Scherz geht voll daneben

11. Mai 2019 14:59; Akt: 12.05.2019 11:57 Print

Vater bringt Baby in ein US-Pfandleihhaus

Eine Aktion für ein lustiges Video löst in Florida eine Polizeifahnung aus. Ein Vater wollte den Wert seines Sohnes schätzen lassen.

Eine Aktion für ein lustiges Video löst in Florida eine Polizeifahnung aus. Ein Vater wollte den Wert seines Sohnes schätzen lassen. (Video: Sarasota Police Department)
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Dieser Scherz ging voll daneben: Brian Slocum, ein alleinerziehender Vater aus Florida, hat seinen kleinen Sohn in einem Pfandleihhaus auf die Theke gelegt und nach dessen Wert gefragt. Er wollte die Szene laut US-Medienberichten für einen komischen Videoclip verwenden. Doch der Besitzer des Ladens in Sarasota war alles andere als amüsiert und rief die Polizei.

Nach dem 43-jährigen Vater lief dann rasch eine Grossfahndung an, sein Foto wurde in regionalen Fernsehsendern gezeigt. Slocum kontaktierte daraufhin selbst die Polizei - und Dutzende von Beamten umzingelten nach seiner eigenen Schilderung bald seine Wohnung.

«Er ist kaum gebraucht»

Die Polizei habe seinen Scherz «überhaupt nicht lustig oder komisch» gefunden, wurde Slocum in den Medienberichten zitiert. Der schlechte Witz blieb für ihn dann aber ohne weitere Folgen.

«Dies ist, was ich habe», hatte der Vater in dem Pfandleihhaus über seinen Sohn Caden gesagt, den er im Kinderautositz auf die Theke legte. «Er ist kaum gebraucht und siebeneinhalb Monate alt. Was denken Sie, was er wert ist?» Als der schockierte Eigentümer des Ladens nicht reagierte, zog Slocum wieder mit dem Kind von dannen: «Ich brauche nur einen Babysitter für zwei Wochen», sagte er den Berichten zufolge beim Verlassen des Ladens.

Alles für ein Snapchat-Video

Slocum habe «ziemlich ernst» gewirkt, sagte der Pfandleihhaus-Besitzer Richard Jordan. Er habe das Baby herumgedreht und gesagt: «Kann ich das verpfänden?». Auch nachdem sich das Ganze als Scherz entpuppte, konnte Jordan nicht lachen: «Das ist nicht lustig, das ist eine ernsthafte Angelegenheit», entrüstete er sich.

Slocum wollte die Pfandleih-Story für einen Beitrag im Internetdienst Snapchat nutzen. Dort stellt er regelmässig Videos ein, die er für lustig hält. Die Polizei teilte mit, das Kind sei bei seinem Vater in «sicherem» Zustand gefunden worden, ein strafrechtliches Vorgehen gegen den Mann sei nicht geplant.

(fss/afp)