Staatsbesuch in Grossbritannien

13. Juli 2018 20:24; Akt: 13.07.2018 20:25 Print

250'000 demonstrieren gegen Trump-Besuch

Buhrufe und Pfiffe: Hunderte Menschen in London wollen den Besuch des US-Präsidenten bei Grossbritanniens Premierministerin Theresa May stören.

Mit Ballons und Velo demonstrieren Hunderte Briten gegen den Besuch des US-Präsidenten. (Video: AFP/AP/Storyful)
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Zehntausende Menschen sind am Freitag gegen den Besuch von US-Präsident Donald Trump in Grossbritannien auf die Strasse gegangen. Schätzungen der Initiative «Stop Trump» sprachen sogar von «mindestens 250'000» Demonstranten allein in London.

Auch in anderen Städten wie Belfast und Windsor gab es Demos. Mehrere Protestzüge führten durch die Londoner Innenstadt zum Regierungsviertel zwischen dem Parlament und dem Trafalgar Square. Die Polizei teilte am Nachmittag mit, der Platz habe seine Kapazität erreicht. Über der Innenstadt kreisten mehrere Hubschrauber.

Aufblasbares Trump-Baby schwebte über London

Aufgerufen zu den Demos hatten unter anderem Gewerkschaften, Menschenrechtsaktivisten und religiöse Gruppen. Sie werfen Trump Sexismus, Rassismus und Hass auf Homosexuelle vor. Mit Slogans wie «Trump nicht willkommen» oder «Weg mit Trump» machten sie ihrem Unmut über den US-Präsidenten Luft.

«Er hat keinen Respekt ausser vor sich selbst», sagte eine ältere Dame, die ein Schild mit der Aufschrift «giftig» zusammen mit einer Totenkopf-Abbildung mit Trump-Frisur vor sich her trug. Doch trotz der Wut auf Trump herrschte insgesamt eine heitere Stimmung. Einige Teilnehmer zogen tanzend und singend durch die Strassen.

Bürgermeister verteidigt Protest

Hunderte hatten sich bereits am Vormittag auf dem Parliament Square versammelt und beobachtet, wie ein etwa sechs Meter grosser Helium-Ballon in Form eines Trump-Babys in Windeln über dem Platz schwebte. Die Aktivisten wollten damit eigenen Angaben zufolge Trump ins Lächerliche ziehen und seinen in ihren Augen kindischen Charakter auf die Schippe nehmen.

Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan hatte die Genehmigung des satirischen Protests zuvor verteidigt. Kritiker hatten den Ballon als beleidigend gegenüber Trump empfunden und gefordert, die Aktion zu unterbinden. «Ehrlich gesagt, ist die Idee, dass wir das Recht auf Meinungsfreiheit einschränken, weil sich ein ausländischer Politiker auf den Schlips getreten fühlen könnte, ein Gang am Abgrund», sagte Khan dem BBC-Radio am Freitag.

Trump kritisiert Londons Bürgermeister

Trump hatte den populären Khan zuvor in einem Interview mit der «Sun» heftig angegriffen und indirekt für Terroranschläge und Kriminalität in der britischen Hauptstadt verantwortlich gemacht. «Ich denke, dass er einen sehr schlechten Job beim Terrorismus gemacht hat, einen sehr schlechten Job bei der Kriminalität», sagte Trump.

Bereits am Donnerstag hatten mehrere Hundert Menschen vor dem Eingang zum Gelände von Blenheim Palace, nahe Oxford, demonstriert. Dort hatte Premierministerin Theresa May Trump zu einem Gala-Dinner empfangen. Auch vor der Botschafterresidenz in London, wo Trump die Nacht verbrachte, hatten Dutzende Aktivisten am Donnerstagabend lautstark auf sich aufmerksam gemacht.

Trump-Baby geht jetzt nach Schottland

Das Trump-Baby soll den US-Präsidenten nach Angaben von Aktivisten auch nach Schottland begleiten. Die Organisatoren des Protests hätten einen Antrag gestellt, den Ballon nahe Trumps Golf-Resort fliegen zu lassen, wo Trump das Wochenende verbringt.

