Venezuela

30. April 2019 13:30; Akt: 30.04.2019 15:59 Print

Guaidó ruft Militär zu Putsch auf

In Venezuela soll der Oppositionspolitiker Leopoldo López befreit worden sein. Die Regierung spricht von einem versuchten Putsch.

Der selbsternannte Präsident Venezuelas meldete sich live mit einer Botschaft von einem Militärflugplatz.
Zum Thema
Fehler gesehen?

In Venezuela hat Oppositionsführer Juan Guaidó die Schlussphase in dem seit Monaten tobenden Machtkampf mit Präsident Nicolas Maduro ausgerufen und das Militär zur Unterstützung aufgefordert. Das Ende der Unterdrückung durch Maduro habe begonnen, sagte der selbst ernannte Interimspräsident in einem Video, das am Dienstag auf seinem Twitter-Konto veröffentlicht wurde.

Guaidó ruft Militär zu Putsch auf

Guaidó war in Begleitung von Männern in Militäruniform und dem Oppositionspolitiker Leopoldo López zu sehen, der unter Hausarrest steht. Die Nachrichtenagentur DPA meldete, dass Soldaten den seit Jahren inhaftierten Oppositionsführer Leopoldo López aus dem Hausarrest befreit hätten.

Oppositionsführer befreit

Guaidó deutete an, er werde aus den Reihen des Militärs unterstützt. «Die nationalen Streitkräfte haben die richtige Entscheidung getroffen, und sie zählen auf die Unterstützung des venezolanischen Volkes», sagte Guaidó.


Sicherheitskräfte setzten Tränengas gegen Guaido ein. Der selbst ernannte Übergangspräsident befand sich zusammen mit etwa 70 Männern in Militäruniform vor dem Luftwaffenstützpunkt La Carlota bei Caracas, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters vor Ort berichtete.

Maduros Regierung teilte mit, sie sei mit einer kleiner Gruppe «militärischer Verräter» konfrontiert. Diese wolle einen Putsch vorantreiben, teilte Informationsminister Jorge Rodriguez über Twitter mit.

Spanien warnt vor Blutvergiessen

Der Vorsitzende der von Maduro zur Entmachtung des Parlaments eingesetzten verfassunggebenden Versammlung, Diosdado Cabello, rief die Regierungsanhänger auf, sich um den Präsidentenpalast in Caracas zu versammeln. «Wir werden sehen, was sie gegen unser Volk ausrichten können», sagte er im Staatsfernsehen.


In den sozialen Medien kursieren Videos, die einzelne Militäreinsätze zeigen. (Video: Twitter)

Die spanische Regierung warnte vor einem «Blutvergiessen». «Wir unterstützten einen demokratischen und friedlichen Prozess», sagte eine Regierungssprecherin in Madrid zu Journalisten.

Für Mittwoch hat Guaido die grössten Proteste in der Geschichte des Landes angekündigt. Maduro bezeichnet Guaidó als Marionette in einem von den USA gesteuerten Umsturzversuch.

(vro/sda/afp)