Ärzte wollen Geräte abschalten

13. Mai 2019 20:12; Akt: 13.05.2019 20:12 Print

Vincent liegt seit elf Jahren im Wachkoma

Der Franzose Vincent Lambert liegt nach einem Motorradunfall im Jahr 2008 im Wachkoma. Seine Eltern kämpfen dafür, dass die Geräte nicht abgeschaltet werden.

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Vincent Lambert hat bei einem Motorradunfall 2008 schwere Hirnverletzungen davongetragen. Seither befindet sich der Franzose in einer Art Wachkoma.

Die Ärzte sprechen von minimalem Bewusstsein. Lamberts Augen reagieren reflexartig auf Lärm, bleiben aber meist ausdruckslos. Der 42-Jährige ist darüber hinaus querschnittsgelähmt.

Während seine Ehefrau Rachel und sechs seiner Geschwister schon seit Jahren wollen, dass die künstliche Ernährung eingestellt wird, kämpfen seine Eltern Viviane und Pierre und zwei weitere Geschwister darum, ihn am Leben zu halten.

Wer darf entscheiden?

Die Mediziner schliessen laut einem «Spiegel»-Bericht aus, dass sich Lamberts Gesundheitszustand noch wesentlich verbessern wird. Auch sie sprechen sich, wie seine Ehefrau, für ein Abschalten der Geräte aus.

Der Patient selbst kann seine Wünsche nicht äussern. Eine Patientenverfügung gibt es nicht. Die Frage über Leben und Tod musste daher ein Gericht klären.

Abbruch Ende Mai

Die Familie, die durch Lamberts Schicksal zerrissen ist, zog vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR). Schon 2015 haben die Richter entschieden, dass die Einstellung der künstlichen Ernährung zulässig sei.

Die streng katholisch lebenden Eltern des 42-Jährigen legten Einspruch ein. Dieser wurde vor wenigen Wochen abgelehnt.

Nun haben die Ärzte den Angehörigen mitgeteilt, die Behandlung Ende Mai abbrechen zu wollen. Für gewöhnlich sterben Wachkomapatienten innerhalb weniger Tage, nachdem die Ernährung über die Sonde eingestellt wird.

(heute.at/20 Minuten)