Massive Proteste

17. Februar 2014 05:41; Akt: 17.02.2014 06:20 Print

Venezuela weist drei US-«Spione» aus

Der Präsident Venezuelas wirft amerikanischen Konsularbeamten vor, gegen die Regierung zu «konspirieren». Ausserdem wurden elf Journalisten verhaftet.

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Seit Tagen toben in Venezuela massive Proteste. Die Regierung reagiert mit Repression und Schuldzuweisungen. (Bild: Keystone/Miguel Gutierrez)

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Nach den gewaltsamen Protesten verschärft Venezuela die Gangart gegenüber den USA: Die Regierung verwies drei Angestellte des US-Konsulats des Landes. Präsident Nicolás Maduro erklärte in einer Fernsehansprache am Sonntag, die nicht näher identifizierten Personen hätten die Universitäten unter dem Deckmantel konsularischer Arbeit infiltriert. Darauf deuteten geheimdienstliche Ermittlungen der vergangenen zwei Monate hin.

Als Auslöser der Ausweisungen gilt die Fürsprache Washingtons für den untergetauchten Oppositionsführer Leopoldo López. Ihm werfen die Behörden vor, bei jüngsten regierungskritischen Protesten zu Gewalt aufgerufen und eine «faschistische» Verschwörung zum Sturz der sozialistischen Regierung angeführt zu haben.

Im Vorfeld hatte Maduro die USA mehrfach beschuldigt, mit der Opposition unter einer Decke zu stecken. Washington weist die Vorwürfe zurück.

Oppositionsführer will sich stellen

Auch der gesuchte Oppositionsführer López verwahrte sich gegen die Anschuldigungen. In einem an einem unbekannten Ort aufgenommenen Video kündigte er am Sonntag an, sich dennoch den Behörden stellen zu wollen - sobald er noch eine weitere Demonstration organisiert habe. Seine Anhänger sollten am kommenden Dienstag in weissen Hemden friedlich mit ihm zum Innenministerium marschieren. Dort angekommen, werde er eine Petition überreichen, in der lückenlose Ermittlungen zum Tod dreier Menschen bei den gewaltsamen Demonstrationen gefordert würden.

«Ich habe kein Verbrechen begangen», sagte López weiter. Vielmehr warf er der Regierung den Versuch vor, sein in der Verfassung verbrieftes Recht auf Proteste gegen Präsident Maduro zu verletzen. López war seit einer Pressekonferenz am Mittwoch nicht mehr gesehen worden.

«Venezuela wird Drohungen nicht hinnehmen»

Maduro legte später in seiner TV-Ansprache nach und erklärte, der venezolanische Botschafter bei der Organisation der Amerikanischen Staaten in Washington habe einen Anruf vom US-Aussenministerium erhalten. Darin habe man vor negativen internationalen Konsequenzen für seine Regierung gewarnt, wenn López tatsächlich verhaftet werde. Maduro sagte, Venezuela werde Drohungen gegen seine Souveränität nicht hinnehmen.

Zudem rief Maduro seinerseits Arbeiter der Ölindustrie zu einer Gegendemonstration auf. Sie sollten ihren Marsch am selben zentralen Platz in der Hauptstadt Caracas beginnen, an dem auch López seine Anhänger sammeln wolle, sagte der Präsident.

López führte vergangene Woche die grösste Protestaktion gegen Maduro in dessen zehnmonatigen Amtszeit an. Allein am Mittwoch mobilisierte der Oppositionelle mehr als 10 000 Menschen, die zunächst friedlich gegen Probleme wie grassierende Kriminalität und die überbordende Inflation protestierten. Nach der Kundgebung kam es jedoch zu scheren Strassenschlachten zwischen Studenten und Sicherheitskräften sowie bewaffneten regierungsnahen Milizen. Drei Menschen kamen ums Leben.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • sucialista am 17.02.2014 06:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    maduro se va!!

    In Wahrheit bringt die Regierung falsche bzw. alte bilder von Demonstrationen aus dem Jahre 2002 in Umlauf. Der Pepsiball existiert seit 2008 nicht mehr :)! Ebenfalls holt sich die Regierung kubanische Hilfe um die Proteste niederzuschlagen! Die Tupamaros schiessen mit scharfer Munition auf die Studenten. Die Studenten sind keine Oppositionelle, sondern Venezolaner die um ihr Land kämpfen und es nicht nach Kuba verkaufen wollen! Maburro wird fallen! und mit ihm bald Castro! Aber es wird leider blutig! Viva Venezuela!! ein grossartiges Land mit einer grossartigen Bevölkerung!!

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  • Zero am 17.02.2014 06:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Linke Politik

    Kaum an der Macht, wird diktiert und keine Widersprüche geduldet. Dort wird auch solange abgestimmt, bis das Resultat stimmt.

