Über 700 Betroffene

27. April 2019 16:31; Akt: 27.04.2019 18:14 Print

Unis in Kalifornien rufen Masern-Quarantäne aus

Hunderte Studenten zweier Unis in Los Angeles müssen wochenlang zu Hause bleiben. Es ist die grösste Quarantäne-Anordnung in der Geschichte Kaliforniens.

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«Sie wurden unter Quarantäne gesetzt». Diese Anordnung erhielten am Freitagnachmittag rund 1000 Menschen der UCLA und der Universität von Los Angeles. Wegen einer möglichen Ansteckung mit Masern müssen die Studenten und Mitarbeiter der zwei Universitäten zu Hause bleiben und den Kontakt mit anderen Menschen meiden.

Es handelt sich dabei laut US-Medien um eine der grössten Quarantäne-Anordnung in der Geschichte Kaliforniens. Rund 1000 Menschen könnten am 11. April zwischen 11 und 15 Uhr Masern ausgesetzt gewesen sein, schreibt der US-Sender CNN unter Berufung auf örtliche Gesundheitsbeamte. Sie alle könnten an jenem Tag mit einer an Masern erkrankte Personen in Kontakt gekommen sein, die sich in der Bibliothek und in bestimmten Klassenräumen der Universität Los Angeles aufgehalten hatten.

Bis zu 18 Stunden festgehalten, bis ein Impfausweis auftauchte

Die Quarantäne könnte bis zu 21 Tagen andauern, berichtet die «Washington Post».

Wer unter den Betroffenen an den beiden Unis eine Impfung zum Schutz vor Masern nachweisen kann, darf sich wieder frei bewegen, berichten US-Medien weiter. Daher sinke die Zahl der Quarantänefälle kontinuierlich und stand laut «Washington Post» zuletzt bei rund 700.

Viele der betroffenen Studenten wurden dennoch stundenlang von Gesundheitspersonal befragt, bevor sie gehen konnten. «Mich fragte eine Krankenschwester, ob ich geimpft sei. Ich musste meine Eltern kontaktieren, die dann eine Kopie meines Impfausweises schickten», erzählt Studentin Jade McVay zu CNN. «Ich hatte Glück, ich sass nur zwei Stunden fest, aber einige meiner Kommilitonen mussten bis zu 18 Stunden ausharren, bis sie sie gehen liessen.»

Jetzt also doch: Trump ruft zu Impfungen auf

In den USA ist die Zahl der Masern-Erkrankungen aktuell auf dem höchsten Stand, seit die Krankheit im Jahr 2000 dort für besiegt erklärt wurde.

Angesichts der besorgniserregenden Ausbreitung von Masern hatte US-Präsident Donald Trump am Freitag Eltern zur Impfung ihrer Kinder aufgerufen: «Diese Impfungen sind so wichtig.» In der Vergangenheit hatte sich Trump skeptisch zu dem Thema geäussert. Im Jahr 2014 hatte er einen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus bei Kindern hergestellt - ein bei Impfgegnern verbreiteter Irrglaube.

Vor kurzem hatte die US-Gesundheitsbehörde Rekordzahl von Masern-Fällen gemeldet, nämlich 695 Krankheitsfälle landesweit.
Masern-Viren kann man sich über Speicheltröpfchen in der Luft einfangen. Einige Tage danach breitet sich ein Ausschlag über den ganzen Körper aus. Etwa jeder zehnte Patient hat Komplikationen, beispielsweise Mittelohr- oder Lungenentzündungen. Je älter der Infizierte ist, desto gefährlicher wird die Krankheit. Selten kommt es auch zu Gehirnentzündungen, die tödlich enden können.

(kle/sda)