Korsun,

    eine Frau, die sich von pervertierten Politikern nicht instrumentalisieren und kaufen lässt.

  • Michi am 26.02.2019 07:19 Report Diesen Beitrag melden

    Russland ist also Schuld?

    Wenn die Künstlerin nicht Propaganda für Ukraine machen will und sich nicht in Ihrer Freiheit einschränken lassen will, wo sie auftreten will? Also ehrlich, perverser geht es ja fast nicht....

  • Gagarin am 26.02.2019 07:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schon wieder?

    Also möchte Ukraine wieder ein politisches Lied abliefern, dies obwohl der ESC offiziell das verbietet. Ukraine wird immer wie suspekter.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wörni am 26.02.2019 19:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Problem

    Das ist kein Unglück. Dieser ESC ist sowieso ein politisches Theater.

  • Bobby am 26.02.2019 18:56 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo,

    ich ziehe meinen Hut vor dieser Frau. Jetzt wird der Westen und auch Israel recht sauer sein, denn beide sind doch Ukraineunterstützer und antirussisch.

  • N.Stadelmann am 26.02.2019 18:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer Politik im ESC betreibt soll bestraft werden!

    Eigentlich sollten spätestens jetzt auch die Organisatoren vom ESC merken, um was es der Ukraine immer nur geht. Den ESC Politisieren und keile zwischen den Nationen zu treiben. Der Sieg der damaligen Jamala sollte aberkannt werden und das Lied der Australierin Dami in, was ein mega lied war, als Siegeslied erkoren werden. Die Ukraine hätte schon damals nie auftreten dürfen!

  • A.W. am 26.02.2019 17:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verlogenheit auf allen Seiten

    Unglaublich wie viele gesteuerte Kommentatoren Russland verherrlichen. Dabei sind sie genau so verlogen wie die USA und die Oligarchen der Ukraine. Die einzig Ehrlichen sind die Ukrainer, die leider nichts zu sagen haben. Sie verurteilen ihre eigenen Politiker genau so, wie die verlogenen Russen. Bei Gorbatschow, Reagan und Kohl herschten noch Ehre, Diplomatie und Friedenswillen. Auch die EU ist leider nicht besser. Sie dürften die Ukraine nie an sich binden, sondern ihm nur die Aufgabe eines neutralen Pufferstaates auferlegen.

  • #DieWeltistnichtzuretten am 26.02.2019 15:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Halloooo

    Aufwachen! Den Artikel bitte fertiglesen! Es geht hauptsächlich darum, dass diese Sängerin die Auftritte in Russland trotz des bestehenden Konfliktes plant und kein Problem dahinter sieht. Ich sehe das Problem und unterstütze die Entscheidung meiner Heimat voll und ganz.