Nach Eklat

08. November 2018 15:26; Akt: 08.11.2018 15:41 Print

Verbreitet die Sprecherin von Trump ein Fake-Video?

Die Sprecherin des Weissen Hauses erklärt mit einem Video, warum CNN-Journalist Jim Acosta die Akkreditierung entzogen wurde. Fake, ist sich die Twitter-Gemeinde sicher.

US-Präsident Donald Trump lieferte sich am Mittwoch ein heftiges Wortgefecht mit einem CNN-Reporter. (Video: Youtube / Weisses Haus)
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«Feind des Volkes» nannte US-Präsident Donald Trump CNN-Reporter Jim Acosta an der Pressekonferenz nach den Zwischenwahlen ob dessen kritischer Fragen. Später wurde dem bekannten Journalisten die Akkreditierung für das Weisse Haus entzogen.

Laut Sprecherin Sarah Sanders hat dies aber nichts mit Acostas Fragestellung zu tun. Sie wirft Acosta «rüdes Verhalten gegenüber einer Mitarbeiterin» vor. Der wollte sich während des Schlagabtauschs mit dem Präsidenten das Mikrofon nicht aus der Hand nehmen lassen. So etwas werde das Weisse Haus «nicht tolerieren».

Video-Sequenz beschleunigt

Dass sich CNN jetzt stolz über die Arbeit Acostas zu Wort meldete, sei laut Sanders «nicht nur widerlich, sondern auch ein Beispiel der empörenden Missachtung von CNN für alle, auch junge Frauen, die in dieser Regierung arbeiten». Zum Beweis postete Sanders ein Video, das ein «unangemessenes Verhalten ganz klar dokumentiert».


Damit entfachte sie bei der Twitter-Gemeinde eine Debatte: Das Video sei Fake! Die Sequenz, in der Acostas Arm denjenigen der jungen Frau berührt, als sie ihm das Mikrofon wegnehmen will, ist so beschleunigt, dass es aussieht, als sei es ein Schlag. Betrachte man das Video aber in normaler Geschwindigkeit, erkenne man, dass sich die Arme lediglich berühren, als die junge Frau nach dem Mikrofon greift.


Auch Acosta selbst hat sich zum Vorwurf geäussert: «Ich kann nur sagen, dass ich versucht habe, das Mikrofon in der Hand zu behalten. Ich habe meine Hände nicht gegen sie erhoben und sie nicht angefasst, wie sie es behaupten. Es ist sehr unglücklich, dass das Weisse Haus das sagt», rechtfertigt er sich in einem CNN-Interview. Der Sender seinerseits sichert seinem Journalisten «volle Unterstützung zu».

(isa/20 Minuten)