Frankreich

12. November 2019 01:40; Akt: 12.11.2019 01:41 Print

Verletzte und kaputte Häuser nach Erdbeben

Im Rhone-Tal in Südfrankreich kam es am Montag zu einem Beben der Stärke 4,8. Drei Reaktoren eines AKWs wurden vorübergehend abgeschaltet, eine Person wurde schwer verletzt.

Das Beben in Südfrankreich war deutlich spürbar.

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Bei einem Erdbeben im Südosten Frankreichs sind am Montag vier Menschen verletzt worden, einer von ihnen schwer. Nach Angaben des französischen Zivilschutzes wurden rund 50 Häuser beschädigt. Drei Reaktoren eines Atomkraftwerkes wurden vorübergehend heruntergefahren.

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Das Beben gegen 11.52 Uhr mit Epizentrum in der Nähe von Montélimar habe rund zehn Sekunden gedauert, berichteten Franceinfo und andere Medien. Der amerikanischen Erdbebenwarte USGS zufolge hatte es eine Stärke von 4,8. Der Erdbebendienst der ETH Zürich gab eine Stärke von 5,3 an.

Das Beben war vor allem in der Umgebung von Montélimar zu spüren, aber auch in den Grossstädten Montpellier und Lyon. Im Département Ardèche stürzte ein leer stehendes Gebäude ein.

In der Stadt Montélimar, die in der Nähe des Zentrums des Erdbebens liegt, verletzte sich ein Mensch beim Einsturz eines Gerüstes so schwer, dass er ins Spital musste, wie die Präfektur des Départements Drôme mitteilte. Das benachbarte Département Ardèche meldete drei Leichtverletzte in Folge von Panikattacken.

«Es hat fünf Sekunden gedauert, alles um mich herum hat gewackelt», berichtete Kevin Cuer aus Montélimar. «Die Möbel, die Wände, wie wenn ein Flugzeug aus 800 Metern abstürzt oder wie eine grosse Explosion.» Didier Lévy, der in einem Schloss aus dem 15. Jahrhundert wohnt, sagte der Nachrichtenagentur AFP, bei ihm zu Hause hätten noch Minuten nach dem Beben die «Kronleuchter gewackelt».

Kirchen drohen einzustürzen

Die Bewohner der Stadt Teil bei Montélimar wurden aufgefordert, wegen möglicher Nachbeben zunächst nicht in ihre Häuser zurückzukehren. Für die Betroffenen wurden drei Turnhallen geöffnet. Das Stadtzentrum wurde vorübergehend gesperrt, rund hundert Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Der Bürgermeister Olivier Pévérelli sagte Franceinfo, die Türme von zwei Kirchen drohten zusammenzustürzen. «Wir hatten den Eindruck, dass es im Garten eine Explosion gab(...)», sagte eine Augenzeugin aus Teil dem Sender.

Auch bei der Feuerwehr im Département Vaucluse gingen nach dem Erdbeben etwa 50 Anrufe besorgter Bürger ein, wie ein Sprecher sagte. Verletzte oder grössere Schäden gab es dort laut einer ersten Bilanz aber nicht.

Atommeiler nicht beschädigt

Der Energiekonzern EDF teilte am Abend mit, dass drei Reaktoren des Atomkraftwerks Cruas-Meysse rund zehn Kilometer nördlich von Montélimar vorübergehend für Kontrollen heruntergefahren werden. Es habe keine Beschädigungen gegeben, doch es seien Vibrationen gemessen worden. Wie lange die Kontrollen dauern werden, blieb offen. Die anderen Atomkraftwerke in der Region würden weiterlaufen.

Beim Atomkraftwerk Tricastin rund 30 Kilometer südlich von Montélimar habe es keine Beschädigungen gegeben, berichtete die Präfektur des Départements Drôme.

(vro/chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ganjaflash am 12.11.2019 00:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krass

    Überall ist die Erde am Beben in letzter Zeit was ist da los?

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  • ANMAR am 12.11.2019 00:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erdbeben

    Auch Heute hat es im Wallis (Sanetschpass) wieder mit einer Magnitude 2,9 gebebt! Alle sprechen vom Wallis! Der Sanetschpass liegt auf Walliser Boden, ist jedoch sehr nahe am Berner Oberland! Luftlinie 3,5km

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  • Don Vito Corleone am 12.11.2019 06:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die seit Jahren überfälligen Superbeben

    haben sich auf den Weg gemacht. Die Erdbeben Forscher warnen schon seit Jahren dass der große Knall ausstehend ist. Das könnten die Vorboten sein! Aber eigentlich ist es normal. Es rüttelt und schüttelt mal hier mal da, mal mehr und mal weniger!

Die neusten Leser-Kommentare

  • War irgendwie an der Zeit, dass es am 12.11.2019 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    im Rhonegraben Rumpelte, jener geht bis

    in das Burgund, um dann einen Versatz nach Altkirch bis Basel zu machen, um dann als Rheingraben bis ins Hessische weiter zu Gehen, unter dem (ruhenden) Vulkan "Vogelsberg hindurch wandelt sich diese europäische Plattenbruchzone in den Leinegraben, welcher dann Richtung Skaggerag bis nach Skandinavien weiterführt. Deftiges Wackeln demnächst auf der gesamten Länge Garantiert, weil Afrika immer stärker gegen Europa drückt und dieses nach NW Verschiebt. NB: Die akt. Bebenserie im Wallis neulich, ist/war nur ein Vorbote für noch Kommendes.

  • Francis am 12.11.2019 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    Sprachkompetenz

    Der Lead: "Verletzte und kaputte Häuser nach Erdbeben" ist grammatikalisch korrekt und unmissverständlich klar.

    • @ Francis, Gell Scheint schon sehr am 12.11.2019 10:42 Report Diesen Beitrag melden

      Logisch, dass ein kaputtes Haus, sicher

      auch Verletzt ist. Das "Kaputt" ist aber auch so eine fertige Schreibweise seit einiger Zeit in fast allen Medien, müsste doch Heissen: Beschädigt. Oder?

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  • Groning am 12.11.2019 07:57 Report Diesen Beitrag melden

    ohmygod

    Verletzte Häuser..?????

  • Major Tom am 12.11.2019 07:35 Report Diesen Beitrag melden

    Verletzte Häuser?

    Bitte nicht sowas schreiben. Da bekomme ich Magenkrämpfe.

    • Andrea am 12.11.2019 07:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      andrea

      Verletzte als Substantiv bezieht sich nicht auf die Häuser....Grammatik ist wohl ihr Problem,...In diesem Fall wäre Verletzte auch mitten im Satz gross geschrieben...hilft das?

    • Marssohn am 12.11.2019 07:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Andrea

      Echt? Da wäre ich jetzt nicht draufgekommen. -:)

    • Groning am 12.11.2019 08:04 Report Diesen Beitrag melden

      Andrea Andrea

      @Andrea : Wenn man so eingebildet ist wie Sie, versteht man die Ironie natürlich nicht..hilft das..??

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  • Seismologe am 12.11.2019 07:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Armes Häuschen

    Besteht aber schon noch Hoffnung für die verletzten Häuser?