27. Januar 2007 08:34; Akt: 27.01.2007 11:38 Print

Von Kopfgeldjägern nach Guantánamo verkauft

In Guantánamo sitzt eine besondere Gruppe von Häftlingen ein. Die chinesischen Uiguren wurden 2001 von Kopfgeldjägern gefangen und an die USA verkauft. Entlassen werden können die Uiguren nicht. In China werden sie verfolgt, andere Länder wollen sie nicht aufnehmen.

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Der Anwalt der auf Guantánamo inhaftierten Uiguren hat sich empört über die Haftbedingungen in dem US-Gefangenenlager auf Kuba geäussert.

Die Uiguren sind ein in China verfolgtes Turkvolk, dessen Mehrheit dem Islam anhängt.

Die 17 in Guantánamo inhaftierten Uiguren würden in einem neuen Bereich des Lagers mit dem Namen «Camp Sechs» in Isolationshaft gehalten, erklärte der Anwalt Sabin Willett am Freitag in Washington.

Die Haft sei wie ein «Alptraum»: Die Uiguren verbrächten mindestens 22 Stunden pro Tag in Isolation in einer komplett aus Metall bestehenden Zelle, wo es kein Tageslicht gebe. Dies bedeute eine «unmittelbare Bedrohung» für die Gesundheit der Gefangenen.

Laut Willett zeigen die sieben von ihm vertretenen Uiguren nach fünf Jahren Gefangenschaft in Guantánamo «Anzeichen von Paranoia, Wut, Depression, tiefer Traurigkeit, Apathie und Hoffnungslosigkiet».

Weil Washington offenbar keine Aufnahmeländer finde, seien bislang lediglich fünf Uiguren entlassen worden. Sie seien nach Albanien ausgeliefert worden. Dem Anwalt zufolge waren die in Guantánamo inhaftierten Uiguren wegen ihrer Verfolgung in China nach Afghanistan geflüchtet. Dort seien sie im Herbst 2001 von Kopfgeldjägern gefangen und an die USA verkauft worden.

Die Anwälte von sieben der Uiguren hatten im Dezember bereits beim Bundesberufungsgericht in Washington die Freilassung ihrer Mandanten beantragt.

(sda)