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  • Killuminati am 17.02.2014 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    Keep it Real

    Ich hoffe die Bevölkerung lernt von der Geschichte. Die Strategie, um in Fremden Ländern (Parteien) Unruhe zu stiften, gemixt mit geschickter Propaganda, um danach seine Interessen in dem Land zu vertreten ist nicht neu (z.b. Stalin und Hitler). Bei Syrien läufts genau gleich ab, Katar finanziert die Rebellen um danach eine Pipeline zu Europa bauen zu können. Mit Assad geht das natürlich nicht da Russland dies unterbindet. Hussein wollte im Iraq anfangen das Öl statt gegen Lebensmittel statt Doller zu verkaufen...ein paar monate drauf hängte er...massenvernichtungwaffen ?!? Fehlanzeige

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dan Iel am 17.02.2014 18:21 Report Diesen Beitrag melden

    Demonstrieren für Menschenrechte

    Der Chavismus macht das Leben in Vzla unerträglich: Jobs gibts keine und wenn nur für einen Hungerlohn von weniger als US$ 50 pro Monat, banalste Güter sind Mangelware, alle Institutionen und auch die Bildung sind politisch unterwandert, die vom Staat gezielt geförderte Kriminalität mit jährlich 25000 Toten wird zur Einschüchterung der Bevölkerung und zum eigenen Machterhalt missbraucht Sehr traurig! Die Venezolaner wollen eine andere Politik und wieder ein Leben in Würde, Frieden und Freiheit. Dafür demonstrieren sie!

  • B. Kerzenmacher am 17.02.2014 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Die...

    Menschen in Venezuela demonstrieren friedlich gegen die Regierung. Das ist auch in Venezuela ein geschütztes Recht. Die Regierung schickt ihre Schlägertrupps und Polizei, die willkürlich die Demonstranten angreifen. Alle unabhängigen Medien sind geschlossen worden und die ausländischen Sender werden blockiert. Ein schönes Land wird vollständig zerstört. Die Venezolaner drücken das so aus: "No todas en Venezuela es cara, una vida cuesta nada". ( Nicht alles in Venezuela ist teuer, ein Leben kostet nichts! )

  • Venezolana am 17.02.2014 14:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mir stehen die Haare zu Berge

    Hier werden junge Leute gefoltert nicht durch Amis.... nein durch Venezolaner mit kubanischen Gedankengut! Maduro Ignorant in Kolumbien geboren und Busfahrer! (Gewonnen hat der die Wahlen nur durch Betrug). Die Venezolaner dürften applaudieren wenn die Amis eingreifen würden! Aber auf dem Weg ins Land sind Kubaner und Chinesen !!! Ich wäre wirklich dankbar wenn hier Leute die KEINE Ahnung haben weil sie noch nie einen Fuß auf venezolanischen Boden gesetzt haben ihren Senf für sich behalten würden.

  • Anonymus am 17.02.2014 13:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das ist nicht das einzuge

    Natürlich geht es auch über das Öl, die Amerikaner. 10000+ Studenten in ganz Venezuela protestieten und versuchen mit kraft jede strasse einzunehmen. die polizei wie immer gewaltsam. es sind jetzt zu viele 17-22 jungen erschossen und zusamme geschlagen worden. nicht nur die amerikaner machen und probleme sondern auch die kubaner die versuchen undere"Fuerza Armada" Militär die kontrolle zu nehmen. Das land ist in einem chaos, wird brauchen hilfe gegen die gewalt! fast keine lebensmittel, alles zum dreifachen überstiegen.

  • Killuminati am 17.02.2014 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    Keep it Real

    Ich hoffe die Bevölkerung lernt von der Geschichte. Die Strategie, um in Fremden Ländern (Parteien) Unruhe zu stiften, gemixt mit geschickter Propaganda, um danach seine Interessen in dem Land zu vertreten ist nicht neu (z.b. Stalin und Hitler). Bei Syrien läufts genau gleich ab, Katar finanziert die Rebellen um danach eine Pipeline zu Europa bauen zu können. Mit Assad geht das natürlich nicht da Russland dies unterbindet. Hussein wollte im Iraq anfangen das Öl statt gegen Lebensmittel statt Doller zu verkaufen...ein paar monate drauf hängte er...massenvernichtungwaffen ?!? Fehlanzeige

    • kollegah am 17.02.2014 13:46 Report Diesen Beitrag melden

      gut erkannt

      auch die Revolutionen in Ukraine, (demnächst Bosnien), Syrien, frühere in Gerorgien und Ukraine (2004) laufen nach Regime-Change Handbuch und meist sind Organisiationen wie Otpor oder Canvas dabei. informiert euch!

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