02. November 2006 19:42; Akt: 02.11.2006 19:42 Print

Unternehmenssteuerreform in Deutschland: Union und SPD einig

In Deutschland haben sich Union und SPD auf ein Konzept zur Reform der Unternehmensteuern geeinigt. Damit sollen die Firmen deutlich entlastet werden.

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Das teilte Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) nach Abschluss der Beratungen am Donnerstag in Berlin mit. Mit den Beschlüssen werde der Steuerstandort Deutschland gestärkt, sagte Steinbrück.

Eckpunkte der Unternehmenssteuerreform

- Ab Januar 2008 sinkt die Steuerlast für Kapitalgesellschaften, also die Summe aus Körperschaft- und Gewerbesteuer, von aktuell 38,6 Prozent auf knapp unter 30 Prozent.

- Wie im Juli vom Bundeskabinett beschlossen betragen die jährlichen Einnahmeverluste für Bund und Länder im ersten Jahr höchstens fünf Milliarden Euro. Das Minus soll stetig schrumpfen und laut Steinbrück «eines Tages» in Überschüsse umschlagen.

- Ab 2009 wird eine pauschale Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Veräusserungsgewinne in Höhe von 25 Prozent eingeführt. Die neue Steuer soll anonym erhoben und direkt von den Banken an den Fiskus abgeführt werden.

- Personengesellschaften wie etwa GmbHs, die 84 Prozent aller deutschen Unternehmen stellen, werden wie Kapitalgesellschaften ebenfalls höchstens mit 29 Prozent besteuert, soweit und solange sie ihre Gewinne einbehalten. Bei späterer Entnahme aus dem Betriebsvermögen wird nachbesteuert.

- Die den Kommunen zustehende Gewerbesteuer bleibt bestehen. Bei der Bemessungsgrundlage wird die Hinzurechnung geändert. Künftig werden alle Zinsen und Finanzierungsanteile von Mieten, Pachten, Leasingraten und Lizenzen mit einem Faktor von 25 Prozent eingerechnet. Der Freibetrag soll bei annähernd 100.000 Euro liegen.

- Der Satz für die Körperschaftssteuer sinkt deutlich. Für Kapitalgesellschaften gilt eine «modifizierte Zinsschranke». Das heisst, sie können Zinsen nur steuerlich absetzen, wenn dem ein angemessen grosser Gewinn gegenüber steht.

- Der erste Gesetzentwurf von Finanzminister Steinbrück soll im Januar vorliegen. Das Gesetzgebungsverfahren soll bis zur Sommerpause beendet sein.

(SDA/AP)