Korruptionsverdacht

02. Juli 2014 03:42; Akt: 02.07.2014 09:48 Print

Verfahren gegen Sarkozy eröffnet

Gegen den am Dienstag verhafteten Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy wird nun offiziell ermittelt. Ihm werden Korruption und unerlaubte Einflussnahme vorgeworfen.

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Gegen Frankreichs frühereren Präsidenten Nicolas Sarkozy ist in der Nacht auf Mittwoch ein offizielles Verfahren eröffnet worden. (Bild: Keystone/Christophe Karaba)

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Die französische Justiz hat ein formelles Ermittlungsverfahren gegen Ex-Präsident Nicolas Sarkozy eingeleitet. Gegen Sarkozy werde unter anderem wegen des Verdachts der Korruption ermittelt, erklärte die Staatsanwaltschaft in der Nacht auf Mittwoch.

Zudem werde ihm unerlaubte Einflussnahme vorgeworfen. Es geht unter anderem um den Vorwurf, Sarkozy habe ein Netz von Informanten innerhalb wichtiger Behörden unterhalten, um die Ermittlungen gegen sich zu beeinflussen. Sarkozy war am Dienstag wegen des Vorwurfs der Bestechung eines Top-Juristen in Polizeigewahrsam genommen und verhört worden. Es war das erste Mal, dass ein früherer Staatschef in Polizeigewahrsam landete.


(Video: Reuters)

Sarkozy soll versucht haben, sich illegal Informationen zu beschaffen

Die Justiz geht dem Verdacht nach, dass Sarkozy zusammen mit seinem bereits am Montag in Polizeigewahrsam genommenen Anwalt Thierry Herzog versucht haben könnte, sich illegal Informationen aus einem laufenden Gerichtsverfahren zu beschaffen. Im Gegenzug soll der Ex-Präsident versprochen haben, dem leitenden Staatsanwalt beim Kassationsgerichtshof, Gilbert Azibert, einen Posten in Monaco zu beschaffen.

Sowohl gegen Herzog als auch gegen Azibert wurden ebenfalls formelle Ermittlungsverfahren eingeleitet, wie am Dienstagabend bekannt wurde. Beiden wird unerlaubte Einflussnahme vorgeworfen.

Auf die Vorgänge waren die Ermittler gestossen, als sie im Zusammenhang mit einer anderen Affäre um Sarkozy sein Telefon abhören liessen. Ende Februar wurden dann Ermittlungen wegen Bestechung und Verletzung des Ermittlungsgeheimnisses eingeleitet. Das französische Strafrecht sieht für Bestechung bis zu zehn Jahre Haft und 150'000 Euro Geldstrafe sowie etwa den Entzug von bürgerlichen Rechten vor.

(ann/sda)