Rachid Kassim

13. September 2016 23:25; Akt: 14.09.2016 07:49 Print

Vor diesem Mann zittert Frankreich

Rachid Kassim, einst ein Kinderbetreuer aus Roanne, leitete von Syrien/Irak aus junge Attentäter an, die dieses Jahr in Frankreich zuschlugen.

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Terror und Angst lassen Frankreich nicht los: Letzte Woche vereitelte die Polizei gleich zwei Anschläge in und ausserhalb Paris. Gegen die Gruppe von drei mutmasslichen Terroristinnen hat die Staatsanwaltschaft jetzt ein Verfahren eingeleitet. Sie sollen Ermittlern zufolge Anschläge auf Bahnhöfe in Paris und im südlich angrenzenden Département Essonne sowie Angriffe auf Polizisten geplant haben.

Dazu nahm die Pariser Polizei am Wochenende einen 15-Jährigen fest, der wegen Radikalisierung bereits unter Hausarrest stand. Auch ihm werfen die Ermittler vor, einen Anschlag geplant zu haben: Er hatte offenbar vor, «Ungläubige» niederzustechen und als «Märtyrer» zu sterben. Gegen den Jung-Jihadisten wurde jetzt ebenfalls ein formelles Terror-Verfahren eingeleitet.

Der 15-Jährige und die 19-Jährige Inès M., die mutmassliche Anführerin des Frauen-Trios, wurden vom gleichen Mann angeleitet: Über den verschlüsselten Messenger-Dienst Telegram standen sie laut Ermittlern alle in Kontakt mit dem Franzosen Rachid Kassim – die «graue Eminenz des Terrors», wie ihn französische Medien bezeichnen.

Priester- und Polizistenmörder angestachelt

Der Mann mit algerischen Wurzeln wohnte einst in Roanne, einer Kleinstadt nordwestlich von Lyon. Heute agiert er aus dem IS-Gebiet zwischen Syrien und Irak als Ibn Qassim heraus und betätigt sich als Rekrutierer des «Islamischen Staates». Der Fokus des ehemaligen Betreuers in einer Sozialeinrichtung für Kinder: Junge Frauen und Männer in Frankreich.

Kassim war es offenbar gelungen, via «Telegram» zwischen 200 und 300 Kontakte in Frankreich zu Anschlägen in der Heimat aufzufordern. Wie «L'Express» berichtet, habe er eine Liste von Zielen und Szenarien, wie die Angriffe auszuführen seien, mitgeliefert.

Wie gross Kassims Netzwerk in Frankreich tatsächlich ist, ist letztlich unklar. Mittlerweile steht aber fest, dass der 29-Jährige in Kontakt mit gleich mehreren Attentätern stand, die dieses Jahr zuschlugen: So gaben die Handys der beiden erschossenen IS-Anhänger Abdel-Malik Petitjean und Adel Kermiche – sie hatten im Juli in Saint-Etienne-du-Rouvary einen katholischen Priester ermordet – eine Verbindung zu ihm preis. Kassim stand offenbar auch in Kontakt zum Attentäter von Magnanville, der im Juni zwei Polizisten getötet hatte.

Mit Frau und Kind nach Syrien

Ob er auch Mohamed Lahouej Bouhlel, den Attentäter von Nizza, zu seiner Schreckenstat mit 86 Toten instruierte, ist unklar. Auf jeden Fall trat Kassim nach dem LKW-Anschlag auf der Promenade des Anglais ins Scheinwerferlicht eines IS-Propagandavideos, wo er Bouhlel ausdrücklich gratulierte und dann vor laufender Kamera zwei angebliche Spione köpfte.

Erst danach geriet Kassim wirklich in den Fokus der französischen Ermittler. Sie gehen davon aus, dass sich der 29-Jährige ohne Vorstrafen auf einer Reise nach Algerien 2011 radikalisierte – und das sehr schnell: Bereits ein Jahr später reiste er mit Frau und Kind über Ägypten nach Syrien.

Teil der IS-Terrorstrategie

Seine Spur verliert sich immer wieder, es ist vor allem seine rege Tätigkeit in den sozialen Medien, die den Ermittlern nähere Einblicke ermöglichten. Ende 2015 betrieb Kassim etwa als «Nicole Ambrosia» eine Facebookseite, die zeigte, dass er mit mehreren Jungen aus seiner Heimatstadt Roanne in Kontakt stand und zum Heiligen Krieg und zur Vernichtung Israels und Amerikas aufrief.

Auch wenn über Kassim nur Lückenhaftes bekannt ist: Seine Nutzung der sozialen Medien, die Anwerbung und Betreuung über diese illustriert jenen Teil der umfassenden Terrorstrategie, die der IS seit gut eineinhalb Jahren verfolgt: Die Anleitung zu Anschlägen kommt aus Syrien/Irak, geschieht indirekt über die sozialen Medien und verschlüsselte Messengerdienste und wird von jungen IS-Anhängern in deren Heimat ausgeführt.

(gux)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ambros am 13.09.2016 23:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geheimdienst

    Hat Frankreich nicht auch einen Geheimdienst? Leute losschicken um ihn zu eliminieren!!! Nur so gehts!!!

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  • Jan am 13.09.2016 23:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr Clever

    Sehr Clever einen solchen Titel zu wählen, genau wegen solchen Schlagzeilen werden Sie gefeiert....!

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  • René B. am 13.09.2016 23:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vor diesem Mann zittert Frankreich

    Eigentlich sollte es umgekehrt sein.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Waterpolo1s am 14.09.2016 11:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte nicht ..... 

    Bitte aufhören diese Verbrecher mit Bild und einem für sie geilen Titel zu "loben!"!

  • Shaka freak am 14.09.2016 10:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    .....

    falscher titel denn ich bin mir sicher das sich niemand wirklich vor ihm fürchtet.... er alleine kann nicht viel anrichten..... aber ihr habt ihm mit diesem titel sicher gerade eine höhepunkt beschaffen

  • marko 31 am 14.09.2016 08:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Terror Anschlag

    Dieser Terror muss aufhören!

  • cgarly am 14.09.2016 08:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    von denen

    gibt es leider viele, da ist unsere Politik in ganz Europa und USA schuld, dass es so weit gekommen ist!!!

  • Mänu am 14.09.2016 08:02 Report Diesen Beitrag melden

    Zittern?

    Frankreich zittert nicht, aber die Medien wollen Angst schüren und diese für sich ausnutzen. Das ist Tatsache, so wie obiger Titel beweist.