Elfenbeinküste

24. Februar 2011 16:51; Akt: 24.02.2011 16:54 Print

Uno warnt vor neuem Bürgerkrieg

Die Kämpfe zwischen Sicherheitskräften und den Anhängern des international anerkannten Präsidenten Outtara drohen zu eskalieren.

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Die Gewalt nimmt zu: Frauen flüchten aus Abidjan.

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Angesichts der massiven Gewalt in der Elfenbeinküste haben die UN am Donnerstag vor einem neuen Bürgerkrieg in dem westafrikanischen Land gewarnt. Einwohner des Viertels Abobo in der Grossstadt Abidjan berichteten von Feuergefechten mit automatischen Waffen am Donnerstagmorgen.

Die Kämpfe zwischen den Sicherheitskräften, die den abgewählten Machthaber Laurent Gbabgo unterstützen, und den sogenannten «unsichtbaren Kommandos» des international anerkannten Präsidenten Alassane Ouattara dauern bereits seit drei Tagen an.

Hunderte geflohen

Hunderte flohen am Donnerstag aus Abobo. Die Polizei riegelte den Stadtteil ab und liess Autofahrer nicht in das Viertel. Nach Angaben der UN brachen auch im Westen des Landes an der Grenze zu Liberia und Guinea Kämpfe aus. «Das ist ein Bruch des Waffenstillstands, der die letzten sechs Jahre gehalten hat», sagte der Sprecher der UN-Mission, Hamadoun Toure. «Das ändert alles. Vorher gab es Zusammenstösse zwischen der Polizei und Demonstranten. Jetzt beginnen Kämpfe zwischen zwei bewaffneten Gruppen. Das kann ernste Konsequenzen für das Land und die Region haben.»

Bereits am Dienstag war es in Abobo zu einem mehrstündigen Gefecht mit Maschinengewehren und Granaten gekommen, nachdem ein Militärkonvoi von bewaffneten Bewohnern des Stadtteils umzingelt worden war. Die «unsichtbaren Kommandos» erklärten, sie hätten bei einem Überfall am Dienstag 27 Polizisten getötet und drei Offiziere einer paramilitärischen Eliteeinheit gefangen genommen.

Bei den Wahlen im vergangenen November war der frühere Präsident Gbabgo seinem Konkurrenten Ouattara unterlegen, weigert sich aber seitdem, sein Amt abzugeben. In den vergangenen Monaten kam es immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der beiden Rivalen.

(ap)