Serbien und Kosovo

03. Dezember 2011 08:21; Akt: 03.12.2011 18:28 Print

Verwirrung um Einigung im Grenzstreit

Die EU verkündete bereits, dass eine Lösung im Grenzstreit zwischen Serbien und dem Kosovo erzielt wurde. Ganz anders sehen dies die Serben. Die Verwirrung ist perfekt.

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Bleiben umstritten: Die Grenzkontrollen an der Grenze Serbien/Kosovo. (Bild: Reuters)

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Serbien und Kosovo haben sich auf eine Normalisierung bei den Grenzverfahren geeinigt und damit einen der grössten Streitpunkte beigelegt. Schrittweise wollten beide Länder gemeinsame Posten an all ihren gemeinsamen Grenzübergängen einrichten.

Dies teilte die EU am späten Freitagabend mit. EU-Vermittler Robert Cooper lobte das Abkommen als grossen Fortschritt. Beide Seiten hätten sich nach dreitägigen Verhandlungen darauf verständigt, die Grenzübergänge zwischen dem Kosovo und Serbien in Zukunft gemeinsam zu verwalten.

Dem Abkommen zufolge soll ein System zur «gemeinsamen Verwaltung der Grenzposten» eingerichtet werden. Beide Seiten wollen demnach «schrittweise gemeinsame Kontrollposten» einrichten. Das System soll den Angaben aus Brüssel zufolge von der EU-Polizei- und Justizmission (EULEX) überwacht werden.

Der Norden des Kosovo an der Grenze zu Serbien ist seit Monaten Schauplatz von Feindseligkeiten zwischen Kosovo-Albanern und - Serben. Hintergrund der Vorfälle ist ein Handelsstreit zwischen Serbien und der einstigen südserbischen Provinz, welche 2008 unabhängig wurde.

Verwirrung

Die zwei Verhandlungspartner sorgten in Brüssel für Verwirrung mit ihren unterschiedlichen Interpretation der Einigung. Serbien dementierte zunächst sogar, dass es zu einer Einigung gekommen sei.

Die Kosovo-albanische Verhandlungsführerin Edita Tahiri berichtete wie zuvor EU-Vermittler Cooper über die gemeinsame Verwaltung der Grenzübergänge. Der serbische Verhandlungsführer Borko Stefanovic seinerseits sagte dann, nach der Vereinbarung hätten die Serben das Sagen, während die Kosovo-Albaner nur «Beobachter» seien.

Später sagte Stefanovic, sein Land habe dem von der EU ausgearbeiteten Lösungsvorschlag zugestimmt, nachdem «weitere Zugeständnisse» gemacht worden seien. Nähere Angaben zur Art der Zugeständnisse machte er am Samstag allerdings nicht.

Serbiens Präsident Boris Tadic bestätigte am Samstagnachmittag in Berlin schliesslich, dass es eine Lösung gebe und Belgrad zugestimmt habe. Jetzt gehe es um die Umsetzung der Mechanismen.

Begehrter Kandidatenstatus

Da Belgrad der Kosovo noch immer als sein Staatsgebiet betrachtet, kommt eine Einigung im Grenzstreit einer Anerkennung der Staatsgrenzen gleich. Eine Entspannung der Beziehungen zum Kosovo gilt als Voraussetzung, damit Serbien noch am EU-Gipfel vom kommenden Freitag den Status als EU-Beitrittskandidat erlangt.

Stefanovic zeigte sich am Samstag zuversichtlich, dass diese Einigung die Widerstände gegen den Kandidatenstatus beseitigt. Das Abkommen zeige die Bereitschaft Serbiens, die Forderung der EU nach einer Verbesserung der Beziehungen zum Kosovo zu erfüllen.

In der EU gehen die Meinungen dazu, ob Serbien den symbolisch wichtigen Status bekommen sollte, noch auseinander. So erklärte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel nach einer Auseinandersetzung im Kosovo zwischen serbischen Nationalisten und KFOR- Friedenssoldaten, bei der 50 Soldaten verletzt wurden, Serbien habe seine Verpflichtungen noch nicht erfüllt.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bobby am 03.12.2011 13:37 Report Diesen Beitrag melden

    Hier ist ein Witz

    Was haben Kanada und Serbien gemeinsam? Beide grenzen im Süden an die USA. So viel zum Thema Kosovo-Konflikt und amerikanischer Kolonialismus!