Für Samstag haben auch Trump-Unterstützer in London eine Demo angekündigt. Erwartet werden dazu auch Unterstützer des inhaftierten Rechtsextremisten Tommy Robinson. Die Polizei erliess dafür strenge Auflagen. Bei einer ähnlichen Demo im Juni war es zu Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften gekommen.

(kko)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Was den jetzt am 13.07.2018 12:46 Report Diesen Beitrag melden

    Hunderte oder zehntausende?

    Warum steht da was von Hunderte Briten und im folgenden Satz dann was von zehntausenden? Ist für mich ein kleiner unterschied...

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  • Heidi Heidnisch am 13.07.2018 14:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Brake it

    Trump ist nicht an einem starken Europa interessiert. Daher ist ihm jedes Mittel recht, europäische Länder gegeneinander auszuspielen. Ich bin auch nicht amused.

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  • frankophiler am 13.07.2018 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    baby

    Mit den fliegenden Babies in Windeln haben die Briten eine grossartige Karikatur Trumps geschaffen. Es ist nicht immer alles inhaltlich falsch, was Trump vorbringt, aber sein Gebaren ist inakzeptabel.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Leser am 14.07.2018 18:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anmerkung

    Trump ist Teil des politischen Establishments, genau wie es Clinton auch ist! Die Rechten behaupten doch immer das Gegenteil...

  • Leser am 14.07.2018 18:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trump ist Teil des Establishments

    Heute soll eine Pro-Trump-Demo stattfinden. Mal schauen, wieviele Leute die auf die Strasse bringen. Sie werden jedoch klar in der Minderheit sein! Internationale kapitalistische und rechtsextreme Kräfte unterstützen Trump, weil sie eine ähnliche faschistische Gesinnung pflegen wie er. Schnell wird jedoch klar, dass die Nationalisten international mehr Gegensätze untereinander aufweisen, als man denkt! Dabei beschwören sie doch stets die Einheit. Diese Leute sind einfach nur undemokratisch, menschenrechtsverachtend und reaktionär!

  • Klardenker am 14.07.2018 17:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    besser

    Umso mehr gegen trump demonstrieren (ethablishment befürworter) umso besser muss Trump sein!

    • Komma Klar am 14.07.2018 17:42 Report Diesen Beitrag melden

      @Klardenker

      Auch nur in einem Kopf welcher verdreht wurde. Oder gewaschen. Oder beides.

    • Leser am 14.07.2018 19:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Klardenker

      Das alle Trump-Gegner Befürworter des Establishments sein sollen, ist doch ein dummes Vorurteil. Beweisen Sie mal Ihre Behauptung! Es ist sogar so, dass Trump Teil des politischen Establishment ist. Wie war das damals noch mit seinen Wahlversprechen? Wie steht das Verhältnis zu Russland heute? Haben Sie sich mal mit dem Lebenslauf von Trump auseinandergesetzt? Für mich sind Sie kein Klardenker - zu viel Nebel versperrt Ihnen die Sicht!

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  • Alternative für die Schweiz am 14.07.2018 16:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dornröschen Schlaf

    Ihr werdet schon bald allesamt erwachen aus dem Dornröschenschlaf... Freue micu jetzt schon ;)

    • Fa. Q. am 14.07.2018 16:49 Report Diesen Beitrag melden

      Jesses Maria

      Ist das eine Drohung? ;)

    • Grüessech am 14.07.2018 17:11 Report Diesen Beitrag melden

      @Alternative Schweiz

      Wo kann ich mich anmelden um fürs kommentieren bezahlt zu werden von Putin und Trump so wie du? Lass mal Infos rüberwachsen.

    • Mängisch am 14.07.2018 17:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alternative für die Schweiz

      Ui. Das hat sich aber einer scharf machen lassen. Ich werde Dich auf der Strasse grüssen, wenn ich Dich im Kapfanzug trainieren sehe.

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  • Daisydream am 14.07.2018 16:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Noch viel zu lernen

    Wenn es nach Mr. President ginge, bekämen alle Sprechverbot ausser ihm selbst. Er sollte sich ein Vorbild an der Queen nehmen. Wenn sie not amused ist, gibt es keine Schimpftiraden, sondern einfach nur kein Lächeln. Er hätte noch viel zu lernen in punkto Benehmen. Aber was Hänschen nicht lernt......