Mord an Backpackerinnen

01. Januar 2019 21:07; Akt: 09.01.2019 08:01 Print

Verhafteter Schweizer hat sich in Genf radikalisiert

Im Fall des verhafteten Schweizers in Marokko kommen neue Details ans Licht. Der 25-Jährige trat 2011 dem Islam bei.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der in Marokko wegen seiner möglichen Verstrickung in die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verhaftete Schweizer ist der Genfer Polizei wegen diverser Delikte bekannt. Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, handelt es sich um einen 25-jährigen Genfer.

Der Mann, der im Jahr 2011 zum Islam konvertierte, war den Behörden als notorischer Kleinkrimineller bekannt. Er lebte unter anderem im Quartier Les Grottes gleich hinter dem Hauptbahnhof. Er gehörte einer Jugendgruppe, die beim Brunnen auf der Place des Grottes manchmal Saufgelage veranstaltete.

Kontakt mit IS-Genfer

«Abdallah», wie er sich nach der Konvertiertung nannte, war ausserdem ein grosser Fan des Fussballclubs Servette FC. Er gehörte möglicherweise sogar einer Ultra-Fangruppierung an.

Gemäss Recherchen von SRF soll er in Verbindung mit zumindest einem Genfer, der sich in Syrien und Irak der Terrororganisation «Islamischer Staat» (IS) angeschlossen hat, stehen.

Die beiden skandinavischen Rucksacktouristinnen waren Mitte Dezember enthauptet worden. Die Leichen der 24-jährigen Dänin und ihrer vier Jahre älteren norwegischen Freundin wurden am 17. Dezember in einer einsamen Gegend des Atlas-Gebirges gefunden.

Umgang mit Schusswaffen beigebracht

Inzwischen wurden 18 Menschen wegen mutmasslicher Verbindungen zu der Tat festgenommen. Die vier Hauptverdächtigen in dem Fall wurden in Marrakesch gefasst. Die Männer hatten nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Terrormiliz Islamischer Staat die Treue geschworen. Offenbar hatten sie aber keinen direkten Kontakt zur Führung der sunnitischen Fanatiker in Syrien und im Irak.

Der Genfer soll den verhafteten Tätern im Umgang mit Schusswaffen und verschlüsselter Kommunikation beigebracht haben.

(fss)