16. November 2007 15:06; Akt: 16.11.2007 15:27 Print

Versteckte Islam-Propaganda im «Heidi»-Buch

Ein «Heidi»-Buch sorgt in der Türkei für heisse Debatten. In der Publikation ist die Grossmutter mit einem Kopftuch und einem Umhang abgebildet, wie es Musliminnen tragen.

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«Jetzt werden schon Kinderbücher für die Kopftuch-Propaganda benutzt», vermeldet die türkische Zeitung «Hürriyet». Grund für die Aufregung ist eine Darstellung in einer türkischen Ausgabe des Kinderbuches «Heidi». Dort ist die Grossmutter von Heidis Freundin Klara Sesemann mit Kopftuch zu sehen. Ausserdem trage sie einen weiten Mantel von der Art, wie er bei frommen Musliminnen in der Türkei beliebt sei.

Öffentlichkeit wird zunehmend islamisiert

Das türkische Bildungsministerium empfiehlt das Buch ausdrücklich. Nun wird befürchtet, dass auf diese Art türkischen Kindern suggeriert werde, dass es auf der Welt keine anderen Lebensweisen als die islamische gebe. Zudem zeuge die Darstellung von einem mangelnden Respekt gegenüber anderen Religionen, kritisieren türkische Medien.

Das «Heidi-Kopftuch» ist nur eine weitere Spitze der türkischen Regierung, die Kritikern Stoff gibt. Gegner von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan werfen ihm seit seiner Amtseinführung vor, das öffentliche Leben in der Türkei immer weiter zu islamisieren. Die Regierung verneint das jedoch.