UNO-Vollversammlung

24. September 2019 19:59; Akt: 24.09.2019 20:05 Print

«Habe Angst, dass die Welt in zwei Teile zerbricht»

Am Dienstag begann die Generaldebatte der UNO. Nebst US-Präsident Donald Trump hielt auch Bundespräsident Ueli Maurer eine Rede.

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Bei der UNO-Generaldebatte wollen noch bis Montag Vertreter aller UNO-Mitgliedsstaaten ihre Sicht der Dinge auf die Konflikte der Welt darlegen. Am Dienstag hatten erste Redner das Wort.

UNO-Generalsekretär António Guterres

Guterres hat zum Auftakt der Generaldebatte der Vereinten Nationen vor einem «grossen Bruch» der Welt gewarnt. Es müsse alles getan werden, um dies zu verhindern.

«Ich habe Angst vor der Möglichkeit eines grossen Bruchs: Dass die Welt in zwei Teile bricht, dass die zwei grössten Wirtschaftsmächte der Welt zwei separate und miteinander im Wettbewerb stehende Welten erschaffen», sagte Guterres am Dienstag in New York vor der UNO-Vollversammlung.

«Wir müssen alles machen, um diesen grossen Bruch zu verhindern und ein allgemeingültiges System zu erhalten - mit einer allgemeingültigen Wirtschaft, allgemeingültigem Respekt für das internationale Recht, eine multipolare Welt mit starken multilateralen Institutionen.»

US-Präsident Donald Trump

«Die Zukunft gehört Patrioten», sagte Trump. Weise Regierungschefs stellten das Wohlergehen ihres eigenen Landes und ihrer eigenen Bevölkerung an erste Stelle. Trump lobte die Entwicklung der USA während seiner Amtszeit, nannte unter anderem die wirtschaftliche Entwicklung, die Arbeitslosenzahlen und den Ausbau des Militärs. Die USA seien die militärisch mächtigste Nation auf der Welt, sagte Trump. Er hoffe, dass diese militärische Stärke nicht zum Einsatz kommen müsse.

Weiter sprach sich Trump dafür aus, dass China den Status als Entwicklungsland verliere. Er warf Peking erneut unfaire Handelspraktiken vor. China habe erhoffte Reformen nicht durchgeführt, sondern sein Wirtschaftsmodell auf umfangreiche Staatssubventionen, Währungsmanipulationen, erzwungenen Technologietransfer und den Diebstahl geistigen Eigentums aufgebaut. Das Land müsse endlich den Status als Entwicklungsland verlieren, den es auf Kosten anderer Länder aufrechterhalte. Der Status sichert China Vorteile in Handelsbeziehungen.

Bundespräsident Ueli Maurer

Um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern, setze die Schweiz auf die Digitalisierung. Dies ist die Kernbotschaft von Bundespräsident Ueli Maurers Rede. «In der Vergangenheit haben wir oft Erfolg gehabt, wenn wir die neuste Technologie für das Gemeinwohl nutzen konnten», sagte Maurer. Investitionen in Forschung und Entwicklung, in die Bildung generell würden die Voraussetzungen schaffen für eine Welt, die bessere Chancen für alle biete.

Maurer stellte weiter fest, dass der Grundsatz der Gleichbehandlung von Staaten missachtet werde. Der Schweiz und vielen anderen kleineren Staaten mache diese Entwicklung Sorge. «Zu oft entsteht der Eindruck, dass die Macht der Grossen vor dem Recht der Kleinen kommt», sagte Maurer. «Kleinere Staaten haben nur das Recht auf ihrer Seite. Die internationale Gemeinschaft hat die Pflicht, dieses Recht zu schützen.»

Der Bundespräsident setzte sich für die Einhaltung der Menschenrechte ein. «So sehr wir uns um die Respektierung des humanitären Völkerrechtes bemühen, die Liste der Verstösse gegen dieses Recht ist lang. Es liegt an uns allen, den humanitären Werten überall zum Durchbruch zu verhelfen», sagte Maurer.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro

«Das Amazonasgebiet wird nicht verwüstet oder vom Feuer vernichtet, wie die Medien immer wieder irreführenderweise berichten», sagte Bolsonaro zur Kritik an seiner Umweltpolitik. «Die Regenwälder sind nach wie vor praktisch makellos und unberührt und wir sind eines der Länder, das die Umwelt am besten von allen schützt.»

