Elsass

04. Dezember 2019 02:29; Akt: 04.12.2019 05:45 Print

Unbekannte schänden über 100 jüdische Gräber

In der Nähe von Strassburg sind auf 107 Gräbern eines jüdischen Friedhofs antisemitische Inschriften gefunden worden.

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Unbekannte haben im Elsass Gräber auf einem jüdischen Friedhof geschändet. Auf 107 Grabstätten des Friedhofs Westhoffen, rund 25 Kilometer von Strassburg entfernt, seien antisemitische Inschriften gefunden worden, teilte die Präfektur Bas-Rhin am Dienstag mit.

Auch auf dem jüdischen Friedhof der Gemeinde Schaffhouse-sur-Zorn seien am Dienstag antisemitische Graffiti entdeckt worden. Wie viele Gräber dort betroffen waren, war zunächst nicht bekannt.

Der Präfekt der Region Grand Est an der Grenze zu Deutschland, Jean-Luc Marx, verurteilte die Schändung der Gräber und sagte der jüdischen Gemeinde seine Unterstützung zu. Die feigen Handlungen des Hasses dürften nicht das Zusammenleben der Gesellschaft in Frage stellen, hiess es in einem Statement der Präfektur. Die Welle der antisemitischen, rassistischen und migrantenfeindlichen Handlungen, die die Region in den vergangenen Monaten getroffen habe, müsse bekämpft werden.

«Beleidigung der Werte»

Die «abscheulichen Taten» seien eine Beleidigung der Werte der Republik, schrieb Innenminister Christophe Castaner auf Twitter. Es werde alles getan, damit diese nicht ungestraft blieben. Die Gendarmerie sei im Einsatz, um die Täter zu finden, so Castaner.

Macron verurteilt Schändung

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die Hakenkreuz-Schmierereien auf einem jüdischen Friedhof im Elsass scharf verurteilt. «Antisemitismus ist ein Verbrechen und wir werden ihn bekämpfen, in Westhoffen und überall, bis unsere Toten in Frieden ruhen können.»

Dies schrieb Macron am Dienstagabend im Onlinedienst Twitter. Zuvor hatte bereits Innenminister Christophe Castaner mitgeteilt, die «abscheulichen Taten» seien eine Beleidigung der Werte der Republik.

Die neuen Schmierereien reihen sich in eine Serie antisemitischer Vorfälle im Elsass ein, die bereits Anfang des Jahres in Frankreich für Empörung gesorgt hatten. Auf dem jüdischen Friedhof von Quatzenheim, nordwestlich von Strassburg, hatten Unbekannte im Februar rund 80 Gräber mit Hakenkreuz-Schmierereien geschändet. Staatschef Emmanuel Macron besuchte nach dem Vorfall die kleine Gemeinde.

Im März wurde das Eingangsportal und eine Seitenwand einer ehemaligen Synagoge in der Gemeinde Mommenheim ebenfalls mit Hakenkreuzen bemalt entdeckt. Die Vorfälle lösten eine Debatte über zunehmenden Antisemitismus in Frankreich aus.

(chk/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • d.g. am 04.12.2019 09:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    grabschändung

    das ist sehr schlimm und sollte hart bestraft werden.

  • Maya am 04.12.2019 07:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schande

    An jene die solche Taten verüben. Jeder Mensch wird geboren und wird nicht nach Geschlecht, Religion und Herkunft gefragt. Doch er oder sie ist ein Mensch und will in Frieden sein Leben leben. Schande, wenn Menschen mit Hirn nicht neben einander leben können.

  • niki17 am 04.12.2019 07:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    echt jetzt

    das geht gar nicht egal wer begraben ist welche Religion. gräber sind tabu

Die neusten Leser-Kommentare

  • PROLLTRASH am 04.12.2019 17:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fragen

    warum ist eigentlich antisemitismus weltweit ein problem? ich kann mir kaum vorstellen dass das grundlos einfach so ist. da muss doch was gelaufen sein. ich bin der meinung von nichts kommt nichts. hat das noch keiner herausgefunden? und warum hat es ein eigenes wort? warum fällt es nicht einfach unter rassismus?

  • Verursacher sind mies am 04.12.2019 16:25 Report Diesen Beitrag melden

    Das Thema muss am köcheln bleiben;

    weil da einige Hakenkreuze angesprayt sind, bedeutet dies noch lange nicht, dass der Verursacher wirklich aus der Ecke dieser widderlichen Gesinnung stammt.

  • John Livers am 04.12.2019 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Rechtsextremer......

    Ich weiss nicht was diese Leute zu solchen Taten veranlasst. Die sitzen uns doch nicht auf der Tasche. Ich mag es nicht, wenn wir für junge kräftige Männer Sozialhilfe bezahlen müssen, nur weil sie die Arbeit scheuen. Deshalb werde ich oft fälschlich als Rechtsextrem eingestuft.

  • Chrigel am 04.12.2019 14:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schande

    Ich bin erschüttert, so viele zu sehen! Einfach nur eine Schande.

  • Sandy am 04.12.2019 14:14 Report Diesen Beitrag melden

    Pietätlos

    Das schmerzt enorm beim Lesen. Nebenbei frage ich mich, wer für die Kosten der verschandeten Grabsteine aufkommt. Wahrscheinlich müssen das die Besitzer selber tragen, ausser sie haben eine zusätzliche Versicherung abgeschlossen... So ein Grabstein ist schnell mal um die 5000 Franken. Die Verdächtigen werden wahrscheinlich nie geschnappt werden. Dann bin ich der Meinung, dass der Friedhof (Steuergelder dieser Kriche oder sie haben eine Versicherung) dafür aufkommen sollte, da er die Sicherheit der Gräber sicherstellen muss.