Philippinen

17. Januar 2020 09:50; Akt: 17.01.2020 09:50 Print

Vulkan Taal ist eine tickende Zeitbombe

Im Innern des philippinischen Vulkans brodelt es gewaltig. Experten befürchten einen gefährlichen Ausbruch.

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Ein gefährlicher Vulkan auf den Philippinen treibt weiter die Bewohner der dicht besiedelten Gegend in die Flucht. Zwei Menschen starben auf der Flucht vor dem Vulkan Taal. Viele Menschen kamen in Notschlafstellen unter. Der Hahn ist mit Vulkan-Asche bedeckt. Für den Vulkan Taal südlich der Hauptstadt Manila galt auch am Mittwoch noch die Gefahrenstufe 4 von 5 - Neben Menschen starben auch viele Tiere. Einige Menschen blieben aber bei ihren Tieren und ihren Häusern, oder sie machten sich aus den vollen Evakuierungszentren auf den Weg zurück. «Unser Haus 18 Kilometer vom Taal Vulkan entfernt am Morgen nach dem Ausbruch», schreibt ein Leser-Reporter. Der Mann lebte sein gesamtes Arbeitsleben in Bern. Seit vier Jahren nennt er die Philippinen sein Zuhause. Sein Hause befinde sich ein paar Kilometer ausserhalb der Evakuationszone, sagt er auf Anfrage. Trotzdem habe er die Blitze und den stundenlangen Ascheregen gesehen. Eindrückliche Fotos zeigen den Nachthimmel über Tagaytay City. In den Aschewolken des Vulkans entladen sich Blitze... ...und lassen die Szenen apokalyptisch wirken. Seit Sonntag, 12. Januar 2020, spuckt der Vulkan Taal Asche und Rauch. Ein Leser-Reporter hat gerade zweieinhalb Wochen in den Philippinen verbracht. Er berichtet von Asche, die vom Himmel fiel... ...und gestrichenen Flügen. 6000 Menschen mussten die Umgebung verlassen. Die Aschewolke reicht bis zu einem Kilometer in die Höhe. Wegen des Ausbruchs mussten sämtliche Flüge von und nach Manila gestrichen werden. Die Warnstufe wurde von zwei auf vier erhöht. Auch Dutzende Touristen müssen das Gebiet verlassen. Der Vulkan befindet sich auf der Hauptinsel Luzon. Er ist bei Touristen ein beliebtes Ausflugsziel. Experten warnen nun, dass es zu einem plötzlichen Ausstoss von Dämpfen... ...und hohen Konzentrationen tödlicher Gase kommen könnte. In Talisay bedeckte die Asche bereits Autos. Der Ort befindet sich in der gleichen Provinz wie der Vulkan, nämlich in Batangas. Die Bewohner werden evakuiert. Die Eruption war von einem Erdbeben begleitet worden. Der Vulkan befindet sich südlich der philippinischen Hauptstadt Manila.

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Am Vulkan Taal nahe der philippinischen Hauptstadt Manila mehren sich die Anzeichen, dass er noch gefährlicher werden könnte. An einem Touristenwanderweg entdeckten Experten einen dampfenden Riss, sagte Renato Solido, Leiter des seismologischen Instituts Phivolcs, am Freitag.

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Der Vulkan Taal liegt in einem See. Seit Sonntag gilt dort die Warnstufe 4 von 5. Phivolcs hatte erklärt, innerhalb von Stunden oder Tagen sei ein «gefährlicher, explosiver Ausbruch» möglich.

Am Hauptkrater dampfe es ständig, es gebe unregelmässg schwache Explosionen, erklärten die Experten. Bereits zuvor entdeckte Risse in Städten in der Umgebung hätten sich verbreitert.

1911 starben 1300 Menschen

Der Taal liegt auf der philippinischen Hauptinsel Luzon etwa 66 Kilometer südlich von Manila in der Provinz Batangas. Er ist ein beliebtes Ziel von Touristen. Derzeit ist die dicht besiedelte Gegend aber eine Gefahrenzone. Mehr als 140 000 Menschen mussten sich in Sicherheit bringen, zwei sind bisher gestorben.

Der Taal ist nach dem Mayon der zweitaktivste Vulkan der Philippinen. Der bislang letzte grosse Ausbruch war 1977, der verheerendste 1911 - damals starben mehr als 1300 Menschen. Der südostasiatische Inselstaat mit rund 100 Millionen Einwohnern liegt auf dem Pazifischen Feuerring - der geologisch aktivsten Zone der Erde mit mehr als 450 Vulkanen.

(vro/sda)