Die Brände im Amazonasgebiet seien vor allem von trockenem Wetter, kriminellen Brandstiftungen und den Gepflogenheiten der lokalen Bevölkerung und der Ureinwohner ausgelöst worden, sagte Bolsonaro. «Jedes Land hat Probleme.»

Die Angriffe der Medien daraufhin seien aber «sensationslüstern» gewesen und hätten nicht auf Tatsachen beruht. Zudem lägen auch die Wissenschaftler falsch. «Es ist ein Trugschluss zu sagen, dass das Amazonasgebiet das Erbe der Menschheit ist, und es ist eine falsche Vorstellung der Wissenschaftler, dass das Amazonasgebiet die Lunge der Welt ist.»

Die Hilfsangebote vieler Länder seien ein Affront gewesen, sagte Bolsonaro weiter. Nur US-Präsident Donald Trump habe die Situation angemessen gehandhabt, indem er die Souveränität Brasiliens respektiert habe. Diejenigen, die Brasilien angegriffen hätten, seien nicht am Wohlergehen von Umwelt und Ureinwohnern interessiert, sondern lediglich an Geld und Bodenschätzen.

(vro/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Trumpi am 24.09.2019 21:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    China ist schon lange kein Entwicklungsland mehr

    China hat den Status als Entwicklungsland?? Echt krass, China kauft die ganze Welt und wird dabei auch noch unterstützt (z. B. GER 630 Millionen Steuergelder), hier hat DT absolut recht, und China ist der groesste Unweltverscutzer der Welt

  • Kaa73 am 24.09.2019 20:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ....

    Ueli Maurer gefällt mir. Sehr vieles in letzter oder jüngster Zeit, das er gesagt oder getan hat überzeugt mich immer mehr. Knuffiger, liebenswerter Kerl, irgendwie....

  • Felix Hänggi am 24.09.2019 21:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke für die Zukunft

    Maurer ist der beste. Er hat es geschafft die Welt zu beruhigen. Er hat gezeigt, dass es die Klimaveränderung nicht gibt. Innovation wird uns weiter bringen. Danke diesen kompetenten Mann

Die neusten Leser-Kommentare

  • Walter Portmann am 25.09.2019 19:35 Report Diesen Beitrag melden

    nur eine gute Seite

    Dann möchte ich auf der besseren Hälfte sein, sonst muss man sich gleich die Kugel geben.

  • Nick71 am 25.09.2019 16:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die 2 Teile der Welt heissen

    Für Greta oder gegen Greta

  • Rentner Sepp am 25.09.2019 15:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Mann hat recht.

    Vor 40 Jahren habe ich im ZDF eine Diskussion zwischen Wissenschaftler und Militärstrategen gesehen. Eine Aussage habe ich nie vergessen, nämlich die folgende. Es wird die Zeit kommen, da keine Atombomben, Panzer und andere militärische Einrichtungen mehr etwas nützen werden, denn der grösste Feind der Menschheit wird das Klima sein und diese macht an keiner Grenze halt und kann nicht mit Waffen aufgehalten werden. Dann müssen sich aller Länder zusammen setzen und sich überlegen was zu tun ist, damit alle überleben werden. Heute sind wir soweit, also ihr Politiker " es gibt viel zu tun,"......

  • Pascal S. am 25.09.2019 15:20 Report Diesen Beitrag melden

    Alles klar, Amerika?

    China hat seinen Fleiss auf intelligenter Art und Weise umgesetzt. Niemand wird nur mit Kopieren führend. Amerika kann einfach nicht mit Grösse und Klasse verlieren. Amerika versucht mit letzter Kraft andere schlecht zu reden, um nicht überholt zu werden. Was Trump da aufzählt, ist wohl sein nicht erreichtes Wunschdenken. Reformen hat sich jedes Land selber zu entscheiden.

  • F.M. am 25.09.2019 15:03 Report Diesen Beitrag melden

    Mutter Natur

    In einem hat der Brasilianer leider Recht; die Lunge der Welt ist die Tundra, welche in Russland bis zum Horizont wegen der Öl-Vorkommnisse im sandigen Boden abgeholzt wird und keiner schaut hin. Jedoch hat der Amazonas einer der artenreichsten Wälder der Welt. Aber auch die Wälder Indonesiens, welche einst 17% aller Arten auf dieser Welt beherbergen ist bereits zu 50% gerodet worden, Tendenz steigend. Überall auf der Welt wird die Natur ausgeschlachtet. Man muss nur hinschauen.