USA

05. Juli 2018 21:41; Akt: 05.07.2018 22:27 Print

Umweltbehörden-Chef tritt nach Skandalen zurück

Scott Pruitt, der umstrittene Direktor der US-Umweltbehörde EPA, tritt von seinem Amt zurück. Ihm wird Geldverschwendung und Amtsmissbrauch vorgeworfen.

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EPA-Chef Scott Pruitt soll Steuergelder zum Fenster herausgeworfen und sein Amt für persönliche Interessen missbraucht haben. Jetzt ist er zurückgetreten. Pruitt gilt als loyaler Gefolgsmann von Trump und hatte den Kurs des Präsidenten zur Lockerung von Umweltauflagen und zur Förderung der Kohlebranche getreu umgesetzt. Trump lobte Pruitt gleichwohl dafür, dass er einen «herausragenden Job» geleistet habe: «Ich werde ihm dafür immer dankbar sein.» Pruitt, ein umstrittener Gegner von mehr Klimaschutz, erhielt in seiner Amtszeit viele Todesdrohungen. Bild: Eingang zum EPA-Hauptquartier in Washington am 21. September 2017. Deshalb erhielt er Leibwächter rund um die Uhr. Pruitt wurde angeblich vier- bis fünfmal so oft mit dem Tod bedroht wie Gina McCarthy, die EPA-Direktorin unter Präsident Barack Obama. Weil viele EPA-Angestellte Pruitts Kurs ablehnten, waren auch die internen Sicherheitsmassnahmen verschärft worden. Präsident Donald Trump stellte den Ex-Staatsanwalt von Oklahoma hauptsächlich an, um seine Vorstellungen gegen den Klimaschutz durchzusetzen. Gegen den Austritt wurde sogar in der Schweiz demonstriert. Bild: Unter der Leitung von Greenpeace protestieren Klima-Aktivisten am 2. Juni 2017 vor der US-Botschaft in Bern. Pruitt hatte etwa EPA-Wissenschaftler angewiesen, sich mit Pro-Klimaschutz-Äusserungen zurückzuhalten. Bild: In Providence, Rhode Island, protestieren Demonstranten am 23. Oktober 2017 dagegen, dass drei EPA-Forscher nicht an einer Umweltkonferenz teilnehmen durften.

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Der Direktor der US-Umweltbehörde EPA, Scott Pruitt, ist nach einer Serie von Skandalen zurückgetreten. Präsident Donald Trump teilte am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter mit, er habe das Rücktrittsgesuch Pruitts akzeptiert.

Der EPA-Chef war in seiner weniger als anderthalbjährigen Amtszeit durch Vorwürfe, er habe Steuergelder zum Fenster herausgeworfen und sein Amt für persönliche Interessen missbraucht, immer wieder in die Negativschlagzeilen geraten.

Trump lobte Pruitt gleichwohl dafür, dass er einen «herausragenden Job» geleistet habe: «Ich werde ihm dafür immer dankbar sein.» Die Behördenleitung soll nach Angaben Trumps vorübergehend von EPA-Vizedirektor Andrew Wheeler übernommen werden.


Loyaler Gefolgsmann Trumps

Trotz der Welle von Vorwürfen hatte Trump lange keinerlei Distanz zu Pruitt erkennen lassen. Am Mittwoch hatte sich das Weisse Haus dann aber besorgt über die anhaltenden Negativberichte über den EPA-Chef geäussert.

Pruitt gilt als loyaler Gefolgsmann von Trump und hatte den Kurs des Präsidenten zur Lockerung von Umweltauflagen und zur Förderung der Kohlebranche getreu umgesetzt. In seiner früheren Tätigkeit als Generalstaatsanwalt des Bundesstaats Oklahoma hatte er die mächtige Umweltbehörde noch vehement bekämpft, weshalb seine Ernennung durch Trump zum EPA-Chef eine Schreckensnachricht für viele Umweltschützer war.

Aussergewöhnlichen Lohnerhöhungen für Vertraute

Pruitt machte dann im Laufe der Monate aber vor allem mit seinen ausufernden Reisekosten von sich reden sowie mit seinem Wunsch nach zusätzlichem Sicherheitsschutz und aussergewöhnlichen Lohnerhöhungen für vertraute Berater.

Auch ein für ihn vorteilhaftes Mietgeschäft mit der Frau eines Lobbyisten, der mit der EPA in Verhandlungen stand, sorgte für Aufsehen.

Jüngst ging ein Video viral, in dem der umstrittenen EPA-Chef in einem Restaurant zum Rücktritt aufgefordert wurde. «Ich wollte Sie lediglich dazu auffordern zurückzutreten aufgrund dessen, was Sie der Umwelt und unserem Land antun», sagt die Frau, die laut ihrer Facebook-Seite Kristin Mink heisst und Lehrerin an einer Highschool ist.

(kko/afp)