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  • Peter Stoffel am 03.12.2011 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Landklau darf nicht unterstützt werden.

    Merkel spielt auf der Pfeife und die Andern müssen dazu tanzen. Ich verstehe, dass die Serben nicht gewillt sind, das Kosova auf zu geben. Ich verstehe jedoch nicht, dass der Westen Landklau noch unterstützt. Was würden wir tun, wenn plötzlich Italiener das Tessin oder Franzosen die Romandie und Deutschland den Kanton Schaffhausen für sich beanspruchen würden?

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  • marco am 03.12.2011 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    UN Resolution 1244

    Lest mal die UN Resolution 1244 vom Jahre 1999 durch! Der Kosovo ist durch diesen Beschluss rechtlich gesehen Territorium des serbisches Staates. Die Schweiz wird auch niemand anfangen zu teilen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bilja am 24.02.2012 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    typisch...

    Die EU verlangt Unmögliches von Serbien. Man kann einem Land nicht sein Herz rauben! Die Serben werden den Kosovo NIE anerkennen! Träum weiter Welt! Und auch wenn die ganze Welt dies anerkennt, die Serben werden nicht weich!

  • serb am 15.12.2011 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Serbien wird heutzutage schlimmer behandelt als Deutschland nach dem 2. Weltkrieg,obwohl Serbien nie jemand anderen angegriffen hat.Genau die gleichen Serben haben über 300 alliirten Piloten das Leben gerettet,als sie abgeschossen wurden.Genau die gleichen Serben haben Europa vom osmanischen Reich verteidigt, und als dankeschön nimmt uns Europa heute das Herz weg.Ich sage nur,dass wir es in userer Geschichte bisher immer geschafft haben,unser Land zu befreien!Jedes Reich hat sein Ende...

  • Stefan Maurer am 07.12.2011 02:53 Report Diesen Beitrag melden

    Fakt ist Fakt ;)

    Kosovo ist ein eigenes Land seit 2008...da kann nicht ein Serbien NEIN sagen....wen schon fast alle Länder in der Welt Kosovo zustimmen...! Anstatt das die Serben immer noch für Krawallen sorgen, sollen sie sich einmal bemühen sich selber in einem Gutem Umfeld zufühlen! mit dieser Einstellung wird Serbien nie in die EU beitreten können.

    • anonym am 13.12.2011 09:52 Report Diesen Beitrag melden

      besser informieren

      Wen das Fakt ist dann sollten Sie sich besser informieren! 1/3 der Uno hat diesen Status anerkannt und es werden nie mehr sein. Die EU zerfällt, jeder der in diese UNION will ist einfach nur dumm. In Serbien sind es auch nur Politiker die das wollen ein Referendum hätte da keine Chance.

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  • Bobby am 03.12.2011 13:37 Report Diesen Beitrag melden

    Hier ist ein Witz

    Was haben Kanada und Serbien gemeinsam? Beide grenzen im Süden an die USA. So viel zum Thema Kosovo-Konflikt und amerikanischer Kolonialismus!

    • aco bre am 03.12.2011 17:59 Report Diesen Beitrag melden

      Witz

      hahaha :D bin selber aus Serbien und muss dir völlig recht geben :)

    • sandrica am 24.02.2012 15:52 Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt

      Ist leider so! Aber wir können nichts dagegen machen.

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  • Peter Stoffel am 03.12.2011 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Landklau darf nicht unterstützt werden.

    Merkel spielt auf der Pfeife und die Andern müssen dazu tanzen. Ich verstehe, dass die Serben nicht gewillt sind, das Kosova auf zu geben. Ich verstehe jedoch nicht, dass der Westen Landklau noch unterstützt. Was würden wir tun, wenn plötzlich Italiener das Tessin oder Franzosen die Romandie und Deutschland den Kanton Schaffhausen für sich beanspruchen würden?

    • bero am 03.12.2011 17:23 Report Diesen Beitrag melden

      landklau

      was redest du da von landklau, du hast keine ahnung , infomier dich mal lieber was da unten abgelaufen ist..dann kannst du hier etwas melden..

    • ALB KS am 03.12.2011 20:06 Report Diesen Beitrag melden

      yessss

      hast recht peter

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