Bosnien-Herzegowina

16. Dezember 2019 07:26; Akt: 16.12.2019 12:14 Print

Video von brutalem Mord erschüttert soziale Medien

Edin Zejcirovic wurde nur 30 Jahre alt. Er soll von vier Männern getötet worden sein. In den sozialen Medien wird nun Gerechtigkeit für das Opfer gefordert.

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Edin Zejcirovic aus Celic in Bosnien-Herzegowina ist tot. Der 30-Jährige wurde Medienberichten zufolge am 17. November in der Nähe von Brcko entführt und ermordet. Er hinterlässt eine kleine Tochter.

Besonders grausam für die Hinterbliebenen: In den sozialen Medien soll ein Video der brutalen Tat kursieren. Die Aufnahmen sollen zeigen, wie das Opfer von vier Männern verprügelt, gefoltert und beschimpft wird. Laut lokalen Medien haben die mutmasslichen Täter auch auf das Opfer uriniert und es schliesslich in den Fluss Sava geworfen.

«Du willst zu meiner Frau?»

Als mögliches Motiv wird Eifersucht vermutet. Denn im Video soll zu hören sein, wie ein Mann das Opfer fragt: «Du willst zu meiner Frau? Du willst zu meiner Frau? Du hast dich bei ihr gemeldet, um zu sehen, ob sie etwas braucht.»

In der Zwischenzeit wurden vier Männer verhaftet. Einer der mutmasslichen Täter soll sich zuvor nach Deutschland abgesetzt haben. Er wurde inzwischen festgenommen. Wie die lokalen Medien berichten, hat einer der Verdächtigen den Beamten den genauen Standort genannt, wo die Leiche entsorgt wurde.

In den sozialen Medien wird nun unter #pravdazaedina Gerechtigkeit für das Opfer gefordert. Auf Facebook wurde dafür ein Gruppe gegründet: «Wir fordern die maximale Strafe für die Monster, die Edin getötet haben», heisst es da unter anderem. Zudem soll es eine Petition geben, die die Todesstrafe für die vier Verdächtigen fordert.

«In unseren Herzen bleiben sie unsterblich»

Neben der Wut auf die mutmasslichen Täter trauern zahlreiche Verwandte, Freunde und Bekannte auf Facebook. Eine Userin schreibt dazu: «Du hast viele Menschen in einem Meer aus Tränen und Schmerzen zurückgelassen. Gott hat nach einem Engel gesucht, er hat den schönsten Engel genommen. Nichts kann dich zurückbringen. Wir beten für dich. Ruhe in Frieden, du allerschönster Engel.»

Eine andere Nutzerin meint: «Wenn die, die wir lieben, sterben, sehen wir sie nicht mehr, wir hören sie nicht mehr, wir fühlen sie nicht mehr. Sie gehen aber nicht wirklich. In unseren Herzen bleiben sie unsterblich.»

Und einer der Initiatoren der Facebook-Gruppe sagte gegenüber «Dnevni avaz»: «Dieses Video hat die Leute auf die Beine gebracht. So etwas wurde nicht mal im Krieg gesehen. Was hat er ihnen getan, dass sie ihm die Nägel ausreissen? Ich weiss nicht, was ich dazu sagen soll. Seitdem ich das Video gesehen habe, kann ich nicht mehr schlafen.»

(mon)