«Eine Katastrophe»

13. November 2019 09:11; Akt: 13.11.2019 12:13 Print

Venedig versinkt im Rekord-Hochwasser

Die bei Touristen beliebte Hafenstadt Venedig hat derzeit mit Hochwasser zu kämpfen. Inzwischen gibt es mindestens ein Todesopfer.

In Venedig herrscht nach starken Regenfällen Hochwasser. (Video: Tamedia)
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Venedig ist von einem Rekord-Hochwasser heimgesucht worden. Bürgermeister Luigi Brugnaro sprach von einer «Katastrophe» und mobilisierte am späten Dienstagabend alle Einsatzkräfte.

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Am Mittwoch werde der Notstand ausgerufen, kündigte Brugnaro in einem Video auf Facebook an. Er machte den Klimawandel für die immer häufiger werdenden Überschwemmungen verantwortlich. «Wir rufen die Regierung auf, uns zu helfen, die Kosten werden hoch sein.»

Mindestens ein Todesopfer

Das Rekord-Hochwasser forderte inzwischen mindestens ein Todesopfer. Ein 78-jähriger Mann starb an einem Stromschlag, da Wasser in seine Wohnung auf der Insel Pellestrina in der Lagune eingedrungen war und einen Kurzschluss ausgelöst hatte, berichtete die Tageszeitung «Il Gazzettino».

Ein zweiter Einwohner Pellestrinas wurde ebenfalls tot in seiner Wohnung aufgefunden. Hier wurde allerdings nicht ausgeschlossen, dass er eines natürlichen Todes gestorben ist.

«Folgen des Klimawandel»

Wegen des starken Sturms zerschellten Boote in den engen Kanälen, viele Gondeln waren schwer beschädigt. Bei den Verbindungen mit den Vaporetti, den Wasserbussen in Venedig, kam es zu erheblichen Problemen. Die Küstenwache musste mehreren Personen und Booten Hilfe leisten.

Bürgermeister Luigi Brugnaro prüfte in der Nacht auf Mittwoch an Bord eines Polizeiboots die Lage. Der Markusplatz in der Unesco-Welterbestadt war vollkommen überflutet. «Das sind die Folgen des Klimawandels. Wir bitten die Regierung in Rom, uns zu unterstützen», sagte der Stadtchef.

Markusplatz überflutet

Der Markusplatz in der Unesco-Welterbestadt war vollkommen überflutet. Touristen und Einheimische wateten zunächst noch in Gummistiefeln über den Platz, am Abend fuhr nur noch die Polizei mit Booten. Auch in den Markusdom drang das Wasser ein. Es habe unter anderem Schäden am Mauerwerk angerichtet, berichteten italienische Medien. «Wir versuchen, den Schaden in Grenzen zu halten», sagte der Ingenieur der Basilika, Pierpaolo Campostrini, der Nachrichtenagentur Ansa.

Wegen der aussergewöhnlich hohen Wasserstände wurden in der Lagunenstadt Kindertagesstätten und Grundschulen geschlossen, teilte die Kommune mit. Am Mittwoch ist kaum Wetterbesserung in Sicht, in ganz Italien ist wie schon seit Tagen Regen angesagt.

Venedig wird wegen seiner Lage in der Lagune immer wieder von Hochwasser heimgesucht, die Lage verschärft sich aber zunehmend. Die Stadt will seit langem ein Flutschutzsystem installieren, da der Anstieg des Meeresspiegels immer häufiger zu Überflutungen führt.

(dmo/chk/sda)